Reflexivpronomen: Formen, Tabelle und Verwendung

Die Formen im Dativ und Akkusativ, echte und unechte reflexive Verben

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Reflexivpronomen verweisen auf das Subjekt zurück: Ich wasche mich. Sie freut sich. Wir haben uns geirrt. Die Formen entsprechen weitgehend den Personalpronomen, nur in der dritten Person gibt es mit sich eine eigene Form für Singular und Plural. Zwei Fragen entscheiden über die richtige Wahl: Verlangt das Verb den Dativ oder den Akkusativ, und ist das Verb überhaupt echt reflexiv oder wird es nur gelegentlich so gebraucht?

Reflexivpronomen: die Formen

Tabelle: Person, Akkusativ, Dativ
PersonAkkusativDativ
ichmichmir
dudichdir
er, sie, essichsich
wirunsuns
ihreucheuch
sie, Siesichsich

Dativ oder Akkusativ

Steht nur das Reflexivpronomen im Satz, hat es den Akkusativ: Ich wasche mich. Sie freut sich. Wir irren uns.

Kommt ein zweites Objekt hinzu, wechselt das Reflexivpronomen in den Dativ: Ich wasche mir die Hände. Ich merke mir den Termin.

Der Unterschied ist nur in der ersten und zweiten Person Singular sichtbar: mich gegenüber mir, dich gegenüber dir. In allen anderen Personen sind beide Formen gleich, und deshalb fällt der Fehler dort nicht auf.

Reflexivpronomen
Reflexivpronomen im Überblick.

Echte und unechte reflexive Verben

Echte reflexive Verben kommen ohne Reflexivpronomen nicht vor: sich schämen, sich beeilen, sich erholen, sich weigern, sich bedanken, sich verlieben, sich sehnen. Ein Satz wie ich beeile ist unvollständig.

Unechte reflexive Verben lassen beides zu: waschen, kämmen, ärgern, verletzen, anziehen. Ich wasche das Auto und ich wasche mich sind beide möglich.

Bei den echten steht das Pronomen im Wörterbuch mit im Eintrag. Das ist der einfachste Weg, beide Gruppen zu unterscheiden, denn ableiten lässt sich die Zugehörigkeit nicht.

Häufige Fehler und Zweifelsfälle

Mir oder mich: Ich merke mir den Termin ist richtig, ich merke mich den Termin falsch. Sobald ein zweites Objekt im Satz steht, gilt der Dativ.

Sich groß oder klein: Immer klein, auch in der Höflichkeitsanrede. Setzen Sie sich ist richtig, Setzen Sie Sich falsch. Diese Ausnahme überrascht viele, weil Sie und Ihnen großgeschrieben werden.

Sich gegenseitig: Wir helfen uns kann heißen, dass jeder sich selbst hilft oder dass beide einander helfen. Wo Klarheit nötig ist, steht einander: Wir helfen einander.

Reflexiv und Passiv: Formulierungen wie das Problem löst sich sind reflexiv, nicht passiv. Sie verschweigen, wer handelt, und wirken deshalb in Methodenteilen wie eine Ausflucht.

Die Wortstellung: Im Hauptsatz steht das Reflexivpronomen direkt hinter dem Verb, im Nebensatz hinter dem Subjekt: Ich freue mich, dass ich mich freue. Bei Umstellung rutscht es hinter das Subjekt: Heute freue ich mich.

Reziproke Verwendung und einander

Neben der rückbezüglichen gibt es die wechselseitige Bedeutung: Sie begrüßten sich. Gemeint ist, dass jede die andere begrüßte, nicht sich selbst.

Diese Lesart heißt reziprok. Wo sie eindeutig sein muss, tritt einander ein: Sie begrüßten einander. Diese Form wirkt gehoben und ist in Gebrauchstexten selten.

Mit Präposition verschmilzt einander zu einem Wort: miteinander, voneinander, aufeinander, zueinander. Alle werden zusammengeschrieben, und die getrennte Form ist ein häufiger Fehler.

Reflexivpronomen

Der Gebrauch in wissenschaftlichen Arbeiten

Reflexive Konstruktionen begegnen in Ergebnisteilen häufig: Es zeigt sich, es ergibt sich, daraus folgt sich. Alle drei sind unauffällig und in Fachtexten üblich.

Kritisch wird es, wenn die reflexive Form eine Handlung verschleiert. Die Daten bereinigten sich verschweigt, dass jemand bereinigt hat, und genau das gehört in den Methodenteil.

Ein zweiter Prüfpunkt betrifft sich beziehen auf. Das Verb verlangt den Akkusativ: Die Arbeit bezieht sich auf drei Studien. Die Form mit Dativ ist ein verbreiteter Fehler.

Ein dritter Punkt ist die Häufung. Drei reflexive Verben in einem Absatz machen ihn unpersönlich, und wo eine handelnde Person genannt werden kann, gewinnt der Text durch die aktive Form.

Ein vierter Punkt betrifft die Stellung im Nebensatz mit Modalverb. Dort rückt das Pronomen hinter das Subjekt und vor die Verbformen: dass sich die Ergebnisse bestätigen lassen. Bei langen Subjekten geht diese Reihenfolge leicht verloren.

Fazit: Reflexivpronomen auf einen Blick

Reflexivpronomen verweisen auf das Subjekt zurück. Die Formen entsprechen den Personalpronomen, nur in der dritten Person steht sich für Singular und Plural.

Allein steht der Akkusativ, mit zweitem Objekt der Dativ: Ich wasche mich, aber ich wasche mir die Hände. Sich wird immer kleingeschrieben.

Zu den Fällen und Pronomen Personalpronomen, Dativ und Akkusativ.

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Häufige Fragen zu Reflexivpronomen

Was sind Reflexivpronomen?

Wörter, die auf das Subjekt zurückverweisen: mich, dich, sich, uns, euch, sich.

Wann steht mir und wann mich?

Allein steht der Akkusativ mich. Kommt ein zweites Objekt hinzu, steht der Dativ mir: Ich wasche mir die Hände.

Wird sich in der Höflichkeitsanrede großgeschrieben?

Nein. Es heißt Setzen Sie sich, mit kleinem sich.

Was sind echte reflexive Verben?

Verben, die ohne Reflexivpronomen nicht vorkommen: sich schämen, sich beeilen, sich weigern.

Wie unterscheide ich reflexiv von gegenseitig?

Wir helfen uns ist mehrdeutig. Für die gegenseitige Bedeutung steht einander: Wir helfen einander.

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