ebd. richtig zitieren: die Regeln für „ebenda“
Der kleine Verweis mit großer Fehlerquote in Fußnoten
Kaum eine Abkürzung spart so viel Schreibarbeit — und produziert so viele Fehler: ebd. steht für „ebenda" und verweist auf die unmittelbar zuvor genannte Quelle. Richtig eingesetzt macht es Fußnoten schlank; falsch eingesetzt zeigt es auf die falsche Quelle. Hier sind die Regeln, die Beispiele und die eine Falle, die fast jeden erwischt.
Die Grundregel: nur direkt hintereinander
ebd. darfst du nur verwenden, wenn der vorherige Beleg — ohne einen anderen dazwischen — dieselbe Quelle nennt. Stammt das neue Zitat von einer anderen Seite, ergänzt du die Seitenzahl:
¹ Müller, T. (2020): Soziologie im Überblick, S. 45.
² Ebd. (= dieselbe Quelle, dieselbe Seite)
³ Ebd., S. 47. (= dieselbe Quelle, andere Seite)
Steht zwischen zwei Nennungen derselben Quelle ein anderer Beleg, ist ebd. tabu — dann brauchst du wieder den Kurzbeleg. Wie Kurz- und Vollbeleg zusammenspielen, erklärt die deutsche Zitierweise.
vgl. ebd.: sinngemäß statt wörtlich
Bei Paraphrasen kombinierst du wie gewohnt mit „vgl.": „Vgl. ebd., S. 12." heißt also „sinngemäß aus derselben Quelle wie eben, Seite 12". Die Logik von wörtlich und sinngemäß bleibt dieselbe wie bei jedem Beleg — ebd. ersetzt nur die Quellenangabe, nie die Kennzeichnung der Zitierart.

Die klassische Falle: Umstellen zerstört die Bezüge
ebd. ist relativ — es zeigt immer auf die Fußnote davor. Verschiebst du beim Überarbeiten einen Absatz, zeigen seine ebd.-Verweise plötzlich auf eine völlig andere Quelle, ohne dass Word warnt. Deshalb gilt: Nach jeder Umstellung alle ebd.-Fußnoten im Umfeld prüfen — oder die Prüfung am Ende systematisch machen lassen, etwa im Rahmen der Zitierkorrektur.

APA und Harvard: hier gibt es kein ebd.
Wichtig für alle mit Kurzbelegen im Text: APA 7 kennt kein ebd. und kein „ibid." — dort wiederholst du schlicht den Kurzbeleg (Müller, 2020). Auch im Harvard-Stil ist ebd. unüblich. Die Abkürzung gehört fast ausschließlich zur deutschen Zitierweise mit Fußnoten; welche Konvention für dich gilt, zeigt der Überblick der Zitierweisen.
Checkliste vor der Abgabe
Drei Fragen pro ebd.-Fußnote: Steht direkt davor wirklich dieselbe Quelle? Stimmt die Seitenzahl? Ist die Zitierart (mit oder ohne vgl.) korrekt gekennzeichnet? Wer beim Überarbeiten viel umgestellt hat, sollte zusätzlich jede Kette von ebd.-Verweisen bis zu ihrem Vollbeleg zurückverfolgen — genau dabei helfen die Korrektoren. So weißt du am Ende genau, wann ein ebd. erlaubt ist und wie du es richtig zitieren kannst.