Pronomen: Arten, Deklination und Beispiele
Stellvertreter, Verweise und Formen im deutschen Satz
Pronomen können eine Nominalgruppe ersetzen oder auf Personen, Dinge und Aussagen verweisen. Sie verbinden Sätze, vermeiden unnötige Wiederholungen und zeigen grammatische Merkmale wie Person, Numerus und Kasus. Diese Übersicht erklärt die wichtigsten Pronomenarten und zeigt, wie du unklare Bezüge vermeidest.
Hauptfunktion: vertreten und verweisen
Ein Pronomen ist ein deklinierbares Wort, das selbstständig eine Satzgliedfunktion übernehmen kann. In Lea liest den Bericht. Sie markiert Fehler. verweist sie auf Lea und steht als Subjekt. Das Institut für Deutsche Sprache grenzt Pronomen damit von Wörtern ab, die ein Nomen nur begleiten. In Schulgrammatiken werden beide Gruppen teilweise gemeinsam behandelt. Für die Analyse ist deshalb entscheidend, ob ein Nomen folgt oder ob das Wort selbstständig steht.
Persönliche Formen
Personalpronomen verweisen auf Gesprächsteilnehmer oder bereits bekannte Personen und Dinge: ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie. Ihre Form verändert sich mit dem Fall: ich, meiner, mir, mich sowie sie, ihrer, ihr, sie. Die Höflichkeitsform Sie und die zugehörigen Formen Ihnen, Ihr werden großgeschrieben. Bei sie entscheidet dagegen der Kontext, ob eine einzelne weibliche Person oder mehrere Personen gemeint sind.
Rückbezug mit sich
Reflexivpronomen beziehen sich auf das Subjekt zurück: Ich konzentriere mich. Sie erinnert sich. In der ersten und zweiten Person entsprechen die Formen den Personalpronomen. Eine eigene Form gibt es in der dritten Person mit sich. Manche Verben verlangen das Reflexivpronomen fest, etwa sich beeilen. In anderen Sätzen verändert es die Bedeutung: Er wäscht das Kind gegenüber Er wäscht sich.

Zugehörigkeit und Hervorhebung
Possessivpronomen drücken Zugehörigkeit aus: meins, deins, ihres. Steht danach ein Nomen, sprechen viele Grammatiken von einem Possessivartikel: mein Buch. Demonstrativpronomen heben einen Bezug hervor: dieser, jener, derjenige, derselbe. In Diese ist vollständig steht diese selbstständig. In diese Analyse begleitet das Wort ein Nomen. Die genaue Benennung hängt deshalb vom verwendeten Grammatikmodell ab.
Relativsätze einleiten
Relativpronomen leiten einen Relativsatz ein und beziehen sich auf ein Bezugswort: Die Studie, die gestern erschien, ist relevant. Genus und Numerus richten sich nach dem Bezugswort, der Kasus nach der Funktion im Relativsatz. In der Autor, dem wir folgen steht dem im Dativ, weil das Verb folgen den Dativ verlangt. Mehr Beispiele bietet Relativsatz und Relativpronomen.
Fragen und unbestimmte Bezüge
Interrogativpronomen eröffnen Fragen: wer, was, welcher. Sie können auch indirekte Fragen einleiten: Wir prüfen, wer teilgenommen hat. Indefinitpronomen bezeichnen Personen oder Mengen unbestimmt: jemand, niemand, man, etwas, nichts, manche, alle. Dabei unterscheiden sich die Formen im Gebrauch. man steht nur im Nominativ, die zugehörigen Formen in anderen Fällen lauten einem und einen.
Kasusformen richtig wählen
Der Fall folgt der Satzfunktion oder einer Präposition. Das Subjekt steht im Nominativ: Sie antwortet. Ein Dativobjekt lautet Wir helfen ihr, ein Akkusativobjekt Wir sehen sie. Nach Präpositionen entstehen Formen wie mit ihm, für sie, wegen ihrer. Bei Relativpronomen führt die Frage nach dem Verb im Nebensatz zur richtigen Form. Ein falscher Bezug oder Fall fällt beim bloßen Lesen oft weniger auf als bei dieser Satzprobe.
Unklare Bezüge vermeiden
Ein Pronomen muss ein eindeutiges Bezugswort besitzen. Die Betreuerin sprach mit der Studentin, nachdem sie die Gliederung gelesen hatte lässt offen, wer gelesen hat. Wiederhole in solchen Fällen das passende Nomen oder formuliere den Satz um. Auch dies und das können auf einen ganzen vorherigen Satz verweisen. In Fachtexten ist ein genauer Ausdruck wie dieser Befund oft klarer als ein isoliertes dies.

Selbstständig oder Nomenbegleiter?
Die Form allein entscheidet nicht. In Der Text ist fertig begleitet der ein Nomen und ist Artikel. In Der ist fertig steht dasselbe Wort selbstständig und wird pronominal verwendet. Ebenso begleitet dieser in dieser Text das Nomen, während es in dieser überzeugt dessen Stelle einnimmt. Prüfe deshalb immer, ob nach dem fraglichen Wort ein Nomen folgt.
Bezüge in wissenschaftlichen Texten
Pronomen verdichten einen Text, dürfen aber keine Information verschleiern. Nach einem längeren Absatz ist dies oft zu ungenau: Meint es den Befund, die Methode oder die gesamte Argumentation? Benenne den Bezug mit einer Nominalgruppe wie dieses Ergebnis oder diese Einschränkung. Bei ich, wir und man gelten zusätzlich die Konventionen des Fachs und die Vorgaben des Lehrstuhls. Der Ratgeber Ich oder man in der wissenschaftlichen Arbeit vergleicht persönliche und unpersönliche Formulierungen.
Personen respektvoll bezeichnen
Personenbezogene Pronomen müssen zum gemeinten Bezug passen. Ist die bevorzugte Anrede bekannt, sollte sie konsequent verwendet werden. Bei einer Gruppe können genaue Nomen oft klarer sein als ein mehrdeutiges sie. In Fragebögen, Interviews und Fallbeschreibungen darf eine sprachliche Vereinfachung nicht dazu führen, dass Personen falsch zugeordnet werden. Anonymisierung ersetzt Namen, braucht aber stabile Bezeichnungen. Nutzt du etwa Person A und Person B, dann halte diese Bezeichnungen im ganzen Abschnitt durch und kontrolliere jedes Pronomen auf einen eindeutigen Bezug.
Beleg und Bestimmungsweg
Der IDS-Eintrag zum Pronomen nennt Personal-, Reflexiv-, Possessiv-, Demonstrativ-, Relativ-, Interrogativ- und Indefinitpronomen. Bestimme zuerst die selbstständige Satzfunktion, dann die Art und zuletzt den Fall. Die Wortarten-Übersicht ordnet Pronomen in das verbreitete Schulmodell ein.