Amerikanische Zitierweise: Kurzbeleg und Vollbeleg
Amerikanische Zitierweise
Die amerikanische Zitierweise bezeichnet eine Autor-Jahr-Form des Zitierens. Entscheidend ist die Verbindung zwischen dem kurzen Nachweis im Text und dem vollständigen Eintrag im Literaturverzeichnis.
Was bedeutet amerikanische Zitierweise?
Die Autor-Jahr-Zitierweise wird in der Fachquelle mit mehreren Bezeichnungen eingeordnet: Sie heißt dort mitunter amerikanische, Harvard- oder sozialwissenschaftliche Zitierweise. Diese Wörter benennen somit eine Autor-Jahr-Form; aus ihnen folgt kein weltweit einheitliches Regelwerk.
Literaturangaben erscheinen bei dieser Form verkürzt im Fließtext. Die Quelle beschreibt dies als Alternative zu Nachweisen in Fußnoten am Ende einer Seite. Ein kurzer Hinweis im Text wird durch ausführlichere Angaben im Literaturverzeichnis ergänzt.
Bei einem wörtlichen oder sinngemäßen Zitat nennt die Quelle für die APA-Regeln den Namen der Autorin oder des Autors, das Jahr des herangezogenen Textes und gegebenenfalls eine Seite in Klammern. Prüfe für den verwendeten Stil, welche Angaben der Kurzbeleg enthalten soll, und gleiche ihn mit dem Literaturverzeichnis ab.
Die Bezeichnung „amerikanische Zitierweise“ ist daher nicht mit einem einzigen verbindlichen Harvard-Stil gleichzusetzen. Entscheidend ist, die verwendete Autor-Jahr-Form anhand ihrer konkreten Regeln zu prüfen und Kurzbelege sowie Verzeichniseinträge entsprechend zuzuordnen.

Der Kurzbeleg im laufenden Text
Der Kurzbeleg steht im laufenden Text in Klammern. Die Fachquelle nennt dafür bei den APA-Beispielen den Nachnamen, das Erscheinungsjahr und, falls angegeben, die Seite. Für die dort gezeigte Veröffentlichung lautet der Hinweis (Hoerschelmann, 1997, 45).
Der Name verweist auf die Autorin oder den Autor, das Jahr auf den referenzierten Text; eine Seitenangabe kann die verwendete Stelle näher bezeichnen. Der Kurzbeleg wird durch einen ausführlichen Eintrag im Literaturverzeichnis ergänzt.
Zum gezeigten Hinweis gehört folgender Verzeichniseintrag:
Hoerschelmann, C (1997). Exilland Schweiz. Lebensbedingungen und Schicksale österreichischer Flüchtlinge 1938 bis 1945. Veröffentlichungen des Ludwig-Boltzmann-Institutes für Geschichte und Gesellschaft 27. Wien.
Prüfe bei Textnachweis und Verzeichniseintrag, ob Name und Jahr zueinander passen; beziehe eine genannte Seite auf die betreffende Veröffentlichung. Die beschriebene Autor-Jahr-Form verortet Literaturverweise im Text und stellt Fußnoten am Seitenende nicht als notwendigen Bestandteil dieses Kurzbelegs dar.
Vom Kurzbeleg zum vollständigen Eintrag
Der vollständige Literaturverzeichniseintrag löst den Kurzbeleg auf. Die Fachquelle beschreibt für das Literaturverzeichnis umfangreiche Angaben und weist darauf hin, dass diese anders angeordnet sein können als in anderen exemplarischen Zitierregeln. Für die Verbindung mit dem Kurzbeleg sind im vorliegenden Beispiel Autor, Jahr, Titel und weitere bibliografische Angaben sichtbar.
Beim Eintrag zu Claudia Hoerschelmann stehen der Nachname und der abgekürzte Vorname am Anfang. Danach folgt das Erscheinungsjahr in Klammern. Anschließend wird der Titel der Veröffentlichung genannt. Hinzu kommen die sichtbare Bezeichnung der Veröffentlichungsreihe mit ihrer Nummer sowie der Ort Wien. Der Eintrag lautet in der Quelle:
Hoerschelmann, C (1997). Exilland Schweiz. Lebensbedingungen und Schicksale österreichischer Flüchtlinge 1938 bis 1945. Veröffentlichungen des Ludwig-Boltzmann-Institutes für Geschichte und Gesellschaft 27. Wien.
Dieser vollständige Eintrag enthält mehr Informationen als der kurze Nachweis (Hoerschelmann, 1997, 45). Der Kurzbeleg nennt Nachnamen, Jahr und Seite. Der Vollbeleg nennt zusätzlich den Titel sowie die in der Quelle sichtbaren bibliografischen Angaben zur Veröffentlichungsreihe und zum Ort.
Für einen eigenen Text ist eine Abgleichprüfung erforderlich. Ermittle zunächst, welcher vollständige Eintrag zu einem Kurzbeleg gehört. Vergleiche danach Autorname und Jahr. Prüfe anschließend, ob Titel und die nach dem verwendeten Regelwerk verlangten bibliografischen Angaben vollständig und in der vorgesehenen Anordnung erscheinen. Behaupte keine zusätzliche Zeichensetzung oder bestimmte Reihenfolge als allgemeine Harvard-Pflicht, wenn sie nicht aus der konkreten Vorgabe folgt.
Durchgängiges Beispiel mit Hoerschelmann
Das folgende Paar stammt aus derselben Fachquelle und zeigt die Verbindung von Textbeleg und Literaturverzeichnis. Der kurze Nachweis im Text lautet vollständig und unverändert:
(Hoerschelmann, 1997, 45)
Der dazugehörige vollständige Eintrag im Literaturverzeichnis lautet vollständig und unverändert:
Hoerschelmann, C (1997). Exilland Schweiz. Lebensbedingungen und Schicksale österreichischer Flüchtlinge 1938 bis 1945. Veröffentlichungen des Ludwig-Boltzmann-Institutes für Geschichte und Gesellschaft 27. Wien.
Im kurzen Nachweis steht zunächst der Nachname Hoerschelmann. Danach folgt das Erscheinungsjahr 1997. Die Zahl 45 bezeichnet die im Text herangezogene Seite. Der Beleg bleibt dadurch kompakt und steht innerhalb des laufenden Textes.
Der vollständige Eintrag beginnt ebenfalls mit Hoerschelmann und dem Jahr 1997. Danach folgen der vollständige Titel der Veröffentlichung, die sichtbare Angabe zur Veröffentlichungsreihe und der Ort Wien. Dadurch lässt sich der kurze Hinweis aus dem Text einem konkreten Eintrag im Literaturverzeichnis zuordnen.
Ein realistischer Anwendungsschritt sieht so aus: In einem Absatz wird eine Aussage aus Seite 45 der Veröffentlichung verwendet. Direkt an dieser Stelle steht (Hoerschelmann, 1997, 45). Anschließend wird im Literaturverzeichnis der oben wiedergegebene vollständige Eintrag aufgenommen. Bei der Kontrolle werden Nachname und Jahr zwischen beiden Stellen verglichen. Danach wird geprüft, ob die Seitenzahl des Textbelegs auf die verwendete Fundstelle verweist.
Das Beispiel zeigt zugleich, warum Kurzbeleg und Vollbeleg nicht als zwei voneinander unabhängige Angaben behandelt werden sollten. Der Kurzbeleg ist die knappe Textform; der vollständige Eintrag liefert die ausführlichere bibliografische Zuordnung. Beide Teile gehören im Beispiel zu derselben Veröffentlichung von Claudia Hoerschelmann.
Die Darstellung ist kein Beleg dafür, dass jede Hochschule genau diese Zeichensetzung, Abkürzung oder Reihenfolge verlangt. Sie ist ein direkt belegtes Beispiel aus der Fachquelle. Für einen eigenen Text ist deshalb zusätzlich die konkrete Regel der zuständigen Hochschule oder des Instituts zu ermitteln und anschließend einheitlich anzuwenden.

Kurzcheck vor der Abgabe
Prüfe zuerst die Benennung. Wenn du die Form als amerikanische Zitierweise, Harvard-Zitierweise oder sozialwissenschaftliche Zitierweise bezeichnest, ordne sie als gebrauchte Bezeichnung für eine Autor-Jahr-Form ein. Behaupte keinen einzigen verbindlichen Harvard-Stil. Ermittle stattdessen die konkreten Regeln der eigenen Hochschule oder des eigenen Instituts.
Prüfe danach den Kurzbeleg im Text. Suche den Nachnamen der Autorin oder des Autors, das Erscheinungsjahr und gegebenenfalls die Seitenangabe. Vergleiche die Angaben mit der verwendeten Veröffentlichung. Beim Hoerschelmann-Beispiel lautet der Nachweis (Hoerschelmann, 1997, 45).
Prüfe anschließend den vollständigen Eintrag im Literaturverzeichnis. Stelle fest, ob der passende Autorname, das Jahr, der Titel und die in der Quelle sichtbaren bibliografischen Angaben vorhanden sind. Beim Hoerschelmann-Beispiel ist der Eintrag mit der Veröffentlichungsreihe und dem Ort Wien zu vergleichen.
Prüfe die Zuordnung. Jeder kontrollierte Kurzbeleg muss zu dem passenden vollständigen Eintrag führen. Vergleiche dafür mindestens Nachname, Jahr und Titel. Wenn eine Seite angegeben ist, gleiche sie mit der herangezogenen Fundstelle ab. Fehlt ein passender Eintrag, ermittle die bibliografischen Angaben aus der verwendeten Quelle, bevor du den Text weiterbearbeitest.
Prüfe zuletzt die Einheitlichkeit. Wende die ausgewählte konkrete Regel in den überprüften Belegen und Literaturangaben durchgängig an. Übernimm keine zusätzliche Zeichensetzung, keine Pflicht zu einem bestimmten Vgl.-Zusatz und keine Pflicht zur APA-Norm, wenn die eigene Vorgabe das nicht verlangt. Die Fachquelle nennt APA als ein Beispiel für diese Autor-Jahr-Richtung, nicht als automatisch verbindliche Regel für jeden Text.
Der abschließende Kurzcheck lautet daher: Benennung einordnen, Kurzbeleg kontrollieren, vollständigen Literaturverzeichniseintrag zuordnen und die gewählte Regel einheitlich anwenden. Bei jeder offenen Stelle ist die konkrete Vorgabe der eigenen Hochschule oder des Instituts zu ermitteln.
Passende nächste Schritte
Quellen und Stand
- Fachquelle: gonline.univie.ac.at (geprüft am 2026-08-15)