Bild- und Tabellenplagiat in der Bachelor- und Masterarbeit

Wo ein Bild- und Tabellenplagiat typischerweise entsteht

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 11. Juli 2026 · zurück zum Blog

Von einem Bild- und Tabellenplagiat spricht man, wenn Grafiken, Diagramme oder Tabellen aus fremder Quelle ohne angemessene Quellenangabe in die eigene Arbeit übernommen werden. Dieser Fall wird gern unterschätzt, obwohl für visuelle Elemente ebenfalls Zitier- und Dokumentationspflichten gelten können. Diese Seite zeigt dir, woran du ein Bild- und Tabellenplagiat wissenschaftlich erkennen kannst und wie du es vermeiden kannst.

Merkmale eines Bild- und Tabellenplagiats

Von einem Bild- und Tabellenplagiat ist die Rede, wenn Grafiken, Diagramme oder Tabellen aus fremden Quellen in eine wissenschaftliche Arbeit eingefügt werden, ohne ihre Herkunft angemessen anzugeben. Viele Studierende unterschätzen dies, weil sie die Zitierpflicht fälschlicherweise nur auf Fließtext beziehen. Für visuelle Elemente sollten Herkunft und gegebenenfalls Bearbeitung nach den Vorgaben der Hochschule kenntlich gemacht werden.

Häufig wird ein unkommentierter Screenshot aus einem Lehrbuch oder einer Website in die Arbeit übernommen. Wer die Plagiatuntertypen kennt, findet dafür unterschiedliche Einordnungen; entscheidend bleibt die fehlende oder unzureichende Quellenangabe.

Bild- und Tabellenplagiat in der Bachelor- und Masterarbeit
Bild- und Tabellenplagiat in der Bachelor- und Masterarbeit im Überblick.

Praktische Beispiele

Eine Tabelle aus einem Lehrbuch unverändert zu übernehmen und lediglich ihr Layout an die eigene Arbeit anzupassen, kann wissenschaftlich problematisch sein, auch wenn die Zellen ausschließlich Zahlenwerte enthalten. Entsprechendes gilt, wenn ein Diagramm aus einem Geschäftsbericht nachgezeichnet wird, Datenstruktur und Aussage übernommen werden und die Quelle nicht genannt ist.

Ein drittes Muster zeigt sich, wenn ein Screenshot aus einem Blog mit einer eigenen Überschrift versehen wird, während das Original nirgendwo erwähnt wird. Programme wie die Plagiatssoftware PlagAware gleichen maschinenlesbare Textteile mit einem Index ab. Ob Text in Tabellen oder Screenshots erfasst wird, hängt jedoch vom Dokument und von der eingesetzten Prüfung ab.

Konsequenzen und Risiken

Die Folgen eines Bild- und Tabellenplagiats werden oft unterschätzt. Nach den jeweiligen Prüfungsordnungen kann eine nicht belegte Übernahme als Täuschungsversuch bewertet werden, ähnlich wie ein Copy-Paste Plagiat. In einer Bachelorarbeit kann dies zu einer Notenabwertung oder dem Nicht-Bestehen führen; bei einer Doktorarbeit kann wissenschaftliches Fehlverhalten unter den rechtlichen Voraussetzungen auch die Aberkennung des Titels nach sich ziehen.

Zudem kann das Urheberrecht betroffen sein: Bilder und Grafiken können nach dem UrhG geschützt sein, sodass Rechteinhaber zivilrechtlich vorgehen können. Die Plagiatsanalyse in einem Plagiatsbericht kann Textübereinstimmungen als Treffer ausweisen. Ob Tabelleninhalte erkannt werden, hängt vom Dokument und vom jeweiligen Prüfverfahren ab.

Bild- und Tabellenplagiat in der Bachelor- und Masterarbeit

Vorbeugung und Grenzen der Prüfung

Die Vorbeugung beginnt mit einer simplen Regel: Unter jede Grafik und jede Tabelle gehört direkt eine Quellangabe. Übliches Format: „Quelle: Autor (Jahr), S. xx" oder „Eigene Darstellung in Anlehnung an Autor (Jahr)". Bei „eigener Darstellung" muss die Grafik auch wirklich selbst entworfen worden sein, sonst bleibt es ein Bild- und Tabellenplagiat. Ein Plagiatchecker oder Plagiatscanner vor der Abgabe zeigt dir jeden Tabellen-Treffer als eigens markierten Block. Ein professionelles Bachelorarbeit Korrekturlesen sorgt zusätzlich dafür, dass die Quellangaben unter den Tabellen einheitlich formatiert sind. Auch das Paraphrasieren spielt hinein: Wer eine Tabelle „in Anlehnung an" umbaut, muss diese Anlehnung ausweisen, andernfalls entsteht erneut ein Bild- und Tabellenplagiat.

Abgrenzung zu anderen Plagiatsformen

Die Begriffe Strukturplagiat, Ideenplagiat und Vollplagiat werden nicht einheitlich verwendet. Unabhängig von der Einordnung sollten übernommene Tabellen, Grafiken und ihre Datenquellen nachvollziehbar belegt werden. Wer das versehentliche Fremdplagiat vermeiden möchte, dokumentiert die Herkunft jeder verwendeten Grafik in einem Bilder-Quellenverzeichnis.

Noch kurz vor der Abgabe der Bachelor- oder Masterarbeit kann eine zusätzliche Plagiatsprüfung Hinweise auf Textübereinstimmungen liefern. Ob Tabellentexte erfasst werden, hängt vom Dokument und vom Prüfverfahren ab. Bei einer Doktorarbeit kann ein gezieltes Lektorat Dissertation mit Tabellen-Check sinnvoll sein, ebenso im Bedarfsfall eine vertrauliche Doktorarbeits Plagiatsprüfung. Weitere Informationen bietet die Akademie Wissen.

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Bild- und Tabellenplagiat: Vom Prozentwert zur einzelnen Quelle

Ein reiner Prozentwert beim Bild- und Tabellenplagiat gibt nur begrenzt Aufschluss. Wichtig ist der Analyseweg: von der Balkenübersicht über die Quellenkarte bis zum direkten Vergleich mit dem Originaldokument. So kannst du markierte Übereinstimmungen einzeln prüfen, statt dich nur auf eine Zahl zu verlassen.

Bild und Tabellenplagiat: oranger Plagiatsanteil von 14,6 Prozent im Prüfbericht
In der abgebildeten Beispielauswertung beträgt der Wert 14,6 Prozent; 4,0 Prozent entfallen auf Passagen mit einer Ähnlichkeit von mehr als 90 Prozent. Solche Treffer können Anlass sein, die markierten Stellen und ihre Quellenangaben vor der Einreichung zu prüfen.
Bild und Tabellenplagiat: Quellen-Detailkarte mit Ähnlichkeit und Wortzahl
Der Bericht kann zu jeder Quelle den Grad der Ähnlichkeit, die Anzahl der übereinstimmenden Wörter sowie den prozentualen Anteil am Gesamtdokument darstellen.
Bild und Tabellenplagiat: Quellenvergleich, Dokument und Quelle nebeneinander
Im Quellenvergleich werden dein Manuskript und die Vorlage direkt nebeneinander angezeigt; übereinstimmende Passagen sind markiert, damit du jede Übereinstimmung individuell prüfen kannst.

Den vollständigen Überblick gibt der Ratgeber Aussagekraft und Grenzen der Prüfung.

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Leonie Verifiziert10. Jan. 2024

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David Verifiziert6. Feb. 2026

Für die Bachelorarbeit auf Nummer sicher

„korrektur.de hat meine Bachelorarbeit auf Plagiate überprüft. Im PDF-Bericht stand, dass ich zum Glück kein Plagiat hatte, aber besser safe than sorry.“

Ma Ni Verifiziert14. Apr. 2026

Häufige Fragen zum Bild- und Tabellenplagiat

Reicht „Eigene Darstellung" unter einer fremden Tabelle?

Nein. „Eigene Darstellung" bedeutet, dass die Tabelle auch tatsächlich von dir stammt. Sobald Werte aus fremder Quelle einfließen, gehört mindestens der Zusatz „Eigene Darstellung in Anlehnung an Müller (2023), S. 45" darunter, andernfalls bleibt es ein Bild- und Tabellenplagiat.

Sind frei lizenzierte Bilder vom Bild- und Tabellenplagiat ausgenommen?

Creative-Commons-Lizenzen und Gemeinfreiheit betreffen vor allem die urheberrechtliche Nutzung. Für wissenschaftliche Arbeiten können daneben die Zitierregeln der Hochschule gelten. Auch bei einem CC-BY-Bild solltest du die Quelle und die Lizenz nach den einschlägigen Vorgaben angeben.

Erkennen Plagiatsprüfungen tatsächlich Tabellen?

Ob eine Plagiatsprüfung Tabellentexte erkennt, hängt vom Dokument und vom jeweiligen Prüfverfahren ab. Die PlagAware-Dokumentation beschreibt einen Abgleich des aus dem Dokument gelesenen Textes; bei reinen Grafiken ist eine zuverlässige automatische Erkennung nicht allgemein zugesichert.

Muss ich jede selbst erstellte Grafik kennzeichnen?

Eine Kennzeichnung als „Eigene Darstellung“ ist sinnvoll, wenn die Grafik tatsächlich selbst erstellt wurde. Bei fremden Daten oder Vorlagen solltest du deren Quelle und gegebenenfalls die Bearbeitung nach den Vorgaben deiner Hochschule angeben.

Was tun bei einer Tabelle aus einem Geschäftsbericht?

Geschäftsberichte sind veröffentlichte Quellen und werden wie jede andere Quelle zitiert. Wird eine komplette Tabelle daraus ohne Beleg übernommen, ist das ein Bild- und Tabellenplagiat. Besser: die Werte selbst nachvollziehen und „Quelle: Geschäftsbericht XY 2024" angeben.

Wie unterscheidet sich Bild- und Tabellenplagiat vom Zitationsplagiat?

Fehlende oder falsche Quellenangaben im Fließtext werden häufig als Zitationsplagiat bezeichnet. Ein Bild- und Tabellenplagiat betrifft dagegen visuelle Elemente. Ein Ähnlichkeitsbericht liefert Hinweise auf Übereinstimmungen, ersetzt aber keine fachliche Bewertung; siehe dazu Plagiat trotz richtigem Zitat und die Plagiatsquote Grenzwerte.

Wo finde ich Beispiel-Quellangaben für Tabellen?

Orientiere dich am Zitations-Leitfaden deiner Hochschule und an unserer Akademie Wissen. Für den ersten Selbstcheck nutze eine kostenlose Plagiatsprüfung im Vergleich, beachte aber die Grenzen der kostenlosen Plagiatsprüfung bei Tabellen.

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