Interviews nach Transkriptionsregeln verschriftlichen
Vom Audio zum auswertbaren Text
Transkriptionsregeln legen fest, wie du ein Interview vom Audio in Text überführst. Diese Anleitung zeigt die gängigen Transkriptionssysteme, die wichtigsten Regeln und wie genau du für eine qualitative Auswertung transkribieren musst.
Wozu Transkriptionsregeln dienen
Transkriptionsregeln sorgen dafür, dass aus einer Audioaufnahme ein einheitlicher, auswertbarer Text wird. Sie legen fest, wie du Pausen, Betonungen, Abbrüche oder Dialekt behandelst. Ohne feste Regeln wird die Verschriftlichung uneinheitlich und die spätere qualitative Inhaltsanalyse angreifbar.
Gängige Transkriptionssysteme
Verbreitet sind zwei Genauigkeitsstufen. Das einfache Transkript (etwa nach Dresing/Pehl) glättet Sprache leicht, lässt Dialekt in Standarddeutsch übersetzen und eignet sich für inhaltliche Analysen. Das komplexe System (etwa GAT 2) erfasst Betonung, Überlappungen und Lautstärke und ist für gesprächsanalytische Fragestellungen nötig. Für Bachelorarbeiten reicht meist das einfache System.
Die wichtigsten Regeln
Typische Konventionen im einfachen Transkript:
- wörtlich transkribieren, aber Wortverschleifungen leicht glätten (hamma → haben wir)
- Sprecher eindeutig kennzeichnen (I für Interviewer, B für Befragten)
- Pausen mit (.) für kurz bis (…) für länger markieren
- unverständliche Stellen als (unv.) kennzeichnen
- nichtsprachliche Ereignisse in Klammern: (lacht)
- Anonymisierung von Namen und Orten
Wie genau muss man transkribieren?
Die nötige Genauigkeit richtet sich nach der Auswertungsmethode: Für eine inhaltliche Analyse zählt der Wortlaut, nicht jede Pause – das einfache System genügt. Für Konversations- oder Diskursanalysen brauchst du das komplexe System. Wähle die Regeln vor dem Transkribieren und dokumentiere sie im Methodenteil, damit die Verschriftlichung nachvollziehbar ist.
Von der Transkription zur Auswertung
Das fertige Transkript ist die Grundlage der Auswertung und des Zitierens. Wie du daraus korrekt zitierst und Aussagen belegst, zeigt Interview zitieren und transkribieren. Achte darauf, jede Zeile durchzunummerieren – so kannst du im Analyseteil präzise auf Fundstellen verweisen. Mit klaren Transkriptionsregeln lassen sich Interviews nachvollziehbar und richtig verschriftlichen.
Mehr zur Methodik: Likert-Skala und qualitativ oder quantitativ. Alle Verfahren bündelt der Methodik-Hub. Den Methodenteil deiner Arbeit prüft ein Korrekturlesen.