APA, Harvard und deutsche Zitierweise unterscheiden
Wie der Beleg im Text aussieht und wann welche Weise üblich ist
Alle drei leisten dasselbe: Sie machen nachvollziehbar, woher eine Aussage stammt. Sie unterscheiden sich darin, wo der Beleg steht und wie viel davon im Fließtext sichtbar wird. Die Wahl triffst du selten frei, meistens gibt sie dein Fach oder dein Lehrstuhl vor.
Der Unterschied in einer Zeile
Die deutsche Zitierweise setzt den Beleg in eine Fußnote, die amerikanische Variante direkt in den Satz. APA und Harvard gehören beide zur zweiten Gruppe und unterscheiden sich vor allem in Details der Zeichensetzung und im Literaturverzeichnis.
Für den Lesefluss heißt das: Fußnoten halten den Fließtext frei, verlangen aber einen Blick nach unten. Belege im Text sind sofort da, unterbrechen den Satz aber sichtbar. Beides ist üblich, keines ist besser.

Wann welche Weise üblich ist
Rechtswissenschaft und Geschichte arbeiten überwiegend mit Fußnoten, weil dort neben der Quelle oft eine inhaltliche Anmerkung steht. Psychologie und Erziehungswissenschaft folgen meist APA, Wirtschaft und Sozialwissenschaften häufig Harvard.
Verbindlich ist immer das Merkblatt deines Lehrstuhls, nicht die Fachtradition. Wo es keine Vorgabe gibt, wähle eine Weise und ziehe sie ohne Ausnahme durch. Genau daran scheitern Arbeiten häufiger als an der Wahl selbst.
Was in allen drei Fällen gleich bleibt
Jede fremde Aussage braucht einen Beleg, egal ob wörtlich oder sinngemäß. Jede im Text zitierte Quelle steht im Literaturverzeichnis, und jeder Eintrag im Verzeichnis kommt im Text vor. Seitenangaben gehören zu wörtlichen Zitaten immer dazu.
Auch die Regeln für Sekundärzitate sind überall dieselbe Empfehlung: Lies das Original. Ist es nicht zugänglich, kennzeichne die Fundstelle und weise die Quelle aus, aus der du übernommen hast.
Im Vergleich der drei Weisen ist das der wichtigste Punkt: Sie unterscheiden sich in der Form des Belegs, nicht in der Pflicht zu belegen. Wer meint, mit einer bestimmten Weise weniger nachweisen zu müssen, hat sie missverstanden.

Die Fehler, die in jeder Zitierweise auffallen
Uneinheitliche Handhabung innerhalb einer Arbeit ist der häufigste Befund: mal mit Seitenangabe, mal ohne, mal mit Komma, mal ohne, im Verzeichnis mal ausgeschriebene Vornamen und mal Initialen.
Dazu kommen Verweise auf Quellen, die im Verzeichnis fehlen, und Einträge im Verzeichnis, die im Text nie vorkommen. Beides prüfen wir im Lektorat systematisch und melden es mit Fundstelle. Weiterführend: Übersicht der Zitierweisen, APA im Detail und Harvard im Detail.
Wie du dir die Umstellung ersparst
Wer erst im dritten Kapitel merkt, dass die falsche Weise verwendet wurde, hat einen langen Abend vor sich. Kläre die Vorgabe vor dem ersten Absatz und lege sie im Literaturverwaltungsprogramm einmal fest.
Wechselst du später doch, ändere die Einstellung im Programm und lass die Belege neu erzeugen, statt von Hand nachzuziehen. Handarbeit erzeugt genau die Uneinheitlichkeit, die am Ende auffällt.
Zwei Stellen brauchen trotzdem Handarbeit: Quellen ohne Autor und Quellen ohne Jahr. Beide werden von Verwaltungsprogrammen unterschiedlich behandelt, und beide tauchen in fast jeder Arbeit auf, etwa bei Gesetzestexten, Normen und Seiten von Behörden. Lege für diese Fälle einmal eine Schreibweise fest und halte sie durch.