Empirische Forschung

Empirische Forschung – Definition, Methoden, Vorgehen

Lesezeit ca. 5 Min. · zuletzt aktualisiert: 26. April 2026 · alle Methoden

Empirische Forschung bedeutet: Du erhebst eigene Daten und wertest sie systematisch aus. Das Gegenteil ist die Literaturarbeit, die mit bereits publizierten Daten arbeitet. In der Bachelor- und Masterarbeit ist die empirische Arbeit oft die anspruchsvollere Variante – sie setzt eigene Datenerhebung, methodisches Wissen und Auswertungssoftware voraus. Wir zeigen dir, was empirische Forschung umfasst, welche Methoden zählen und worauf du achten solltest.

Definition

Empirisch (von griechisch „empeiría" = Erfahrung) bedeutet: auf Erfahrung basiert, durch Beobachtung gewonnen. Eine empirische Studie sammelt eigene Daten, analysiert sie und zieht Schlüsse. Im Gegensatz zur reinen Theoriearbeit, die nur mit publizierter Literatur arbeitet.

Empirische Methoden im Überblick

Quantitativ vs. qualitativ

Empirische Forschung kann quantitativ (Zahlen, Statistik) oder qualitativ (Texte, Interpretation) sein. Mehr im Methodik-Hub.

Standard-Vorgehen einer empirischen Bachelorarbeit

  1. Forschungsfrage formulieren.
  2. Literaturrecherche und theoretischer Hintergrund.
  3. Hypothesen oder Forschungsfragen ableiten.
  4. Methodisches Vorgehen planen.
  5. Datenerhebung durchführen.
  6. Daten auswerten.
  7. Ergebnisse darstellen.
  8. Diskussion und Fazit.

Vor- und Nachteile gegenüber Literaturarbeit

Datenschutz und Ethik

Bei empirischer Forschung mit Personen brauchst du DSGVO-konforme Einwilligung, ggf. Anonymisierung, sichere Datenspeicherung. Bei sensiblen Themen oder vulnerablen Gruppen oft auch ein Ethikvotum. Schau in den Vorgaben deines Lehrstuhls.

Häufige Fehler

Mehr typische Stolperfallen findest du in unserem Beitrag zu häufigen Fehlern in Bachelorarbeit und Masterarbeit. Bei der Endkorrektur prüfen wir im professionellen Lektorat auch die methodische Konsistenz.

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Häufige Fragen zur empirischen Forschung

Muss ich für die Bachelorarbeit empirisch arbeiten?

Nein, eine reine Literaturarbeit ist auch möglich – wenn dein Lehrstuhl das akzeptiert. Empirische Arbeiten gelten oft als anspruchsvoller, sind aber nicht automatisch besser bewertet.

Was ist eine empirische Bachelorarbeit kürzer?

Nein – Empirie ersetzt nicht den Theorie-Teil. Eine empirische Bachelorarbeit hat zusätzlich Methodik und Ergebnisteil, ist also tendenziell länger oder dichter.

Wie viel Theorie brauche ich in einer empirischen Arbeit?

Etwa 30–40 % der Gesamtlänge. Der Theorie-Teil rahmt deine Untersuchung – ohne theoretische Einbettung wirken die empirischen Befunde lose.

Brauche ich für jede empirische Arbeit einen Ethikantrag?

An vielen Hochschulen ja, vor allem in Psychologie und Medizin. Bei einfachen Online-Befragungen mit Studierenden oft nicht. Schau im Lehrstuhl-Leitfaden – das Verfahren dauert mehrere Wochen, plane es früh ein.

Kann ich Sekundärdaten nutzen, die andere erhoben haben?

Ja, das gilt auch als empirische Arbeit – „Sekundärdatenanalyse". Datensätze wie ALLBUS, SOEP, PISA, OECD sind frei zugänglich und perfekt für Bachelorarbeiten ohne eigene Erhebung. Methodisch musst du genauso sauber arbeiten wie bei eigener Datenerhebung.