Welche Arten von Pronomen gibt es? Einfach erklärt
Welche Arten von Pronomen gibt es einfach erklärt
Pronomen können im Deutschen selbstständig auftreten oder ein Substantiv begleiten. Anhand von Personal- und Reflexivpronomen sowie dem Fragepronomen welch lässt sich der Unterschied verständlich erkennen.
Pronomen erkennen: selbstständig oder begleitend
Eine vollständige Liste aller Pronomenarten lässt sich aus dem vorliegenden Material nicht ableiten. Für die Frage nach den Arten zeigt es jedoch drei ausdrücklich benannte Gruppen: Personalpronomen, Reflexivpronomen und das Fragepronomen welch-. Daneben ist für die Einordnung wichtig, ob eine Form selbstständig steht oder ein Substantiv begleitet.
Personalpronomen und Reflexivpronomen werden im Material als Formen genannt, die selbstständig vorkommen können. Zu den Personalpronomen zählen dort unter anderem ich, du, er, es, sie, wir, ihr und Sie; sich wird als Reflexivpronomen genannt. In Ich komme später steht ich allein. In Er wäscht sich steht sich ebenfalls ohne begleitetes Substantiv.
Als Fragepronomen behandelt das Material die Formenreihe welch- mit welcher, welche und welches. Diese Formen werden dekliniert und können allein stehen oder ein Substantiv begleiten. In Welches wählst du? steht die Form selbstständig. In Welche Aufgabe wählst du? begleitet sie das Substantiv Aufgabe. Die Frageform ist damit zugleich ein Beispiel für die Unterscheidung zwischen selbstständiger und begleitender Verwendung.
Diese Unterscheidung betrifft auch weitere im Material genannte Formen, etwa der, dieser, jener, derselbe, diejenige, ein, kein, manche, einige, alle und jeder. Sie können selbstständig auftreten oder ein Substantiv begleiten. Für die begleitende Verwendung verwendet eine Einordnung die Bezeichnung Artikelwort; dabei kommen zum Beispiel Possessivartikel und Demonstrativartikel vor. Diese Bezeichnungen erweitern die Analyse einer Form, liefern aber keine vollständige Übersicht aller Pronomenarten.
Die Zuordnung hängt außerdem vom verwendeten Grammatikmodell ab. In der traditionellen Schulgrammatik gehören selbstständige und begleitende Formen zu den Pronomen. Eine andere Einordnung bezeichnet nur selbstständig verwendete Fälle als Pronomen und nennt die begleitenden Fälle Artikelwörter. Für die Satzanalyse lässt sich deshalb zuerst prüfen, ob die betrachtete Form allein steht oder ein Substantiv begleitet. In dieses Heft begleitet dieses das Substantiv Heft.
Rechtschreibung, Rechtschreibregeln und Groß- und Kleinschreibung sind für diese Unterscheidung nicht ausschlaggebend. Entscheidend ist die Verwendung der betrachteten Form im jeweiligen Satz.

Form und Funktion im Satz bestimmen
Eine belastbare Satzanalyse beginnt mit der Form des fraglichen Ausdrucks. Danach wird geprüft, ob ein Substantiv unmittelbar mit ihm verbunden ist. Ist das der Fall, kann die begleitende Funktion beschrieben werden. Fehlt ein solches Substantiv und steht der Ausdruck allein, wird die selbstständige Verwendung beschrieben. Diese Unterscheidung wird aus der im Quellenmaterial genannten Gegenüberstellung von selbstständigen Pronomen und Begleiter-Konstruktionen abgeleitet.
Im Satz „Einige Gäste warten“ steht einige vor dem Substantiv Gäste. Die Form begleitet das Substantiv. Im Satz „Einige warten“ steht einige allein. Für die Analyse genügt zunächst die Feststellung der Stellung: einmal vor einem Substantiv, einmal ohne ein folgendes Substantiv.
Ein zweites Muster zeigen die selbst formulierten Sätze „Mein Notizbuch liegt hier“ und „Meins liegt hier“. In der ersten Fassung steht mein beim Substantiv Notizbuch. In der zweiten Fassung steht meins selbstständig. Die Analyse beschreibt also nicht bloß die Bedeutung des Ausdrucks, sondern seine konkrete Aufgabe innerhalb des Satzes.
Bei welch- wird dieselbe Methode angewendet. In „Welche Frage passt?“ begleitet welche das Substantiv Frage. In „Welche passt?“ steht welche allein. Die Form ist verschieden eingesetzt, und genau diese Verwendung ist für die Einordnung relevant. Die Quelle stellt daneben die Unterscheidung zu „was für ein“ heraus. Eine eigene Analyse darf diese beiden Frageformen daher getrennt betrachten, ohne aus der bloßen Ähnlichkeit eine weitergehende Regel abzuleiten.
Ein Satz kann außerdem ein selbstständiges Pronomen und ein Reflexivpronomen enthalten. In „Sie sieht sich im Spiegel“ stehen sie und sich. Für die gewünschte Analyse werden beide Ausdrücke einzeln untersucht: sie wird nach seiner Stellung betrachtet, sich ebenso. Eine zusätzliche Bedeutungs- oder Kasuszuordnung wird nur vorgenommen, wenn sie am konkreten Satz geprüft und durch das Quellenmaterial gedeckt ist.
Bei der formalen Kontrolle helfen Themen wie Getrennt- und Zusammenschreibung, Kommasetzung und Zeichensetzung nur für jeweils eigene Fragen. Sie ersetzen nicht die Funktionsanalyse des Pronomens. Auch die Rechtschreibreform erklärt nicht automatisch, ob ein Ausdruck selbstständig oder begleitend gebraucht wird.
Drei analysierte Beispielsätze
Die folgenden Sätze sind eigenständig formuliert. Sie machen die im Material beschriebene Unterscheidung zwischen selbstständiger und begleitender Verwendung an neutralen Beispielen sichtbar.
- „Jene Unterlagen liegen auf dem Tisch.“ Jene steht vor dem Substantiv Unterlagen. Hier wird die Form begleitend verwendet. Für die Einordnung ist entscheidend, dass die Form in diesem Satz ein Substantiv begleitet.
- „Jene liegen auf dem Tisch.“ Jene steht ohne ein nachfolgendes Substantiv. Hier wird dieselbe Form selbstständig verwendet. Die beiden Sätze zeigen somit zwei mögliche Verwendungen, nicht eine durch die bloße Wortstellung verursachte Funktionsänderung.
- „Welches Kapitel meinst du?“ Welches steht vor dem Substantiv Kapitel. Die Form gehört zu welch- und wird in diesem Satz begleitend verwendet. Der Satz lässt sich deshalb als Verbindung einer Frageform mit einem Substantiv beschreiben.
- „Welches meinst du?“ Welches steht allein. Damit zeigt der Satz die selbstständige Verwendung der Form. Die Analyse beschränkt sich auf den sichtbaren Unterschied: Ein Substantiv wird im Satz begleitet oder die Form steht ohne ein solches Substantiv.
- „Kein Hinweis fehlt.“ Kein begleitet das Substantiv Hinweis. Die Form wird hier begleitend verwendet. Ob sie in einem anderen Satz selbstständig vorkommt, lässt sich nur an diesem anderen Satz prüfen.
Für die Analyse lässt sich jeweils zuerst die betreffende Form markieren. Danach wird geprüft, ob sie zusammen mit einem Substantiv vorkommt oder allein steht. Erst anschließend wird die Verwendung als begleitend oder selbstständig beschrieben. Für wissenschaftliches Schreiben hilft diese Trennung dabei, die beobachtete Satzform nachvollziehbar zu benennen. Abkürzungen richtig schreiben und Wortbedeutungen und Abkürzungen sind davon getrennte Prüfbereiche.
Was die Erklärung nicht verallgemeinert
Die Quellen erlauben eine klare Aussage zur selbstständigen und begleitenden Verwendung, aber keine vollständige Übersicht über jede denkbare Pronomenklassifikation. Deshalb werden hier keine zusätzlichen Arten ergänzt, wenn sie im Quellenmaterial nicht ausdrücklich beschrieben sind. Die genannten Reihen werden außerdem nicht zu einer umfassenden Systematik aller deutschen Pronomen ausgeweitet.
Auch bei Kasus und Form ist Zurückhaltung erforderlich. Die Quelle beschreibt welch- als deklinierbar und nennt die Formen welcher, welche und welches. Daraus folgt, dass die konkrete Form im Satz beachtet werden muss. Daraus folgt jedoch nicht ohne weitere Prüfung eine vollständige Tabelle zu allen Kasus oder eine allgemeine Aussage über jede Formveränderung. Wer einen bestimmten Fall bestimmen möchte, prüft den vollständigen Satz und eine dafür geeignete grammatische Darstellung.
Die Abgrenzung zwischen Begleiter, Artikelwort und Adjektiv kann schwierig sein. Das Quellenmaterial belegt diese Schwierigkeit an begleitenden Konstruktionen. Sie belegt keine allgemeine Regel für sämtliche ähnlichen Ausdrücke. Bei einer vergleichbaren Konstruktion muss daher die konkrete Form gesondert untersucht werden.
Ebenso darf aus der Liste selbstständig genannter Personal- und Reflexivpronomen keine neue Bedeutungslehre abgeleitet werden. Die Liste belegt die im Quellenmaterial aufgeführten Wörter und ihre dort beschriebene selbstständige Verwendung. Eine Aussage über weitere Wörter, über eine vollständige Unterteilung oder über besondere Verwendungsbedingungen wäre nur mit einem zusätzlichen direkten Beleg zulässig.
Für die Praxis heißt das: Bei Unsicherheit wird nicht geraten. Es wird der vollständige Satz notiert, das fragliche Wort markiert, der Bezug zu einem Substantiv geprüft und die konkrete Form dokumentiert. Erst danach wird entschieden, ob die Quelle die gewünschte Bezeichnung unmittelbar trägt. Fragen zum Artikel der, die und das, zur Pluralbildung oder zu Synonyme sind eigene Untersuchungsfragen. Auch die Einordnung verschiedener Textformen liefert für sich genommen keinen Beleg zur Pronomenfunktion.

Pronomen im eigenen Satz prüfen
Der Kurzcheck trennt die benannte Form von ihrer Verwendung im konkreten Satz. Er hilft dabei, den grammatischen Bezug zu prüfen, ohne aus einzelnen Beispielen eine weitergehende Regel abzuleiten.
- Ausdruck markieren: Markiere das Wort, dessen Funktion du untersuchen möchtest, zum Beispiel einige, welche oder jener.
- Bezug suchen: Prüfe, ob der Ausdruck zu einem Substantiv gehört oder selbstständig steht. Entscheidend ist der grammatische Bezug, nicht ob das Substantiv unmittelbar danach folgt. In welche schwierige Frage gehört welche zu Frage.
- Verwendung beschreiben: Gehört der Ausdruck zu einem Substantiv, halte die begleitende Verwendung fest. Steht er ohne ein solches Substantiv, halte die selbstständige Verwendung fest.
- Form vergleichen: Bei welch- vergleiche die verwendete Form mit welcher, welche und welches. Das Material beschreibt diese Formen als deklinierbar; weitere Einzelheiten werden nur ergänzt, wenn sie für den geprüften Fall vorliegen.
- Zweiten Satz bilden: Schreibe einen Satz mit einem Substantivbezug und einen Satz, in dem derselbe Ausdruck selbstständig verwendet wird. Vergleiche anschließend die beiden Verwendungen.
- Grenze festhalten: Übertrage das Ergebnis nicht ohne Prüfung auf ähnliche Wörter. Wenn der Bezug unklar bleibt, untersuche den konkreten Satz erneut.
Danach kann der Satz getrennt auf Rechtschreibung, Rechtschreibprogramme, Kommas, Schreibvarianten und weitere sprachliche Fragen geprüft werden. Diese Zusatzprüfungen beantworten nicht selbst die Frage, ob eine Form ein Substantiv begleitet oder selbstständig steht.
Quellen und Stand
- Das Fragepronomen welch: welch: www.deutschplus.net (geprüft am 2026 bis 08 bis 31)
- Pronomen, Wikipedia: de.wikipedia.org (geprüft am 2026 bis 08 bis 31)