Allerdings Synonym: einschränken oder bekräftigen

Ein Wort, das zustimmen und widersprechen kann

Lesezeit ca. 5 Min. · aktualisiert: 5. August 2026 · alle Synonyme

Allerdings gehört zu den wenigen Wörtern des Deutschen, die zwei entgegengesetzte Dinge tun können. Im Satz schränkt es ein: „Das Verfahren ist schnell, allerdings teuer.“ Als Antwort allein bekräftigt es: Auf die Frage „War es teuer?“ heißt „Allerdings!“ ein nachdrückliches Ja. Wer die zweite Bedeutung nicht kennt, liest Dialoge und Interviewtranskripte falsch, und in Protokollen kann das die Aussage umkehren.

Einschränkend

In der häufigeren Bedeutung stehen jedoch, indes, freilich und nur zur Verfügung. Nur ist die knappste Form und in gesprochener Sprache verbreitet: „Das Verfahren ist schnell, nur teuer.“

Die Feinheiten dieser Gruppe stehen auf der Seite zu jedoch. Kurz gefasst: Alle schränken ein, ohne einen Gegensatz zu behaupten, und alle besetzen am Satzanfang das erste Feld mit dem Verb an zweiter Stelle.

Bekräftigend

Als alleinstehende Antwort bedeutet allerdings ein nachdrückliches Ja. Alternativen sind durchaus, sehr wohl und in der Tat. Diese Verwendung ist gesprochen häufig und schriftlich selten, außer in Dialogen.

Im Satz kann allerdings ebenfalls bekräftigen, wenn es betont steht: „Das war allerdings ein Fehler“ kann heißen, dass es tatsächlich einer war. Ob eingeschränkt oder bekräftigt wird, entscheidet in der gesprochenen Sprache die Betonung, weshalb Transkripte hier mehrdeutig sein können.

In Transkripten und Protokollen

Beim Verschriftlichen von Interviews ist allerdings eine der Stellen, an denen Bedeutung verloren geht, weil die Betonung fehlt. Wer transkribiert, sollte die bekräftigende Verwendung kennzeichnen, etwa durch ein Ausrufezeichen oder eine Anmerkung.

In Protokollen ist die Vermeidung die sicherere Lösung: Statt „Herr X sagte allerdings“ ist „Herr X widersprach“ oder „Herr X bestätigte“ eindeutig. Verwandt ist die Vorsicht bei wahrnehmen, das ebenfalls Deutung und Beobachtung trennt.

Stellung und Komma

Allerdings ist ein Adverb und besetzt am Satzanfang das erste Feld: „Allerdings bleibt offen, ob ...“ Ein Komma nach allerdings ist falsch.

Im Mittelfeld steht es hinter dem Verb: „Es bleibt allerdings offen.“ Diese Stellung ist unauffälliger und in Fachtexten die häufigste. Vor einem zweiten Hauptsatz steht ein Komma, weil die Sätze getrennt werden müssen.

Herkunft

Allerdings ist aus aller Dinge entstanden, also aus einem Genitiv Plural, und bedeutete ursprünglich in jeder Hinsicht. Diese Grundbedeutung erklärt die bekräftigende Verwendung: Wer allerdings sagt, bestätigt in jeder Hinsicht.

Die einschränkende Bedeutung ist die jüngere und hat sich über die Zwischenstufe zwar entwickelt: Wer etwas in jeder Hinsicht zugesteht, kündigt oft einen Einwand an. Dieselbe Entwicklung hat freilich genommen, das ebenfalls beide Bedeutungen trägt.

In wissenschaftlichen Texten

In Arbeiten ist die einschränkende Verwendung die einzig übliche, und sie ist unauffällig. Wie bei allen Einschränkungswörtern gilt: Die Häufung ist ein inhaltliches Signal, kein stilistisches.

Drei allerdings auf einer Seite bedeuten meist, dass die Aussagen zu weit formuliert wurden und dann zurückgenommen werden müssen. Die bessere Lösung ist die engere Aussage, nicht das Einschränkungswort.

Abgrenzung zu immerhin

Immerhin räumt ein und wertet dabei positiv: „Der Effekt war klein, immerhin messbar.“ Allerdings schränkt ein und wertet negativ: „Der Effekt war messbar, allerdings klein.“ Die Reihenfolge dreht sich mit der Wertung.

In Diskussionsteilen ist die Wahl deshalb eine Entscheidung über die eigene Einschätzung und keine Stilfrage. Alle bearbeiteten Wörter stehen in der Übersicht Synonyme.

In Geschäftsbriefen dient allerdings häufig als höfliche Einleitung einer Absage: „Ihr Anliegen ist nachvollziehbar, allerdings ...“ Die Formel ist so verbreitet, dass Lesende nach dem Wort den Einwand erwarten. Wer zustimmen will, sollte es deshalb meiden, weil es eine Ablehnung ankuendigt, die dann ausbleibt.

Zu unterscheiden ist allerdings schließlich von allemal, das trotz ähnlichen Klangs etwas anderes bedeutet, nämlich auf jeden Fall. „Das ist allemal besser“ heißt in jedem Fall besser und schraenkt gerade nicht ein. Die Verwechslung kommt in gesprochener Sprache vor und wandert von dort in Transkripte.

In der Werbung und in Angeboten ist allerdings ein Warnwort, weil es die vorangegangene Aussage relativiert. Wer ein Produkt beschreibt und dann allerdings schreibt, kuendigt eine Einschränkung an, die Kundinnen und Kunden aufmerksam lesen. In Verbraucherinformationen ist das gewuenscht, in Werbetexten selten.

Zu unterscheiden ist allerdings außerdem von andererseits, das einen zweiten Gesichtspunkt einführt und ein einerseits verlangt. Wer andererseits ohne einerseits schreibt, hinterlaesst eine offene Erwartung. Allerdings steht dagegen für sich und braucht keine Entsprechung im Satz davor.

In Zusammenfassungen ist allerdings nützlich, um eine Einschränkung zu nennen, ohne das Ergebnis zu entwerten: „Die Maßnahme wirkte, allerdings nur in der juengeren Teilgruppe.“ Der Satz haelt beides fest und überlässt die Gewichtung der Leserin, was in Abstracts die uebliche Form ist.

Was bedeutet allerdings als Antwort?

Ein nachdrückliches Ja. Auf die Frage „War es teuer?“ heißt „Allerdings!“ ausdrücklich Zustimmung, nicht Einschränkung.

Steht nach allerdings ein Komma?

Nein. Allerdings ist ein Adverb und besetzt das erste Satzfeld, danach folgt direkt das gebeugte Verb. Vor einem zweiten Hauptsatz steht ein Komma.

Woher kommt das Wort allerdings?

Aus dem Genitiv Plural aller Dinge, ursprünglich in jeder Hinsicht. Daraus erklärt sich die bekräftigende Bedeutung; die einschränkende ist die jüngere.

Was fasst „Allerdings Synonym: einschränken oder bekräftigen“ zusammen?

In „Allerdings Synonym: einschränken oder bekräftigen“ werden die zentralen Punkte gebündelt.

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