Gesetze und Urteile zitieren: der Leitfaden für Jura und mehr

Von § 433 BGB bis zum BGH-Urteil: die Zitierregeln der Juristen

Lesezeit ca. 4 Min. · aktualisiert: 3. Juli 2026

Ob Jura-Hausarbeit oder BWL-Thesis mit Rechtsbezug: Wer Gesetze zitieren muss, stößt auf eigene Regeln, die mit APA und Harvard nichts zu tun haben. Paragraphenzeichen, Absatz, Satz, Gesetzeskürzel — die Reihenfolge ist festgelegt, und Urteile haben noch einmal ein eigenes Format. Hier ist beides mit Beispielen erklärt.

Paragraphen: die feste Reihenfolge

Ein Gesetzesbeleg wandert vom Kleinen zum Großen: Paragraph, Absatz, Satz, gegebenenfalls Nummer oder Alternative — und am Ende das amtliche Gesetzeskürzel:

§ 433 Abs. 1 S. 1 BGB (Paragraph, Absatz, Satz, Gesetz)

§§ 929, 932 BGB (mehrere Paragraphen)

Art. 12 Abs. 1 GG (Grundgesetz und EU-Recht zählen in Artikeln)

In juristischen Arbeiten steht der Beleg direkt im Text oder in der Fußnote — ohne „vgl.", denn die Norm wird nicht verglichen, sondern angewendet. Juristen kürzen zudem „Absatz" als römische Ziffer ab (§ 433 I 1 BGB); außerhalb der Rechtswissenschaft ist die ausgeschriebene Form üblicher. Einheitlichkeit entscheidet.

Gesetze zitieren: Aufbau des Belegs Paragraph Absatz Satz Gesetz am Beispiel

Urteile zitieren: Gericht, Datum, Aktenzeichen

Gerichtsentscheidungen brauchen mehr Angaben: Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und eine Fundstelle — also die Sammlung oder Zeitschrift, in der das Urteil veröffentlicht ist:

BGH, Urt. v. 12.03.2020 – VI ZR 125/19, NJW 2020, 1587.

BVerfG, Beschl. v. 06.06.2018 – 1 BvL 7/14, BVerfGE 149, 126.

Bei Zitaten aus Datenbanken wie juris oder Beck-online ergänzt du die Randnummer (Rn.) statt der Seitenzahl — sie ist das präzisere Zitierziel moderner Entscheidungen.

Gehören Gesetze ins Literaturverzeichnis?

In der Regel nein: Gesetze gelten als allgemein zugänglich und werden nur im Text belegt. Ausnahmen sind historische Fassungen, ausländisches Recht und Vorgaben einzelner Lehrstühle — dann hilft ein eigenes Rechtsquellenverzeichnis. Urteile sammeln viele Arbeiten in einem Entscheidungsverzeichnis. Was sonst ins Verzeichnis gehört: Literaturverzeichnis erstellen.

Urteile zitieren: Bestandteile Gericht, Datum, Aktenzeichen und Fundstelle

Präzision, die Juristen erwarten

Rechtstexte verzeihen keine Ungenauigkeit: Ein falscher Absatz zitiert eine andere Norm, ein vertipptes Aktenzeichen führt ins Leere. Beim Korrekturlesen Jura prüfen Korrektoren mit juristischer Erfahrung neben der Sprache auch die formale Konsistenz der Belege — vom Gutachtenstil bis zur letzten Randnummer. Mit diesem Leitfaden kannst du Paragraphen und Urteile richtig belegen.

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Paragraphenketten und Urteilszitate verzeihen keine Schludrigkeit: Korrektoren mit Jura-Erfahrung prüfen deine Arbeit.

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Häufige Fragen zum Gesetze zitieren

In welcher Reihenfolge zitiere ich einen Paragraphen?

Vom Kleinen zum Großen: § , Absatz, Satz, ggf. Nummer — und am Ende das Gesetzeskürzel, etwa § 433 Abs. 1 S. 1 BGB.

Brauche ich „vgl.“ vor einem Gesetzesbeleg?

Nein — Normen werden angewendet, nicht verglichen. Der Beleg steht ohne Zusatz direkt im Text oder in der Fußnote.

Wie zitiere ich ein BGH-Urteil?

Mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und Fundstelle: BGH, Urt. v. 12.03.2020 – VI ZR 125/19, NJW 2020, 1587.

Kommen Gesetze ins Literaturverzeichnis?

Üblicherweise nicht — sie gelten als allgemein zugänglich. Historische Fassungen, ausländisches Recht oder Lehrstuhl-Vorgaben können ein Rechtsquellenverzeichnis nötig machen.

Was ist der Unterschied zwischen § und Art.?

Die meisten deutschen Gesetze zählen in Paragraphen (§); Grundgesetz, EU-Verträge und einige Landesverfassungen in Artikeln (Art.) — das Kürzel richtet sich nach dem Gesetz selbst.

Wie zitiere ich aus juris oder Beck-online?

Mit der Randnummer statt der Seitenzahl: BGH, Urt. v. 12.03.2020 – VI ZR 125/19, Rn. 14 — die Randnummer ist das präzisere Zitierziel.

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