Eine empirische Arbeit schreiben und sicher aufbauen

Was eine empirische Arbeit von der Literaturarbeit unterscheidet

Lesezeit ca. 7 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Eine empirische Arbeit stützt ihre Aussagen nicht allein auf vorhandene Literatur, sondern auf systematisch ausgewertete Daten aus Befragungen, Experimenten oder Beobachtungen. Diese Daten können selbst erhoben oder als vorhandene Sekundärdaten übernommen werden. Genau das macht sie für viele Studierende reizvoll und zugleich anspruchsvoll, denn zur Theorie kommt ein Forschungsteil hinzu, der sorgfältig geplant und durchgeführt werden muss. Wer empirisch forschen will, folgt einer bewährten Kette: Aus einem Thema entsteht eine präzise Forschungsfrage, aus der je nach Erkenntnisziel und Forschungsdesign Hypothesen abgeleitet oder offene Leitfragen formuliert werden. Diese werden mit einer passenden Methode untersucht, die Daten ausgewertet und anschließend diskutiert. Dieser Ratgeber zeigt dir den logischen Aufbau, erklärt jeden Baustein und macht das Ganze anhand eines konkreten Beispiels nachvollziehbar.

So gelingt der Einstieg: Wir zeigen, wie du den Methodenteil sicher aufbauen und die einzelnen Kapitel zügig schreiben kannst.

Bedeutung von empirischem Forschen

Empirisch heißt, dass deine Ergebnisse auf systematisch ausgewerteten Daten beruhen, die du selbst erhebst oder als vorhandene Sekundärdaten übernimmst. Statt nur Positionen aus Büchern gegenüberzustellen, untersuchst du damit eine klar umrissene Annahme oder Fragestellung. Das unterscheidet eine empirische Arbeit grundlegend von einer reinen Literaturarbeit.

Man trennt üblicherweise quantitative Ansätze, die mit Zahlen und Statistik arbeiten, von qualitativen Ansätzen, die Bedeutungen und Muster in Interviews oder Beobachtungen herausarbeiten. Beide gehören zur empirischen Forschung und sind gleichwertig, sofern sie zur Fragestellung passen. Für ein gelungenes Ergebnis ist entscheidend, dass Theorie und eigener Datenteil ineinandergreifen und nicht beziehungslos nebeneinanderstehen. Die Wahl zwischen quantitativ und qualitativ triffst du nicht nach Geschmack, sondern danach, ob deine Frage auf Zahlen und Verallgemeinerung oder auf Tiefe und Verstehen zielt.

empirische Arbeit
empirische Arbeit im Überblick.

Forschungsfrage und Hypothesen formulieren

Zunächst definierst du eine präzise, beantwortbare und nicht zu weit gefasste Forschungsfrage. Daraus leitest du bei hypothesenprüfenden Forschungsdesigns Hypothesen ab, also überprüfbare Annahmen über Zusammenhänge, beispielsweise dass ältere Kundinnen eine Marke anders bewerten als jüngere.

Solche Hypothesen müssen klar formuliert sein und sich anhand deiner Daten bestätigen oder widerlegen lassen. Sie sollten sich direkt aus der Theorie und dem Forschungsstand ergeben und nicht willkürlich wirken. In explorativen oder qualitativen Projekten können offene Leitfragen im Verlauf verfeinert werden. Dieser Schritt bildet das Fundament für den gesamten weiteren Aufbau. Ergänze jede Hypothese um die Gegenannahme, damit klar wird, was ein Ergebnis tatsächlich bestätigt oder widerlegt.

So ist eine empirische Arbeit aufgebaut

Der Aufbau folgt einer klaren Logik, die den Forschungsprozess abbildet. Bewährt hat sich diese Reihenfolge:

  • Einleitung: Problem, Ziel und Forschungsfrage
  • Theoretischer Rahmen und aktueller Stand der Forschung
  • Methodik: Forschungsdesign, Stichprobe und Erhebungsinstrument
  • Ergebnisse: sachliche Darstellung der ausgewerteten Daten
  • Diskussion: Bezug zur Theorie, Limitationen und Fazit

Diese Gliederung stellt sicher, dass jede empirische Arbeit einem roten Faden folgt: Die in der Einleitung formulierte Frage wird im Ergebnisteil beantwortet und in der Diskussion eingeordnet. Die Trennung von Ergebnissen und Interpretation ist dabei wichtig, denn im Ergebnisteil berichtest du ausschließlich, was die Daten zeigen, ohne sie bereits zu deuten. Die Bewertung und Einordnung deiner Befunde erfolgt anschließend gebündelt in der Diskussion, in der du sie mit dem Forschungsstand verknüpfst.

Methodik und Datenerhebung konzipieren

Als Kernbestandteil muss die Methodik so nachvollziehbar beschrieben werden, dass andere die Untersuchung nachvollziehen können. In diesem Abschnitt legst du das Forschungsdesign fest, definierst die Stichprobe und entwickelst das Erhebungsinstrument, beispielsweise einen Fragebogen oder einen Interviewleitfaden.

Ein solides methodisches Vorgehen begründet alle Entscheidungen: die Wahl der Methode, die Größe der Stichprobe und die konkreten Fragen. Für eine Abschlussarbeit ist es sinnvoll, das passende Forschungsdesign der Bachelorarbeit zu prüfen, um Erhebung und Auswertung von Anfang an aufeinander abzustimmen. Ein Pretest deckt zudem Schwächen im Instrument auf, bevor die eigentliche Erhebung beginnt. Dokumentiere außerdem den Umgang mit Ausfällen und fehlenden Antworten, damit die Stichprobe belastbar bleibt und die Auswertung nicht an vermeidbaren Lücken scheitert.

empirische Arbeit

Datenanalyse und Diskussion

Nach der Erhebung analysierst du die Daten mit der festgelegten Methode. Quantitative Daten bereitest du für die statistische Analyse auf und codierst sie gegebenenfalls. Qualitative Daten transkribierst du je nach Material und wertest sie mit einem passenden Analyseverfahren aus. Entscheidend ist, dass die Auswertung stimmig auf die zuvor definierten Hypothesen oder Leitfragen abgestimmt ist.

In der Diskussion ordnest du deine Ergebnisse in die Theorie ein: Bestätigen sie den Forschungsstand oder stehen sie zu ihm im Widerspruch? Benenne dabei die Grenzen deiner Untersuchung offen. Eine überzeugende empirische Arbeit reflektiert ihre eigenen Schwächen, anstatt sie zu verschweigen. Ein kurzer Ausblick auf weiterführende Fragen schließt den Abschnitt ab und zeigt, dass du den größeren Zusammenhang im Blick hast. Lies nicht mehr aus den Daten heraus, als sie hergeben, denn eine vorsichtige, klar belegte Aussage überzeugt eine Prüferin weit mehr als eine gewagte Verallgemeinerung.

Beispiel für eine empirische Arbeit

An einem Beispiel wird der rote Faden deutlich: Die Forschungsfrage lautet, ob sich die Arbeitszufriedenheit von Beschäftigten im Homeoffice von der Arbeitszufriedenheit Beschäftigter ohne Homeoffice unterscheidet. Die Hypothese besagt, dass sich die beiden Gruppen in ihrer Arbeitszufriedenheit unterscheiden. Dafür befragst du 120 Angestellte per Online-Fragebogen, wertest die Skalen statistisch aus und vergleichst die beiden Gruppen.

Ergibt die vorher festgelegte statistische Prüfung einen Unterschied, stützt dies die Hypothese, dass sich die Gruppen in ihrer Arbeitszufriedenheit unterscheiden. Mögliche Ursachen kannst du aus diesem Gruppenvergleich nicht ableiten. Bleibt der Unterschied aus, wird die Hypothese nicht gestützt und du suchst nach Erklärungen. So entsteht eine empirische Arbeit, die zu einer echten Erkenntnis führt. Die nachvollziehbare Verbindung von Fragestellung und Daten unterscheidet eine starke Untersuchung von einer bloßen Materialsammlung. Achte im Beispiel darauf, dass jeder Schritt zum vorherigen passt: Die Frage bestimmt die Hypothese, die Hypothese bestimmt die Methode und die Methode bestimmt die Auswertung. So entsteht am Ende ein geschlossener Argumentationsbogen.

Hier findest du weitere Informationen zum empirischen Arbeiten: empirische Forschung, methodisches Vorgehen und Forschungsdesign.

Vor der Abgabe deiner Untersuchung stellt das Korrekturlesen und Lektorat sicher, dass Argumentation und Sprache deiner Arbeit auf Prüfungsniveau überzeugen.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zu einer Literaturarbeit?

Eine Literaturarbeit stützt sich ausschließlich auf vorhandene Quellen, während eine empirische Arbeit Daten systematisch auswertet, die sie durch Befragungen, Experimente oder Beobachtungen selbst erhebt oder als vorhandene Sekundärdaten übernimmt.

Wie finde ich eine gute Forschungsfrage?

Grenze dein Thema so weit ein, dass die Fragestellung präzise ist und mit deinen Mitteln beantwortet werden kann. Sie sollte sich aus dem Forschungsstand ergeben und einen klaren Zusammenhang oder ein konkretes Phänomen in den Blick nehmen.

Brauche ich immer Hypothesen?

Ob du Hypothesen formulierst oder mit offenen Leitfragen arbeitest, hängt vom Erkenntnisziel und Forschungsdesign ab. Bei hypothesenprüfenden Studien müssen Hypothesen überprüfbar sein. Entscheidend ist, dass die Fragestellung zur gewählten Methode passt.

Wie ist der typische Aufbau gegliedert?

Auf Einleitung und theoretischen Rahmen folgen Methodik, Ergebnisse sowie Diskussion und Fazit. Dieser Aufbau bildet den Forschungsprozess ab und trennt die Ergebnisdarstellung klar von ihrer Interpretation.

Wie lange dauert die Erhebung und Auswertung?

Die Dauer hängt stark von Methode und Stichprobe ab. Plane ausreichend Puffer ein, denn Fragebogenversand, Rücklaufzeiten und Auswertung dauern meist länger als erwartet. Ein frühzeitiger Pretest spart später Zeit.

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