Die Likert-Skala richtig einsetzen
Zustimmung in Stufen messen
Die Likert-Skala misst Einstellungen über abgestufte Zustimmung von „stimme gar nicht zu“ bis „stimme voll zu“. Diese Anleitung zeigt den Aufbau, die richtige Anzahl der Stufen und wie du Likert-Daten korrekt auswertest.
Was die Likert-Skala ist
Die Likert-Skala ist das gebräuchlichste Instrument, um Einstellungen und Meinungen in Fragebögen zu messen. Befragte geben ihre Zustimmung zu einer Aussage auf einer abgestuften Skala an, klassisch fünfstufig: stimme gar nicht zu – stimme eher nicht zu – teils/teils – stimme eher zu – stimme voll zu.
Aufbau: Stufen und Formulierung
Üblich sind fünf oder sieben Stufen. Eine ungerade Zahl bietet eine neutrale Mitte, eine gerade (vierstufige) Skala erzwingt eine Tendenz. Die Aussagen (Items) sollten eindeutig, einfach und einseitig formuliert sein – keine doppelten Verneinungen, keine zwei Aussagen in einem Item. Mehrere Items zusammen messen dasselbe Konstrukt zuverlässiger als ein einzelnes.
Auswertung: Skalenniveau beachten
Streng genommen ist eine einzelne Likert-Frage ordinal – erlaubt sind Median und Modalwert. In der Praxis werden mehrere zu einer Skala zusammengefasste Items oft als metrisch behandelt, sodass Mittelwert und weitere Verfahren möglich sind. Das ist verbreitet, aber umstritten – begründe deine Wahl im Methodenteil.
Reliabilität prüfen
Fasst du mehrere Items zu einer Skala zusammen, prüfst du deren interne Konsistenz mit Cronbachs Alpha (Werte ab etwa 0,7 gelten als akzeptabel). So stellst du sicher, dass die Items wirklich dasselbe Konstrukt messen. Mehr zu Qualitätsmaßstäben zeigen die Gütekriterien.
Häufige Fehler
Typische Fehler: mehrdeutige oder doppelte Items, zu viele Stufen, das ungefragte Mitteln einzelner ordinaler Items und fehlende Reliabilitätsprüfung. Halte die Skala einheitlich (immer gleiche Richtung und Stufenzahl) über den ganzen Fragebogen. Die Beispiele oben zeigen, wie du die Likert-Skala richtig einsetzen kannst.
Mehr zur Methodik: Fragebogen oder Interview und qualitativ oder quantitativ. Alle Verfahren bündelt der Methodik-Hub. Den Methodenteil deiner Arbeit prüft ein Korrekturlesen.