Abbildungen richtig zitieren und beschriften

Eigene Darstellung, in Anlehnung an, direkt übernommen: die Regeln

Lesezeit ca. 4 Min. · aktualisiert: 3. Juli 2026

Jede Grafik in deiner Arbeit braucht zwei Dinge: eine nummerierte Beschriftung und eine Quellenangabe direkt darunter — auch dann, wenn du sie selbst erstellt hast. Wer Abbildungen zitieren nach diesem Schema beherrscht, vermeidet eine der häufigsten Formrügen in Gutachten. Die Regeln samt Formulierungen im Überblick.

Das Grundschema: Nummer, Titel, Quelle

Über oder unter der Grafik steht „Abbildung 1: aussagekräftiger Titel", direkt darunter die Quellenzeile. Tabellen laufen in eigener Zählung („Tabelle 1"). Drei Fälle entscheiden über die Formulierung der Quellenzeile:

Direkt übernommen: Quelle: Müller (2020), S. 34.

Verändert übernommen: Quelle: in Anlehnung an Müller (2020), S. 34.

Selbst erstellt: Quelle: eigene Darstellung. (bei eigenen Daten: „eigene Darstellung auf Basis von …")

Abbildungen zitieren: Beschriftung mit Nummer, Titel und Quellenzeile am Beispiel

Im Text verankern und ins Verzeichnis aufnehmen

Jede Abbildung braucht einen Verweis im Fließtext („siehe Abbildung 1") — Grafiken ohne Textbezug wirken wie Dekoration und werden von Prüfern moniert. Zusätzlich erscheint jede Abbildung mit Nummer, Titel und Seitenzahl im Abbildungsverzeichnis; wie das sauber aufgebaut wird, zeigt das Abbildungs- und Tabellenverzeichnis.

Die Quelle gehört auch ins Literaturverzeichnis

Die Quellenzeile unter der Grafik ist ein Kurzbeleg — die vollständige Angabe steht wie bei jedem Zitat im Literaturverzeichnis. Nach APA bekommt die Abbildung zusätzlich eine „Anmerkung" unter der Grafik mit der vollständigen Copyright-Angabe; die Details regelt die APA-Anleitung.

Abbildungen zitieren: drei Faelle direkt uebernommen, in Anlehnung, eigene Darstellung

Urheberrecht: zitieren ja, schmücken nein

Fremde Grafiken darfst du im Rahmen des Zitatrechts übernehmen, wenn du dich inhaltlich mit ihnen auseinandersetzt und die Quelle nennst. Reine Zierbilder ohne inhaltlichen Bezug sind dagegen urheberrechtlich heikel — im Zweifel weglassen oder selbst nachbauen und „in Anlehnung an" kennzeichnen. Bei Fotos und Stockmaterial gelten die Lizenzbedingungen des Anbieters.

Endkontrolle: Konsistenz über die ganze Arbeit

Vor der Abgabe prüfst du: durchgängige Nummerierung, jeder Textverweis zeigt auf die richtige Nummer, jede Quellenzeile hat ihr Pendant im Literaturverzeichnis, Verzeichnis-Seitenzahlen stimmen. Diese Fleißkontrolle übernimmt auf Wunsch das Formales Lektorat — zusammen mit allen anderen Verzeichnissen. So lässt sich jede Grafik richtig beschriften und belegen.

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Häufige Fragen zum Abbildungen zitieren

Muss ich „eigene Darstellung“ wirklich angeben?

Ja — die Quellenzeile ist bei jeder Abbildung Pflicht. „Eigene Darstellung“ stellt klar, dass Idee und Umsetzung von dir stammen.

Was bedeutet „in Anlehnung an“?

Du hast eine fremde Grafik verändert nachgebaut — vereinfacht, übersetzt, ergänzt. Die Grundidee stammt von der Quelle, die Umsetzung von dir.

Kommt die Abbildungsquelle ins Literaturverzeichnis?

Ja, die Zeile unter der Grafik ist nur der Kurzbeleg — die vollständige Quellenangabe steht im Literaturverzeichnis wie bei jedem anderen Zitat.

Wo steht die Beschriftung – über oder unter der Abbildung?

Üblich sind Abbildungstitel unter der Grafik und Tabellentitel darüber; APA setzt beide Titel oben. Entscheidend ist die Vorgabe deines Lehrstuhls und Einheitlichkeit.

Darf ich Grafiken aus dem Internet übernehmen?

Im Rahmen des Zitatrechts ja — mit inhaltlicher Auseinandersetzung und sauberer Quellenangabe. Reine Deko-Bilder ohne Bezug zum Text sind riskant.

Zählen Abbildungen bei der Plagiatsprüfung?

Übernommene Grafiken ohne Quellenangabe gelten als Bild-Plagiat — auch nachgebaute. Details zeigt der Beitrag Bild- und Tabellen-Plagiat.

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