Richtig zitieren: Von der Bachelorarbeit bis zur Dissertation
Abschlussarbeit zitieren: Muster für alle Arbeiten
Ob Bachelorarbeit, Masterarbeit, Diplomarbeit oder Dissertation: Entscheidend ist, ob die Arbeit veröffentlicht oder unveröffentlicht ist. Hier findest du Muster für APA, Harvard und die deutsche Zitierweise.
Grundlagen: Was bedeutet es, eine Abschlussarbeit zu zitieren?
Bachelorarbeit veröffentlichen kann ein Thema sein; zum Zitieren ist zuerst die Fundstelle entscheidend. Bachelorarbeit, Masterarbeit, Diplomarbeit und Dissertation lassen sich als Quellenangaben erfassen. APA Style unterscheidet dabei ausdrücklich veröffentlichte Abschlussarbeiten von unveröffentlichten Arbeiten. Als veröffentlicht gilt eine Arbeit bei APA, wenn sie über eine Datenbank, ein institutionelles Repositorium oder ein Archiv verfügbar ist. Für unveröffentlichte Arbeiten zeigt APA ein anderes Muster mit einer Beschreibung in eckigen Klammern und dem Namen der verleihenden Institution.
Für die Bachelorarbeit gibt es in der APA-Erläuterung keine eigene Einzelseite. APA erklärt jedoch, dass sich das Format auf andere unveröffentlichte Abschlussarbeiten übertragen lässt, wenn die Beschreibung in den Klammern angepasst wird. Für eine Arbeit aus Datenbank, Repositorium oder Archiv gelten dagegen die Regeln für veröffentlichte Arbeiten. Die Einordnung hängt somit an der konkret beschriebenen Fundstelle und nicht an einer allgemeinen Aussage über den Wert der Quelle.
Prüfe deshalb vor dem Schreiben des Literaturnachweises, wo die Arbeit verfügbar ist. Bei einem Fund in einer Datenbank, einem institutionellen Repositorium oder einem Archiv verwendest du das veröffentlichte APA-Muster. Ohne eine solche Fundstelle verwendest du das Muster für unveröffentlichte Arbeiten. Anschließend ergänzt du die Angaben in der Reihenfolge des gewählten Stils. So bleiben Art der Arbeit, Institution und Fundstelle voneinander getrennt und der Eintrag orientiert sich an den verfügbaren Informationen.

Veröffentlicht vs. unveröffentlicht: Woran erkennst du den Status?
Wenn du eine Masterarbeit zitieren möchtest, prüfst du zuerst die Fundstelle. APA behandelt eine Abschlussarbeit als veröffentlicht, wenn sie über eine Datenbank, ein institutionelles Repositorium oder ein Archiv verfügbar ist. Als Datenbank nennt APA beispielsweise ProQuest Dissertations and Theses Global. Vergibt die Datenbank eine Publikationsnummer, steht sie in Klammern hinter dem Titel und wird nicht kursiv gesetzt. Erfordert der Zugriff einen Login, endet der Eintrag mit dem Namen der Datenbank statt mit einem Link.
| Merkmal | Veröffentlicht | Unveröffentlicht |
|---|---|---|
| Fundstelle | Datenbank, Repositorium oder Archiv | Keine dieser APA-Fundstellen |
| Klammerzusatz | Beschreibung mit Art der Arbeit und Institution | Beschreibung als unveröffentlichte Arbeit |
| Institution | In der Beschreibung der Arbeit | Nach der Beschreibung genannt |
Bei einer unveröffentlichten Arbeit steht die Beschreibung in eckigen Klammern hinter dem Titel. APA nennt dafür eine Kennzeichnung als unveröffentlichte Dissertation oder Masterarbeit; danach folgt der Name der verleihenden Institution. Das Repositorium oder die Datenbank ist bei einer veröffentlichten Arbeit die Fundstelle, nicht die verleihende Institution. Beide Angaben können daher im selben Eintrag unterschiedliche Aufgaben haben.
Dissertation zitieren beginnt folglich nicht mit einer Annahme über die Reichweite der Quelle, sondern mit der Prüfung der verfügbaren Fundstelle. Für eine Arbeit im institutionellen Repositorium, Archiv oder in einer Datenbank gilt das veröffentlichte Muster. Fehlt eine solche Fundstelle, verwendest du das Muster für unveröffentlichte Arbeiten. So ordnest du Klammerzusatz, Institution und Fundstelle entsprechend dem APA-Beispiel ein.
Das APA-Format: So baust du den Eintrag richtig auf
Wenn du eine Diplomarbeit zitieren möchtest, unterscheidet APA zwischen einer unveröffentlichten Arbeit und einer Arbeit aus Datenbank, institutionellem Repositorium oder Archiv. APA im Literaturverzeichnis: Der Eintrag beginnt mit dem Namen und den Initialen der verfassenden Person sowie dem Jahr. Danach folgt der Titel. Für eine unveröffentlichte Arbeit steht anschließend eine Beschreibung in eckigen Klammern, die die Art der Arbeit als unveröffentlicht kennzeichnet. Hinter diesem Zusatz nennst du die Institution, welche den Grad verleiht. Das APA-Beispiel für diesen Fall bezieht sich auf eine Dissertation an der University of Virginia.
- Name der verfassenden Person mit Initialen und Jahr
- Titel der Abschlussarbeit
- Beschreibung der Arbeit in eckigen Klammern
- Verleihende Institution bei einer unveröffentlichten Arbeit
- Institution innerhalb der Beschreibung bei einer veröffentlichten Arbeit
- Repositorium oder Datenbank und gegebenenfalls URL bei einer veröffentlichten Arbeit
Bei einer veröffentlichten Arbeit lautet die Reihenfolge: Name und Jahr, Titel, Beschreibung samt Institution in eckigen Klammern, dann Repositorium oder Datenbank und die URL. Das APA-Beispiel für diesen Aufbau verweist auf eine Dissertation der University of Arizona und ihr Repositorium. Vergibt eine Datenbank eine Publikationsnummer, ergänzt APA sie in Klammern hinter dem Titel, ohne Kursivierung. Verlangt die Datenbank einen Login, endet der Eintrag mit ihrem Namen und enthält keinen Link.
Übernimm die Beschreibung passend zur Art deiner Arbeit. APA nennt ausdrücklich unveröffentlichte Dissertationen und Masterarbeiten; für eine Bachelorarbeit wird nur die Beschreibung in den Klammern angepasst. Kontrolliere vor dem Einfügen, ob deine Fundstelle wirklich eine Datenbank, ein institutionelles Repositorium oder ein Archiv ist. Damit wählst du das Muster anhand der von APA beschriebenen Verfügbarkeit und nicht anhand einer allgemeinen Annahme über eine Online-Fundstelle.
Harvard-Stil: Besonderheiten bei der Angabe von Zugangswegen
Der UCL-Leitfaden beschreibt für eine Thesis oder Dissertation eine Harvard-Variante mit fester Reihenfolge der Angaben. Zuerst stehen Autor und Einreichungsjahr. Es folgen Titel der Arbeit, Gradbezeichnung und die Institution, welche den Grad verleiht. Den Schlussteil bilden Available at, die URL und ein Zugriffsdatum in Klammern. Anders als im APA-Muster gehört das Zugriffsdatum nach dieser UCL-Vorgabe ausdrücklich zum Eintrag. Der Kurzbeleg im Text enthält bei dem Beispiel aus dem Leitfaden Name und Jahr.
Internetquellen zitieren heißt in dieser UCL-Harvard-Variante daher, die Fundstelle mit Available at und URL aufzunehmen und das Zugriffsdatum anzufügen. Das Muster lässt sich als Reihenfolge lesen: Verfasser, Jahr der Einreichung, Titel, Grad, verleihende Institution, URL und Abrufangabe. Das Beispiel des Leitfadens veranschaulicht diese Bausteine für eine Doktorarbeit, ohne dass du seine Formulierungen oder Angaben übernehmen musst. Trage stattdessen die Daten deiner eigenen Quelle in dieselbe Abfolge ein.
Die Quelle beschreibt die an der UCL gelehrte Harvard-Variante. Sie begründet damit keine einheitliche Vorgabe für andere Harvard-Varianten. Wenn bei deiner Quelle Angaben fehlen, nutze die Sonderfallhinweise des von dir verwendeten Leitfadens. Für den hier beschriebenen Eintrag bleibt entscheidend, dass Gradbezeichnung und verleihende Institution voneinander unterschieden werden und dass Available at, URL sowie Zugriffsdatum am Ende stehen. Vergleiche den fertigen Eintrag mit dem Muster, damit alle vorhandenen Bestandteile in der angegebenen Reihenfolge erscheinen.
Deutsche Zitierweise: Spezifika für Hochschulschriften
Hochschulschriften führt der TUM-Zitierleitfaden mit einem eigenen Schema auf. Es beginnt mit Nachname und abgekürztem Vornamen, danach folgen Erscheinungsjahr und Titel. In Klammern steht die Art der Hochschulschrift, etwa Dissertation, Habilitation oder Masterarbeit. Den Abschluss bildet die verleihende Universität. Das Schema macht damit sichtbar, welche Art von Arbeit vorliegt und welche Universität den Grad verleiht. Der Leitfaden zeigt diesen Aufbau an einer Dissertation und einer Universität als Beispiel.
Für unveröffentlichte Werke beschreibt der Leitfaden denselben Grundaufbau wie für veröffentlichte Werke. Hinzu kommt ein Hinweis auf die Unveröffentlichtheit. Liegt die Arbeit in einem elektronischen Archiv, ergänzt der Leitfaden die Fundstelle mit Retrieved from. Diese Angabe verweist auf den Ort, an dem die Arbeit im Archiv gefunden wird. Welche Angaben in deinem Eintrag stehen, richtet sich daher nach der vorhandenen Fundstelle und der Art der Arbeit.
Für Onlinequellen empfiehlt der TUM-Leitfaden, einen Persistent Identifier zu verwenden, wenn ein DOI, eine URN oder ein Handle vorhanden ist. Fehlt ein solcher Identifikator, beschreibt der Leitfaden außerdem die Angabe einer URL oder des Archivs. Prüfe deshalb, welche dieser Angaben bei deiner Quelle tatsächlich vorliegt. Ergänze nur die Fundstelle, die du nachvollziehen kannst, und halte die Art der Hochschulschrift in Klammern fest. So folgt die Quellenangabe dem dargestellten TUM-Schema, ohne zusätzliche Eigenschaften von DOI, URN oder Handle zu behaupten.

In drei Schritten zur perfekten Quellenangabe
Prüfe zuerst, ob die Abschlussarbeit über eine Datenbank, ein institutionelles Repositorium oder ein Archiv verfügbar ist. In diesem Fall behandelt APA sie als veröffentlicht. Ist keine dieser Fundstellen vorhanden, verwendest du das Muster für unveröffentlichte Arbeiten. Notiere dabei die Angaben, die du für den Eintrag tatsächlich vorfindest. Eine bloße Suche nach einer Datei ersetzt diese Prüfung nicht; maßgeblich sind Datenbank, Repositorium oder Archiv.
- Ordne die Fundstelle als Datenbank, Repositorium oder Archiv ein und wähle danach veröffentlicht oder unveröffentlicht.
- Wähle das Muster des verlangten Stils: APA mit einer Beschreibung in eckigen Klammern, Harvard mit Available at und Zugriffsdatum oder die deutsche Zitierweise nach dem TUM-Schema.
- Setze Autor, Jahr, Titel, Art der Arbeit, Institution und gegebenenfalls Fundstelle in der Reihenfolge des gewählten Musters zusammen.
Bei APA steht bei einer unveröffentlichten Arbeit die Beschreibung nach dem Titel in eckigen Klammern; anschließend folgt die verleihende Institution. Bei einer über Datenbank, Repositorium oder Archiv verfügbaren Arbeit kommen die Angaben zur Fundstelle nach dem Titelzusatz hinzu. Für die UCL-Harvard-Variante gehören URL, Available at und ein Zugriffsdatum zum Eintrag. Der TUM-Leitfaden nennt für Hochschulschriften zudem Art der Arbeit und Universität.
Bei Zweifeln an der Zitierwürdigkeit oder an formalen Vorgaben klärst du den Punkt mit Betreuung oder Prüfungsordnung. Diese Prüfung betrifft die Anforderungen deiner Arbeit; aus den genannten Zitiermustern folgt dazu keine allgemeine Aussage. Lies den fertigen Eintrag noch einmal gegen das gewählte Muster. So bleibt die Quellenangabe nachvollziehbar und auf die verfügbaren Angaben beschränkt.
Quellen und Stand
- APA Style: Unpublished Dissertation or Thesis References: apastyle.apa.org (geprüft am 2026-09-16)
- APA Style: Published Dissertation or Thesis References: apastyle.apa.org (geprüft am 2026-09-16)
- University College London: Harvard Referencing, Thesis or Dissertation: library-guides.ucl.ac.uk (geprüft am 2026-09-16)
- Universitätsbibliothek TU München: TUM-Zitierleitfaden: www.cl.uni-heidelberg.de (geprüft am 2026-09-16)
Im Zusammenhang „Richtig zitieren: Von der Bachelorarbeit bis zur Dissertation“ werden die zentralen Punkte gebündelt.