Demonstrativpronomen verständlich erklärt
Demonstrativ Pronomen einfach erklärt
Als hinweisende Fürwörter fungieren Demonstrativpronomen. Sie können ein Nomen begleiten oder es ersetzen und richten den Blick auf ein bestimmtes Objekt.
Die zentrale Regel für hinweisende Fürwörter
Ihre Aufgabe besteht darin, auf etwas Bestimmtes zu verweisen oder etwas besonders hervorzuheben. Solche Fürwörter können ein Substantiv begleiten oder es ersetzen. Für die korrekte Zuordnung prüft man daher, welche Aufgabe der Ausdruck im Satz übernimmt.
Begleitet ein Demonstrativpronomen ein Nomen, steht es mit diesem in einer Nominalgruppe. Im Ausdruck „dieser Weg“ verweist „dieser“ auf einen bestimmten Weg. Im Ausdruck „jene Entscheidung“ weist das Demonstrativpronomen auf eine bestimmte Entscheidung hin. Ersetzt das Demonstrativpronomen ein Nomen, übernimmt es die hinweisende Aufgabe selbst. In „Ich nehme diesen.“ steht „diesen“ anstelle eines nicht wiederholten Nomens.
Zu den Demonstrativpronomen gehören dieser, jener, derselbe, derjenige, der und solcher. Die Unterscheidung zwischen Begleitung und Ersatz beschreibt also, ob ein Nomen mit dem Ausdruck steht oder durch ihn ersetzt wird. Sie entscheidet jedoch nicht allein, ob eine Form des Demonstrativpronomens der als bestimmter Artikel oder als Demonstrativpronomen verwendet wird.
Besondere Aufmerksamkeit verlangt das Demonstrativpronomen der mit seinen Formen. Formen dieses Demonstrativpronomens können mit Formen des bestimmten Artikels übereinstimmen. Beide Verwendungen können bei einem Nomen stehen. In Der Film beginnt. kann der als Artikel verwendet werden. Ob eine Form des Demonstrativpronomens der gemeint ist, erschließt sich aus Betonung und Satzkontext. In Der gefällt mir. ersetzt der ein Nomen und verweist betont auf etwas Bestimmtes. Die sichtbare Form allein genügt daher nicht; entscheidend sind die Funktion im Zusammenhang und gegebenenfalls die Betonung.
Wer seine Rechtschreibung verbessern möchte, kann die grammatische Einordnung eines Ausdrucks mit anderen Fragen zur Sprache verbinden. Auch Rechtschreibregeln helfen dabei, die Form eines eigenen Satzes geordnet zu prüfen. Bei der sprachlichen Gestaltung eines Textes sind Demonstrativpronomen jedoch nach ihrer Funktion zu beurteilen, nicht allein nach ihrem Klang.

Form und Funktion im Satz erkennen
Beginne deine Satzuntersuchung mit dem Demonstrativausdruck. Kennzeichne zunächst das Wort, das auf etwas Bestimmtes verweist oder es hervorhebt. Untersuche dann im Gesamtsatz, ob ein Substantiv zum Ausdruck passt. Befindet sich eines dort, begleitet das Fürwort dieses Bezugswort. Ist keines vorhanden, prüfe, ob der Ausdruck dessen Position einnimmt.
In „Dieser Ordner bleibt auf dem Tisch.“ steht „Dieser“ vor dem Nomen „Ordner“. Die Form steht hier nicht allein, sondern begleitet das Substantiv. Der Satz lenkt die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Ordner. Diese Analyse zeigt zugleich die Form und die Funktion: Als Demonstrativpronomen in der Nominalgruppe weist es auf den Ordner hin.
In „Ich öffne jenen.“ folgt auf „jenen“ kein Nomen. Der Ausdruck steht selbstständig und übernimmt die Position des fehlenden Nomens. Obwohl die hinweisende Rolle fortbesteht, steht die Form ohne das ersetzte Nomen. Dies verdeutlicht, warum die Satzumgebung wichtig ist.
Noch ein Fall: „Solche Fragen verdienen Aufmerksamkeit.“ Hier begleitet „solche“ das Nomen „Fragen“. Der Ausdruck weist auf die Fragen hin oder hebt sie hervor. Dies zeigt, dass ein Demonstrativpronomen vor einem Substantiv stehen und zugleich eine Hervorhebung leisten kann.
Zur Analyse der Formen des Demonstrativpronomens „der“ muss der gesamte Satz herangezogen werden. Im unbetont gesprochenen Satz „Der Bericht liegt daneben.“ ist „der“ ein bestimmter Artikel vor dem Nomen „Bericht“. In „Der liegt daneben.“ steht „der“ ohne ein nachfolgendes Nomen und vertritt eine Nominalgruppe. Daher haben die beiden Vorkommen unterschiedliche grammatische Funktionen, obwohl die Wortform gleich aussieht.
Überarbeitet man eigene Texte, können neben der Grammatik auch Groß- und Kleinschreibung, Getrennt- und Zusammenschreibung und Kommasetzung überprüft werden. Solche Checks ersetzen nicht die funktionale Analyse des Demonstrativpronomens. Sie stellen jeweils eigene Anforderungen: Ist die Schreibweise korrekt, sind die Verbindungen stimmig und die Zeichensetzung angemessen?
Auch die Zeichensetzung sollte getrennt von der Funktion des Demonstrativpronomens betrachtet werden. Wer ältere und neuere Schreibweisen vergleicht, kann zusätzlich die Rechtschreibreform einbeziehen. Für die hier untersuchte Satzfunktion bleibt jedoch maßgeblich, ob der Ausdruck ein Nomen begleitet, es ersetzt oder als betonter Hinweis gebraucht wird.
Fünf analysierte Beispielsätze
Beispiel 1: „Diese Karte liegt neben dem Fenster.“ Hier steht „Diese“ unmittelbar vor dem Nomen „Karte“. Die Form begleitet das Nomen und weist auf eine bestimmte Karte hin. Somit gehört sie zu einer Nominalgruppe. Ihre Funktion erkennt man an der Verbindung mit „Karte“ und am hinweisenden Sinn des Satzes.
Beispiel 2: „Ich wähle jenen.“ Hinter „jenen“ steht kein Nomen. Das Demonstrativpronomen ersetzt eine Nominalgruppe und übernimmt deren Stelle im Satz. Zugleich weist es auf etwas Bestimmtes hin. Für die Analyse ist wichtig, dass die selbstständige Verwendung nicht aus dem Wort allein, sondern aus seiner Stellung ohne ein folgendes Nomen hervorgeht.
Beispiel 3: „Solcher Lärm stört die Besprechung.“ In diesem Fall steht „Solcher“ neben dem Nomen „Lärm“. Damit nimmt der Ausdruck eine begleitende Rolle ein und weist auf den bezeichneten Lärm hin. Da das Demonstrativpronomen hier nicht selbstständig anstelle des Nomens steht, handelt es sich um eine hinweisende Konstruktion.
Beispiel 4: „Der gefällt mir besser.“ In diesem Fall tritt „der“ ohne direktes Nomen auf. Man kann die Form als betontes Demonstrativpronomen lesen. Sie deutet auf ein Element hin, das im Satz nicht erneut vorkommt. Wichtig für die Einordnung sind bei „der“ die Betonung und der Kontext. Klarer wird der Begleitfall durch „Dieser Mantel gefällt mir besser.“ Dabei zeigt „Dieser“ auf das Nomen „Mantel“.
Beispiel 5: „Dieselbe Antwort steht im zweiten Absatz.“ Das Wort „Dieselbe“ begleitet hier das Nomen „Antwort“ und weist auf eine bestimmte Antwort hin. Die Betrachtung beschränkt sich auf die dokumentierte Grundfunktion: Der Ausdruck gehört zu den Demonstrativpronomen und steht zusammen mit einem Nomen.
Wer diese Beispiele in einem eigenen Text prüft, kann zunächst nur die zwei Fragen beantworten: Welches Wort weist hin, und folgt darauf ein Nomen? Danach lässt sich die Satzfunktion genauer beschreiben. Für die sprachliche Überarbeitung können Rechtschreibprogramme eine zusätzliche Prüfung anbieten. Im Themenbereich wissenschaftliches Schreiben sollte die grammatische Funktion trotzdem am konkreten Satz kontrolliert werden. Für weitere sprachliche Detailfragen helfen Nachschlagebereiche zu Abkürzungen richtig schreiben sowie zu Wortbedeutungen und Abkürzungen.
Grenzen der Einordnung
Die Grundregel darf nicht weiter ausgedehnt werden, als die belegte Beschreibung trägt. Demonstrativpronomen können Nomen begleiten oder ersetzen und werden verwendet, wenn auf etwas Bestimmtes hingewiesen oder etwas besonders betont werden soll. Daraus folgt nicht, dass jede ähnliche Form automatisch ein Demonstrativpronomen ist. Die konkrete Satzfunktion muss am jeweiligen Satz geprüft werden.
Besonders vorsichtig ist die Form der zu beurteilen. Sie kann als bestimmter Artikel auftreten oder als betontes Demonstrativpronomen. Eine Entscheidung allein nach der sichtbaren Wortform wäre daher nicht ausreichend. Prüfe zunächst, ob der Ausdruck ein Nomen begleitet oder an dessen Stelle steht. Für die Unterscheidung zwischen bestimmtem Artikel und Demonstrativpronomen sind Satzkontext, Hinweisfunktion und gegebenenfalls die Betonung maßgeblich.
Auch die Formen der Demonstrativpronomen dürfen nicht ohne direkten Beleg über alle grammatischen Fälle verallgemeinert werden. Die Formen von der stimmen nicht in allen Fällen mit den Formen des Artikels der überein. Für eine konkrete Form in einem konkreten Satz ist daher die Satzumgebung zu untersuchen. Eine vollständige Formenübersicht wird aus der hier verwendeten Beschreibung nicht abgeleitet.
Auch die Bedeutung sollte nicht über die belegte Funktion hinaus erweitert werden. Der Text nennt den Hinweis auf etwas Bestimmtes und die besondere Betonung. Er enthält keine zusätzliche Aussage über räumliche Entfernung, zeitliche Nähe, Wertung oder Stilwirkung. Wenn ein Satz eine solche Deutung nahelegt, muss diese gesondert geprüft werden.
Bei der Bearbeitung sind andere Sprachthemen getrennt zu betrachten. Artikel der, die und das betrifft die Prüfung von Artikelformen. Pluralbildung betrifft die Bildung von Mehrzahlformen. Synonyme betreffen bedeutungsnahe Wörter, und Textformen betreffen unterschiedliche Arten von Texten. Keine dieser Fragen liefert allein den Nachweis, dass eine Form im konkreten Satz als Demonstrativpronomen gebraucht wird.
Wenn die Einordnung nicht sicher aus der Satzstellung hervorgeht, formuliere keine zusätzliche Regel. Ermittle stattdessen die Funktion des Ausdrucks am vollständigen Satz und prüfe, ob ein Nomen begleitet oder ersetzt wird. Bleibt die Frage danach offen, ist genau diese konkrete Form mit einer verlässlichen Grammatikbeschreibung abzugleichen.

Kurzcheck für eigene Sätze
Verfahre beim Analysieren individueller Sätze systematisch:
- Ausdruck markieren: Finde das Wort, das auf etwas Bestimmtes hinweist oder etwas betont.
- Nomen suchen: Prüfe, ob direkt daneben oder innerhalb derselben Nominalgruppe ein Nomen dazugehört.
- Funktion bestimmen: Steht ein Nomen dabei, begleitet das Demonstrativpronomen dieses Nomen. Steht kein Nomen dabei, prüfe, ob es die Stelle eines Nomens ersetzt.
- Form vergleichen: Bei Formen des Demonstrativpronomens der, die mit Formen des bestimmten Artikels übereinstimmen können, prüfe ausdrücklich den Satzkontext und gegebenenfalls die Betonung. Verlasse dich nicht nur auf die gleiche Wortform.
- Beispiel bilden: Formuliere einen zweiten Satz mit einem Demonstrativpronomen, das ein Nomen begleitet, und einen dritten Satz mit einem selbstständig gebrauchten Ausdruck. Vergleiche jeweils Stellung und Funktion.
- Grenze beachten: Behaupte keine zusätzliche Ausnahme, Kasusform oder Bedeutungsnuance, wenn sie nicht direkt belegt ist. Prüfe stattdessen den vollständigen Satz und die konkrete Form.
- Text prüfen: Kontrolliere anschließend getrennt die Rechtschreibung, die Kommasetzung und die Zeichensetzung. Für Stilfragen im Studium kann die Themenseite wissenschaftliches Schreiben herangezogen werden.
Der Kurzcheck ist abgeschlossen, wenn die belegte Grundregel, die Satzfunktion, mindestens ein eigenes Begleitbeispiel, mindestens ein eigenes Ersatzbeispiel und die Grenze bei Formen von der ausdrücklich geprüft wurden. Bei offenen Fragen zu Schreibweisen können Rechtschreibregeln und Rechtschreibprogramme zusätzliche Prüfschritte anregen. Die grammatische Entscheidung bleibt an die konkrete Stellung und Funktion im Satz gebunden.
Quellen und Stand
- Was sind Pronomen? | Duden: www.duden.de (überprüft am 2026-08-30)
- demonstrativ, Schreibung, Definition, Bedeutung, Etymologie, Synonyme, Beispiele | DWDS: www.dwds.de (eingesehen am 2026-08-30)
Das Thema „Demonstrativpronomen verständlich erklärt“ wird hier als Gesamtzusammenhang aufgegriffen.
