BGH-Urteile im Text und Literaturverzeichnis zitieren

BGH-Urteil zitieren: Aktenzeichen, Fundstelle und ECLI

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 15. September 2026 · Zitierweisen im Überblick

Für den Nachweis eines BGH-Urteils prüfst du Gericht, Entscheidungsart, Datum, Aktenzeichen, Fundstelle, Randnummer und gegebenenfalls die ECLI-Kennung. Dieser Artikel ordnet diese Angaben ein, erklärt die Ziffern in Aktenzeichen von Zivil- und Strafsenaten und zeigt eine Prüfung in drei Schritten.

Grundlagen der Urteilsangabe

Wer ein Gerichtsurteil mit Randnummer zitieren will, braucht dieselben Grundangaben wie bei einem BGH-Urteil. Dazu gehören das Gericht, die Entscheidungsart, das Entscheidungsdatum, das Aktenzeichen und eine Fundstelle wie NJW oder BGHZ. Bei neueren BGH-Entscheidungen nennt die Universität Trier zusätzlich die Randnummer; bei einer amtlichen Sammlung wie BGHZ kommen Band und Anfangsseite hinzu.

Für einen Entscheidungsnachweis übernimmst du diese Angaben aus der Entscheidung und der angegebenen Fundstelle. Prüfe zunächst, ob du ein Urteil oder einen Beschluss vorliegen hast. Danach vergleichst du Datum und Aktenzeichen mit dem Dokument. Die Fundstelle enthält bei einer Zeitschrift den Namen und die bibliografischen Angaben; bei BGHZ gehören Band und Anfangsseite dazu. Die Randnummer ergänzt den Nachweis, wenn die zitierte Stelle damit präzisiert wird.

Ordne die ECLI-Kennung getrennt vom Aktenzeichen ein. Sie ist ein eigenes, europaweit einheitliches Kennzeichen mit fünf Bestandteilen. Für die konkrete Reihenfolge und Zeichensetzung vergleichst du den Nachweis mit dem an deiner Fakultät verwendeten Zitierstil.

BGH-Urteil richtig zitieren: der Ablauf in drei Schritten

Struktur der einzelnen Elemente

Wer die Seite Gesetze richtig zitieren kennt, erkennt die ähnliche Struktur beim Urteil wieder. Die Universität Trier nennt für Gerichtsentscheidungen Gericht, Entscheidungsart, Datum, Aktenzeichen und Fundstelle. Bei einer amtlichen Sammlung wie BGHZ kommen Band, Anfangsseite und bei neueren BGH-Entscheidungen die Randnummer hinzu.

Tabelle: Bestandteil, Beispiel
BestandteilBeispiel
GerichtBGH
EntscheidungsartBeschluss
Datum10.10.2018
Aktenzeichen4 StR 591/17
FundstelleNJW 2018, 3598
BGHZ-NachweisBand und Anfangsseite, gegebenenfalls Randnummer

Die Tabelle trennt die Angaben, die du am Dokument prüfen kannst. Bei einer Zeitschriftenfundstelle übernimmst du den Namen der Zeitschrift sowie Jahr und Seite. Bei BGHZ prüfst du zusätzlich den Band und die Anfangsseite. Die Randnummer ist bei neueren BGH-Entscheidungen als weitere Angabe genannt. Ergänze nur Angaben, die aus der Entscheidung, der Fundstelle oder dem verwendeten Zitierstil hervorgehen.

Ein Nachweis lässt sich dadurch kontrollieren: Gericht und Entscheidungsart werden zuerst bestimmt, danach folgen Datum und Aktenzeichen. Anschließend vergleichst du die Fundstelle. Wenn die Entscheidung in BGHZ nachgewiesen wird, prüfst du Band, Anfangsseite und die einschlägige Randnummer.

Spezialität der Senate

Für eine juristische Hausarbeit gehört das korrekte Aktenzeichen zu den Grundanforderungen. Die Recherchehinweise des Bundesgerichtshofs nennen für Zivilsenate römische Ziffern. Ein belegtes Beispiel ist VI ZR 281/13. Für Strafsenate nennen die Hinweise arabische Ziffern, etwa 5 StR 231/03. Die Leerstellen innerhalb des Aktenzeichens werden mit eingegeben.

Der daraus ableitbare Prüfpunkt betrifft die Schreibweise: Vertausche die römische und die arabische Ziffernart nicht und lasse die Leerstellen nicht weg. Übernimm das Aktenzeichen deshalb Zeichen für Zeichen aus dem Dokument oder aus dem Recherchetreffer. Prüfe anschließend, ob die Schreibweise zum dort genannten Senat passt. Der Quellenhinweis belegt diese Unterscheidung für die Recherchehinweise des Bundesgerichtshofs; daraus folgt keine allgemeine Schreibregel für alle deutschen Gerichte.

Für das Beispiel eines Zivilsenats steht die römische Ziffer VI vor dem Kürzel ZR; beim Strafsenat steht die arabische Ziffer 5 vor StR. Die Abstände zwischen den Bestandteilen bleiben erhalten. Wenn du einen Nachweis aus einer anderen Quelle übernimmst, vergleiche ihn mit dem Originaldokument. So prüfst du die konkrete Angabe, ohne aus dem Aktenzeichen weitere Eigenschaften abzuleiten.

Europäischer Identifizierer verstehen

ECLI ist ein europaweit einheitliches Kennzeichen aus fünf Pflichtteilen. Dazu gehören das Kürzel ECLI, der Ländercode, der Gerichtscode, das Jahr der Entscheidung und eine bis zu 25-stellige Ordnungsnummer. Die Teile werden durch Doppelpunkte getrennt. Das European e-Justice Portal beschreibt damit die Struktur des European Case Law Identifier; die Ordnungsnummer wird nicht für alle Staaten gleich erläutert.

Eine veröffentlichte BGH-Entscheidung im PDF-Format trägt im geprüften Beispiel die ECLI-Kennung am Anfang des Dokuments. Dort steht sie direkt vor dem Text „BUNDESGERICHTSHOF IM NAMEN DES VOLKES“. Die Kennung steht damit neben den Angaben der Entscheidung, ist aber nicht mit dem Aktenzeichen gleichzusetzen. Vergleiche beide Angaben getrennt mit dem PDF.

Wie die ECLI-Kennung dann in der Fußnote steht, zeigt die Seite Fußnoten richtig setzen. Für den Nachweis prüfst du zuerst, ob das konkrete veröffentlichte BGH-PDF eine ECLI-Kennung ausweist. Übernimm sie anschließend vollständig mit den Doppelpunkten. Das geprüfte PDF belegt die Kennung an seinem Anfang für dieses Dokument; die ECLI-Erklärung belegt die fünf Bestandteile.

Vermeidbare Patzer vermeiden

Prüfe vier Fehler getrennt. Erstens dürfen die Ziffernarten von Zivil- und Strafsenaten nicht verwechselt werden. Vergleiche dafür das Aktenzeichen Zeichen für Zeichen mit dem Dokument und achte auch auf Leerstellen. Zweitens darf die Fundstelle nicht fehlen. Kontrolliere, ob eine Fundstelle wie NJW oder BGHZ vorliegt und übernimm ihre Angaben vollständig. Bei BGHZ prüfst du Band und Anfangsseite zusätzlich.

Drittens darf eine Randnummer nicht unbesehen ausgelassen werden, wenn du eine neuere BGH-Entscheidung in einer amtlichen Sammlung wie BGHZ belegst. Prüfe in diesem Fall, ob die Randnummer die angeführte Stelle genauer bezeichnet. Viertens ist die ECLI nicht mit dem Aktenzeichen gleichzusetzen. Übernimm beide Angaben getrennt, sofern eine ECLI in der Entscheidung steht. Kontrolliere bei der ECLI das Kürzel, den Länder- und Gerichtscode, das Jahr sowie die Ordnungsnummer und ihre Trennung durch Doppelpunkte.

Als Gegenmaßnahme hilft ein fester Abgleich: zuerst Aktenzeichen und Leerstellen, danach Fundstelle und bei BGHZ Band sowie Anfangsseite, anschließend gegebenenfalls die Randnummer und zuletzt die ECLI. Beim Thema deutsche Zitierweise vergleichst du den vollständigen Nachweis mit den Vorgaben, die für deine Arbeit gelten. Wenn diese Vorgaben eine Frage nicht beantworten, klärst du sie mit der Lehrkraft, der betreuenden Person oder dem maßgeblichen Regelwerk.

BGH-Urteil richtig zitieren: Prüfliste mit vier Punkten

Drei Schritte zum fertigen Zitat

Arbeite den Nachweis in drei Schritten ab. Notiere zuerst Gericht, Entscheidungsart und Datum. Übernimm danach das Aktenzeichen einschließlich seiner Leerstellen und kontrolliere die Ziffernart: Bei den Zivilsenaten stehen römische, bei den Strafsenaten arabische Ziffern im Aktenzeichen. Ergänze anschließend die Fundstelle. Bei einer Fundstelle aus der amtlichen Sammlung BGHZ prüfst du Band und Anfangsseite; bei neueren BGH-Entscheidungen kann außerdem eine Randnummer die Stelle näher bestimmen.

  1. Erfasse Gericht, Entscheidungsart und Datum aus der Entscheidung.
  2. Vergleiche Aktenzeichen, Ziffernart und Leerstellen mit dem Dokument.
  3. Füge Fundstelle sowie bei Bedarf die ECLI-Kennung hinzu und prüfe die Vorgaben für deine Arbeit.

Nachweis im Text oder in der Fußnote: Nutze die Angaben der konkreten Entscheidung, etwa Gericht, Entscheidungsart, Datum, Aktenzeichen und Fundstelle. Literaturverzeichnis: Prüfe anhand des gewählten Zitierstils und der Fakultätsvorgaben, welche dieser Angaben dort in welcher Reihenfolge stehen sollen. Eine einheitliche Form für beide Verwendungsorte ist nicht belegt.

Schema: BGH, [Entscheidungsart] vom [Datum], [Aktenzeichen], [Fundstelle]

Ersetze die Platzhalter durch die Angaben der konkreten Entscheidung. Prüfe bei Bedarf, ob eine ECLI-Kennung vorhanden ist. Sie besteht aus fünf mit Doppelpunkten getrennten Bestandteilen: dem Kürzel ECLI, Länder- und Gerichtscode, Entscheidungsjahr sowie einer Ordnungsnummer. Im geprüften BGH-PDF steht die ECLI-Kennung am Anfang vor dem Text der Entscheidung.

Die genaue Gestaltung hängt vom gewählten Zitierstil und von den Vorgaben deiner Fakultät ab. Gleiche daher die fertige Fassung mit diesen Vorgaben ab. Bleibt eine Frage offen, klärst du sie mit der Lehrkraft, der betreuenden Person oder dem maßgeblichen Regelwerk.

Quellen und Stand

Soll jemand prüfen, ob dein BGH-Urteil-Zitat und dein Verzeichnis zusammenpassen?

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Häufige Fragen zum Zitieren eines BGH-Urteils

Welche Angaben gehören zum Nachweis eines BGH-Urteils?

Prüfe Gericht, Entscheidungsart, Datum, Aktenzeichen und Fundstelle wie NJW oder BGHZ. Bei einer amtlichen Sammlung wie BGHZ kommen Band und Anfangsseite hinzu; bei neueren BGH-Entscheidungen in diesem Zusammenhang kann auch die Randnummer die zitierte Stelle genauer bezeichnen. Die Universität Trier nennt diese Bestandteile für Gerichtsentscheidungen.

Wie übernehme ich ein BGH-Aktenzeichen?

Übernimm die Ziffernart und die Leerstellen aus dem Dokument. Die Recherchehinweise des Bundesgerichtshofs nennen für Zivilsenate römische Ziffern, etwa VI ZR 281/13, und für Strafsenate arabische Ziffern, etwa 5 StR 231/03.

Welche Angaben prüfe ich bei einer BGHZ-Fundstelle?

Prüfe bei einer amtlichen Sammlung wie BGHZ den Band und die Anfangsseite. Bei neueren BGH-Entscheidungen nennt die Universität Trier zusätzlich die Randnummer.

Was ist die ECLI-Kennung?

ECLI ist ein europaweit einheitliches Kennzeichen aus fünf Pflichtteilen: Kürzel, Ländercode, Gerichtscode, Entscheidungsjahr und Ordnungsnummer. Die Teile werden durch Doppelpunkte getrennt.

Wo finde ich die ECLI-Kennung einer BGH-Entscheidung?

Prüfe das veröffentlichte BGH-PDF. Im geprüften Beispiel steht die ECLI-Kennung am Anfang des Dokuments, direkt vor dem Text „BUNDESGERICHTSHOF IM NAMEN DES VOLKES“.

Ist die ECLI-Kennung das Aktenzeichen?

Nein. Die ECLI-Kennung und das Aktenzeichen sind getrennte Angaben. Prüfe beide unabhängig voneinander im Dokument und übernimm sie jeweils vollständig.

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