Widerstand oder Wiederstand: Was ist richtig?
Wiederstand Widerstand: richtige Schreibweise
Die richtige Schreibweise lautet Widerstand. Entscheidend ist die Bedeutung von „wider“ im Sinn von „gegen“, nicht die ähnlich klingende Form „wieder“.
Die richtige Schreibweise ist Widerstand
Die korrekte Schreibweise lautet Widerstand. Die Form Wiederstand ist in diesem Wort falsch. Der Grund liegt im Bestandteil wider. Er steht hier für „gegen“ und nicht für wieder im Sinn von „abermals“ oder „erneut“.
Bei einem Entgegentreten gegen etwas steht daher Widerstand. Das Wort kommt auch als Fachausdruck in naturwissenschaftlichen Zusammenhängen vor. Für die Schreibweise ist auf die Bedeutung von wider und wieder zu achten: Beim Entgegentreten steht wider ohne ie.
Die Aussprache hilft bei dieser Entscheidung nicht weiter, weil wider und wieder gleich klingen. Sichtbar richtig ist deshalb nur die Schreibung Widerstand.

Die Bedeutung von „wider“ trägt die Regel
Die belegte Unterscheidung lautet: wider bedeutet „gegen“, während wieder für „abermals“ oder „erneut“ steht. Im Substantiv Widerstand passt die erste Bedeutung. Das Wort bezeichnet ein Eintreten gegen etwas und enthält deshalb wider.
Die falsche Form Wiederstand setzt an dieser Stelle den Bestandteil wieder mit ie ein. Dadurch entsteht eine Schreibweise, die nicht zur belegten Bedeutung des Wortes passt. Für die Schreibweise ist auf den Sinn von wider und wieder zu achten; ihre gleiche Aussprache entscheidet die Frage nicht.
Dasselbe Bedeutungsprinzip zeigt sich in verwandten Wörtern wie Widerrede, widerspiegeln, widersetzen, unwiderruflich und zuwider. Auch bei widerstehen steht wider im Sinn von „sich gegen etwas stellen“. Ein Beispielsatz ist: „Sie leistet dem Druck Widerstand.“ Ein weiterer lautet: „Er konnte der Versuchung widerstehen.“ In beiden Fällen geht es um Entgegenstehen, nicht um ein erneutes Geschehen.
Richtig und falsch im Satz
Ob das Wort am Satzanfang oder in der Satzmitte steht, ändert nichts an seiner Schreibweise. Der Satzanfang wird getrennt von der eigentlichen Regel betrachtet: Großgeschrieben wird das Substantiv ohnehin, doch entscheidend bleibt der Bestandteil wider im Sinn von „gegen“.
| Richtig | Falsch |
|---|---|
Die Mauer leistet Widerstand. | Die Mauer leistet Wiederstand. |
Sein Widerstand blieb deutlich. | Sein Wiederstand blieb deutlich. |
Widerstand gegen den Druck kann entstehen. | Wiederstand gegen den Druck kann entstehen. |
Im ersten Paar steht Widerstand nach dem Verb. Im zweiten Paar folgt das Wort auf ein Possessivpronomen. Im dritten Paar beginnt es den Satz. Alle drei Fälle zeigen dieselbe Regel: Die korrekte Form enthält wider ohne ie. Die Großschreibung am Satzanfang ist daher nicht der Grund für die Schreibweise, sondern eine davon getrennte Frage.
Warum „Wiederstand“ leicht entsteht
Die Verwechslung entsteht durch die ähnliche beziehungsweise identische Aussprache von wider und wieder. Wer nur nach dem Klang schreibt, kann deshalb bei Widerstand versehentlich die Form Wiederstand bilden. Aus der Aussprache allein lässt sich keine der beiden Schreibungen ableiten.
Eine weitere Stolperfalle ist die vertraute Bedeutung von wieder. Dieses Wort bezeichnet ein erneutes oder abermaliges Geschehen. Im Wort Widerstand liegt aber keine Wiederholung vor. Gemeint ist vielmehr das Entgegentreten, also ein Verhalten gegen etwas. Die Bedeutung muss deshalb vor der Schreibentscheidung geprüft werden.
Die Verwechslung beschränkt sich nicht auf dieses eine Wort. Vergleichbare Entscheidungen betreffen unter anderem Widerrede, widersetzen und zuwider. Diese Beispiele zeigen das gleiche sichtbare Muster mit wider. Sie sind keine Begründung dafür, ein unbekanntes Wort automatisch nach dem Klang zu schreiben. Bei einem neuen Zweifel sollte die konkrete Bedeutung des betreffenden Wortes geprüft werden.
Eine Aussage darüber, wie häufig die falsche Form vorkommt, ist für die Schreibentscheidung nicht erforderlich. Entscheidend bleibt die belegte Unterscheidung zwischen „gegen“ und „abermals“ beziehungsweise „erneut“.

Schneller Prüfweg für den eigenen Text
- Schreibweise prüfen: Steht im Wort Widerstand die Folge wider ohne ie? Wenn dort Wiederstand steht, ist die Form zu korrigieren.
- Regel prüfen: Beschreibt der Ausdruck ein Entgegentreten oder ein Sichentgegenstellen? Dann passt die Bedeutung „gegen“ und damit wider.
- Beispielsatz bilden: Setze das Wort in einen neutralen Satz, etwa: „Der Widerstand gegen den Druck bleibt bestehen.“ Prüfe danach erneut die Buchstabenfolge.
- Verwechslung ausschließen: Frage nicht nur, wie das Wort klingt. Prüfe, ob tatsächlich „abermals“ oder „erneut“ gemeint ist. Bei Widerstand ist das nicht der Fall.
- Verwandte Form vergleichen: Wörter wie widerstehen, Widerrede oder widersetzen verweisen ebenfalls auf die Bedeutung „gegen“. Die konkrete Schreibweise des geprüften Wortes bleibt trotzdem maßgeblich.
Der knappste Merksatz lautet: Widerstand kommt von wider, weil es um „gegen“ geht. Die Form Wiederstand sollte daher im eigenen Text nicht stehen.
Passende nächste Schritte
Quellen und Stand
- Fachquelle: www.rechtschreibtipps.de (geprüft am 2026-08-15)