Validität, Reliabilität, Objektivität

Validität, Reliabilität, Objektivität im Detail

Lesezeit ca. 6 Min. · zuletzt aktualisiert: 26. April 2026 · alle Methoden

Die drei klassischen Gütekriterien quantitativer Forschung: Validität, Reliabilität, Objektivität. Sie hängen zusammen und beschreiben verschiedene Aspekte der Messqualität. Wir gehen jedes Kriterium im Detail durch – mit Erklärung, Subkategorien und konkreten Maßen.

Objektivität

Objektivität bedeutet: Das Ergebnis hängt nicht von der Person des Forschenden ab. Drei Subkategorien:

Reliabilität

Reliabilität bedeutet: Das Instrument liefert bei wiederholter Anwendung dasselbe Ergebnis. Vier wichtige Maße:

Validität

Validität bedeutet: Das Instrument misst tatsächlich, was es messen soll. Mehrere Subkategorien:

Zusammenhang der Kriterien

Reliabilität ist Voraussetzung für Validität – ein unzuverlässiges Instrument kann nicht valide sein. Aber Reliabilität allein reicht nicht: Du kannst zuverlässig das Falsche messen. Objektivität ist Voraussetzung für Reliabilität – wenn jeder Forschende anders misst, kann das Ergebnis nicht zuverlässig sein.

Beispiel

Objektivität: „Die Erhebung erfolgte online über ein standardisiertes Tool, alle Teilnehmenden bekamen identische Items. Die Auswertung mit SPSS ist nachvollziehbar."

Reliabilität: „Cronbachs Alpha für die Hauptskala liegt bei α = 0.84, was als gut zu bewerten ist."

Inhaltsvalidität: „Die Items wurden aus dem etablierten WLEIS abgeleitet und in einem Pretest mit 8 Personen auf Verständlichkeit geprüft."

Externe Validität: „Die Stichprobe ist auf eine deutsche Universität beschränkt – Aussagen für andere Hochschulen oder Länder sind eingeschränkt."

Häufige Fehler

Mehr typische Stolperfallen findest du in unserem Beitrag zu häufigen Fehlern in Bachelorarbeit und Masterarbeit. Im professionellen Lektorat wird die Konsistenz der Gütekriterien geprüft.

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Häufige Fragen zu Validität, Reliabilität, Objektivität

Welcher Cronbachs-Alpha-Wert ist akzeptabel?

> 0.70 akzeptabel, > 0.80 gut, > 0.90 sehr gut. Werte unter 0.70 deuten auf inkonsistente Items – die Skala sollte überarbeitet werden. Werte über 0.95 können auf Redundanz der Items deuten.

Wie messe ich Validität in einer Bachelorarbeit?

Inhaltsvalidität durch Pretest und theoretische Begründung. Wenn du eine validierte Skala nutzt, ist die Validität durch frühere Studien belegt – verweise darauf. Konstruktvalidität (z. B. mit Faktorenanalyse) ist in einer Bachelorarbeit oft Overkill.

Was ist der Unterschied zwischen interner und externer Validität?

Interne Validität: Hängt der gefundene Effekt wirklich an der UV oder an Drittvariablen? Hoch bei Experimenten. Externe Validität: Lassen sich die Befunde generalisieren? Hoch bei großen, repräsentativen Stichproben.

Brauche ich Reliabilität bei einer einmaligen Messung?

Ja – durch interne Konsistenz (Cronbachs Alpha). Auch bei einer einmaligen Messung kannst du prüfen, ob die Items innerhalb einer Skala konsistent dasselbe messen.

Welche Gütekriterien gelten für qualitative Forschung?

Andere Begriffe: Verfahrensdokumentation, Regelgeleitetheit, Triangulation, Argumentative Interpretationsabsicherung. Die klassische Triade Validität-Reliabilität-Objektivität ist für qualitative Forschung nur eingeschränkt anwendbar. Mehr in der allgemeinen Gütekriterien-Anleitung.