Interview zitieren: vom Transkript zum sauberen Beleg
Eigene Interviews einbinden – Transkription, Anhang, Verweis
Ein selbst geführtes Interview ist Gold für jede empirische Arbeit — aber nur, wenn es sauber dokumentiert ist: transkribiert, im Anhang abgelegt und im Text korrekt belegt. Hier steht, wie du vom Audiomitschnitt zum zitierfähigen Transkript kommst und wie der Beleg für eigene und veröffentlichte Interviews aussieht.
Schritt 1: Transkribieren mit festen Regeln
Vor dem Zitieren steht das Transkript. Lege dich auf ein Regelwerk fest und nenne es im Methodikteil: Die einfache (geglättete) Transkription entfernt „ähs" und Dialekt und eignet sich für Inhaltsanalysen; die erweiterte hält Pausen, Betonungen und Abbrüche fest und ist Standard, wenn die Sprache selbst untersucht wird. Zeilennummern oder Absatznummern sind Pflicht — sie machen Fundstellen zitierbar.

Schritt 2: Transkript in den Anhang
Eigene Interviews sind unveröffentlichtes Material — sie gehören vollständig in den Anhang der Arbeit, je nach Vorgabe anonymisiert (etwa „Interview B3, Projektleiterin"). Prüfer wollen nachvollziehen können, worauf sich jedes Zitat stützt. Kläre mit den Befragten schriftlich, dass du ihre Aussagen verwenden darfst — Stichwort Einverständniserklärung.
Schritt 3: im Text zitieren mit Anhang-Verweis
Der Beleg zeigt auf dein Transkript samt Fundstelle:
Wörtlich: „Wir haben das Projekt zweimal neu aufgesetzt" (Interview B3, Anhang 2, Z. 45–46).
Sinngemäß: Die Projektleitung beschreibt zwei Neustarts (vgl. Interview B3, Anhang 2, Z. 45–48).
Ob eigene Interviews zusätzlich ins Literaturverzeichnis gehören, regeln die Stile unterschiedlich — APA verzichtet meist darauf, deutsche Lehrstühle führen oft ein eigenes Verzeichnis der Gespräche. Die Vorgabe deines Betreuers schlägt jede allgemeine Regel; die Grundlagen stehen unter Quellenangabe richtig zitieren.

Veröffentlichte Interviews: ganz normale Quellen
Ein Interview aus Zeitschrift, Podcast oder Fernsehen zitierst du wie jede publizierte Quelle — mit dem Interviewten als Urheber, dem Medium und dem Datum. Wie du das Interview selbst methodisch sauber führst, von Leitfaden bis Aufnahmetechnik, zeigt der Ratgeber Interviews.
Der Feinschliff: Transkript und Text aus einem Guss
Transkripte stecken voller O-Ton — der Fließtext dagegen muss wissenschaftlich formuliert sein, und jedes Zitat exakt mit dem Anhang übereinstimmen. Die Korrektoren prüfen beides in einem Durchgang: Sprache der Arbeit und Konsistenz der Interview-Belege, auf Wunsch inklusive Zitierkorrektur für alle übrigen Quellen. Damit geht der Weg vom Rohtranskript zum sauberen Beleg reibungslos, so wie es sein soll.