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Literaturrecherche systematisch – Datenbanken und Strategie

Literaturrecherche – Strategie, Datenbanken, Tools

Lesezeit ca. 3 Min. · aktualisiert: 30. November 2025 · zurück zum Blog

Die Literaturrecherche ist der Grundstein jeder Bachelor- oder Masterarbeit. Wer hier strukturiert vorgeht, spart später Wochen Zeit. Wer ungeordnet sucht, hat am Ende mehrere hundert PDFs auf der Festplatte und keinen Überblick. Systematische Recherche ist dabei kein Zufall, sondern eine erlernbare Methode. Dieser Beitrag zeigt, wie eine systematische Literaturrecherche funktioniert: Suchstrategie, wichtige Datenbanken, Such-Operatoren, Verwaltung der Treffer.

Schritt 1: Suchbegriffe entwickeln

Beginne mit deiner Forschungsfrage und identifiziere die zentralen Begriffe. Pro Begriff sammelst du Synonyme, englische Übersetzungen, Ober- und Unterbegriffe. Beispiel: für „Hybridarbeit" auch „Remote Work", „Telearbeit", „Mobile Work", „flexibles Arbeiten". Aus diesen Begriffen baust du Suchanfragen mit Boolean-Operatoren.

Schritt 2: Boolean-Operatoren nutzen

  • AND – beide Begriffe müssen vorkommen: „Hybridarbeit AND Mitarbeiterbindung".
  • OR – einer der Begriffe genügt: „Hybridarbeit OR Telearbeit".
  • NOT – schließt einen Begriff aus.
  • Anführungszeichen – exakter Phrase-Match: „remote work".
  • Asterisk * – Wortstamm-Suche: „arbeit*" findet auch „arbeiten".
Literaturrecherche systematisch in 5 Schritten

Wichtige wissenschaftliche Datenbanken

  • Google Scholar – Einstieg, breite Abdeckung.
  • Web of Science – Premium-Datenbank, sehr breite wissenschaftliche Abdeckung.
  • Scopus – Elsevier-Datenbank mit Zitierdaten.
  • EBSCO Business Source / WiSo – für Wirtschaft und Sozialwissenschaften.
  • JSTOR – Geistes- und Sozialwissenschaften.
  • PubMed – Medizin und Lebenswissenschaften.
  • SpringerLink, ScienceDirect, Wiley – Verlagsdatenbanken.
  • OPAC der Hochschulbibliothek – Bestand der eigenen Hochschule.

Suchstrategie nach PRISMA

Bei systematischen Reviews wird die PRISMA-Methodik genutzt: dokumentiere jede Suche (Datenbank, Suchstring, Datum, Treffer), filtere nach Ein-/Ausschlusskriterien, zähle Treffer pro Stufe. Für eine Bachelorarbeit reicht eine vereinfachte Form, aber das systematische Dokumentieren ist hilfreich.

Schneeball-Suche

Ergänzend zur Datenbanksuche die Schneeball-Methode: in einer relevanten Quelle die zitierten Quellen prüfen (Rückwärts-Schneeball) und in Google Scholar nachschauen, wer diese Quelle zitiert (Vorwärts-Schneeball). So findest du auch Quellen, die deine Suchbegriffe nicht direkt nutzen.

Literaturrecherche systematisch Qualitätskriterien und Fehler

Treffer bewerten

  • Aktualität (Erscheinungsjahr, idealerweise unter 10 Jahre).
  • Wissenschaftlichkeit (peer-reviewed Journal, akademischer Verlag).
  • Zitationen (oft zitierte Quellen sind etabliert).
  • Kontext (passt die Studie methodisch und thematisch?).

Zitate und Notizen verwalten

Mit jedem Treffer: Volltextsuche → Quellendaten in Literaturverwaltung importieren → Notizen anlegen. Mehr zur Tool-Wahl unter Citavi vs. Zotero.

Häufige Fehler

  • Nur Google Scholar nutzen – wichtige Datenbanken fehlen.
  • Ohne Suchstrategie suchen – endlose, unstrukturierte Recherche.
  • Treffer nicht dokumentieren.
  • Quellen nur überfliegen – am Ende fehlt der Kontext.
  • Englische Quellen ignorieren.

KI für die Recherche?

Tools wie Elicit oder ResearchRabbit nutzen KI, um aus einer Saatquelle relevante andere Quellen vorzuschlagen. Praktisch als Ergänzung. ChatGPT halluziniert oft Quellen, die es nicht gibt – jede vermeintliche Quelle muss in der Originaldatenbank verifiziert werden. Mehr unter ChatGPT in der Bachelorarbeit.

Verwandte Ratgeber: Google Scholar richtig nutzen.

Verwandter Ratgeber: Literaturrecherche für die Bachelorarbeit.

Datenbanken, Quellenbewertung und Zitierstile behandeln wir vertieft in unserem Studi-Tipps-Blog. Wer systematisch vorgeht, findet schneller die passende Literatur.

Häufige Fragen zu Literaturrecherche

Wie viele Quellen brauche ich für eine Bachelorarbeit?

Faustregel: 1 Quelle pro Seite, also 40–60 für eine 50-Seiten-Arbeit. Qualität geht vor Quantität.

Reicht Google Scholar?

Als Einstieg ja, als alleinige Quelle nein. Datenbanken wie Web of Science, Scopus oder fachspezifische decken Bereiche ab, die Google Scholar nicht erfasst.

Wie alt dürfen Quellen sein?

Klassiker können 20+ Jahre alt sein. Empirische Studien sollten möglichst aktuell sein, idealerweise unter 10 Jahre. In schnellen Feldern (KI) sollte mind. 70 % unter 5 Jahre alt sein.

Was tun, wenn ich keine Quellen finde?

Suchbegriffe erweitern, andere Datenbanken probieren, Schneeball-Methode anwenden, Bibliotheksberatung nutzen. Mehr unter Forschungsfrage formulieren.

Darf ich nur englische oder nur deutsche Quellen nutzen?

In den meisten Fächern ist eine Mischung erwartet. In Naturwissenschaften ist Englisch oft Pflicht (60–80 %). In Geisteswissenschaften kann eine deutsche Schwerpunktsetzung passen.

Wie zitiere ich Quellen aus der Recherche?

Standard ist APA, in vielen Fächern auch Harvard. Mehr in der APA-Anleitung und Quellenangabe richtig machen.

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