Gütekriterien qualitativer Forschung erklärt
Gütekriterien wissenschaftlicher Forschung
Gütekriterien zeigen, wie sauber deine Studie ist. In der quantitativen Forschung gelten drei Klassiker: Validität, Reliabilität und Objektivität. In der qualitativen Forschung gibt es andere Begriffe. Dazu zählen Glaubwürdigkeit, Übertragbarkeit und Bestätigbarkeit. Wir zeigen, was sie bedeuten. Auch zeigen wir, wie du sie in der Bachelorarbeit umsetzt.
Quantitative Gütekriterien
- Validität: Misst dein Instrument das, was es messen soll?
- Reliabilität: Liefert dein Instrument das gleiche Ergebnis bei jeder Messung?
- Objektivität: Ist dein Ergebnis frei vom Einfluss der Person, die forscht?
Mehr Details in unserer separaten Anleitung Validität, Reliabilität, Objektivität.
Qualitative Gütekriterien
Bei qualitativer Forschung passen die Klassiker nur teils. Mayring und Steinke haben eigene Kriterien vorgeschlagen:
- Verfahren dokumentieren: Das Vorgehen ist klar beschrieben.
- Deutung begründen: Jede Interpretation wird belegt.
- Regeln folgen: Die Auswertung läuft nach klaren Regeln (z. B. Codierleitfaden).
- Nähe zum Thema: Die Forschung bleibt am Gegenstand.
- Rückmeldung der Untersuchten: Befunde werden mit ihnen besprochen.
- Triangulation: Mehrere Methoden oder Quellen sichern die Befunde.
Wo stehen die Gütekriterien in der Arbeit?
Im Methodik-Teil. Meist als eigener Abschnitt nach dem Forschungsdesign. Du nennst die Kriterien. Du beschreibst, wie du sie umsetzt. Du nennst auch Grenzen. Bei quantitativen Arbeiten passt oft ein Wert dazu (z. B. Cronbachs Alpha als Maß für die Reliabilität).
Beispiel quantitativ
Reliabilität: Die innere Konsistenz aller Skalen liegt bei Cronbachs Alpha von 0,78 bis 0,92. Das ist gut bis sehr gut.
Validität: Die Inhaltsvalidität wurde im Pretest mit 8 Studierenden geprüft. Sie bewerteten die Items als verständlich und passend. Die Konstruktvalidität wurde nicht extra geprüft. Das ist eine Grenze der Arbeit.
Objektivität: Die Befragung lief online und anonym. So ist die Objektivität bei der Durchführung gesichert.
Beispiel qualitativ
Verfahren dokumentieren: Der Interview-Leitfaden, die Transkripte und der Codierleitfaden liegen im Anhang.
Regeln folgen: Die Auswertung läuft nach der qualitativen Inhaltsanalyse von Kuckartz. Mit klarem Codierleitfaden.
Triangulation: Die Befunde aus den Interviews vergleichen wir mit einer parallelen quantitativen Befragung.
Häufige Fehler
- Gütekriterien gar nicht behandelt. Das wirkt unwissenschaftlich.
- Quantitative Kriterien auf qualitative Forschung angewendet. Das passt nicht.
- Werte zur Reliabilität nennen, sie aber nicht einordnen.
- Grenzen der Validität verschweigen.
Mehr Stolperfallen findest du in unserem Beitrag zu häufigen Fehlern in Bachelorarbeit und Masterarbeit. Im Lektorat prüfen wir, ob die Gütekriterien zur Methodik passen.