Singular und Plural: Regeln, Sonderfälle und Beispiele

Einzahl und Mehrzahl, ihre Sonderfälle und die Übereinstimmung im Satz

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Singular und Plural sind die beiden Zahlformen des Deutschen, also Einzahl und Mehrzahl. Der Fachbegriff für dieses Merkmal lautet Numerus. Er betrifft Substantive, Artikel, Adjektive, Pronomen und Verben, und alle müssen zusammenpassen: Ein Subjekt im Plural verlangt ein Verb im Plural. Genau bei dieser Übereinstimmung entstehen die häufigsten Fehler, besonders wenn zwischen Subjekt und Verb mehrere Wörter stehen.

Die beiden Formen im Überblick

Der Singular bezeichnet eine Einheit: das Buch, die Frage, der Bericht. Er ist die Grundform und steht im Wörterbuch.

Der Plural bezeichnet mehrere: die Bücher, die Fragen, die Berichte. Im Plural haben alle Substantive denselben Artikel, nämlich die.

Gebildet wird der Plural mit fünf Endungen: -e, -er, -en, -s und der endungslosen Form, teils mit Umlaut. Welche Endung ein Wort bekommt, lässt sich nicht ableiten.

Wörter ohne Plural

Manche Substantive haben nur eine Einzahl. Sie heißen Singulariatantum.

Stoffbezeichnungen: Milch, Mehl, Gold, Sand, Regen. Wo eine Mehrzahl nötig ist, hilft eine Umschreibung: Sorten, Mengen, Arten.

Abstrakta: Hitze, Kälte, Glück, Ruhe, Liebe. Auch hier ist der Plural ungebräuchlich oder bedeutet etwas anderes.

Sammelbezeichnungen: Obst, Gemüse, Vieh, Gepäck, Publikum. Statt Gepäcke heißt es Gepäckstücke.

Singular und Plural
Singular und Plural im Überblick.

Wörter ohne Singular

Andere Substantive haben nur eine Mehrzahl. Sie heißen Pluraliatantum.

Beispiele: Eltern, Leute, Geschwister, Ferien, Kosten, Finanzen, Lebensmittel, Trümmer, Masern.

Für die Einzahl gibt es Ersatzwörter: Elternteil für ein Elternteil, Person für einen der Leute, Bruder oder Schwester für ein Geschwister.

Bei Kosten ist die Einzahl der Kostenpunkt oder schlicht der Betrag. Die Form die Kost gehört zu einem anderen Wort und bedeutet Nahrung.

Der Numerus bei Verben und Adjektiven

Auch das Verb trägt den Numerus: er kommt gegenüber sie kommen. Diese Endung muss zum Subjekt passen, und zwar unabhängig davon, wie viele Wörter dazwischen stehen.

Adjektive tragen ihn ebenfalls, allerdings nur in gebeugter Stellung: der lange Bericht gegenüber die langen Berichte. Als Prädikativ bleiben sie endungslos: Die Berichte sind lang.

Pronomen unterscheiden beide Zahlen durchgehend: er, sie, es gegenüber sie; dieser gegenüber diese; mein gegenüber meine. Damit eignen sie sich als Probe, wenn die Form des Substantivs nicht eindeutig ist.

Bei zusammengesetzten Subjekten gilt der Plural: Der Bericht und die Auswertung liegen vor. Auch wenn beide Teile im Singular stehen, ist ihre Summe ein Plural.

Häufige Fehler und Zweifelsfälle

Die Übereinstimmung: Die Zahl der Anmeldungen ist gestiegen, nicht sind gestiegen. Das Subjekt ist Zahl im Singular, nicht Anmeldungen.

Nach Mengenangaben: Eine Reihe von Studien zeigt, nicht zeigen. Das Subjekt ist Reihe. Umgangssprachlich ist der Plural verbreitet und in Wörterbüchern inzwischen ebenfalls verzeichnet.

Maßeinheiten: Nach Zahlen bleiben sie im Singular: drei Meter, fünf Kilogramm, zehn Grad. Zeiteinheiten und Flächenmaße stehen im Plural: drei Wochen, fünf Quadratmeter.

Zwei Plurale mit verschiedener Bedeutung: die Worte (zusammenhängende Rede) gegenüber die Wörter (einzelne Vokabeln); die Bänke gegenüber die Banken.

Prozent und Prozentpunkte: Nach Prozentangaben richtet sich das Verb nach dem folgenden Substantiv: 20 Prozent der Befragten stimmten zu.

Singular und Plural

Die Zahlformen in wissenschaftlichen Arbeiten

Am häufigsten fällt die falsche Übereinstimmung auf. Wenn zwischen Subjekt und Verb ein langes Attribut steht, verliert man leicht den Anschluss.

Die Probe ist einfach: Das Attribut streichen und den Kernsatz lesen. Die Zahl ist gestiegen zeigt sofort, dass der Singular richtig ist.

Ein zweiter Punkt betrifft Fachbegriffe aus dem Lateinischen. Datum und Daten, Kriterium und Kriterien, Modus und Modi folgen ihrer eigenen Beugung, und deutsche Endungen sind dort falsch.

Ein dritter Prüfpunkt ist die generische Verwendung. Der Proband im Singular meint eine typische Person, die Probanden im Plural die tatsächliche Gruppe. In Methodenteilen ist der Plural genauer, weil er auf die konkrete Stichprobe verweist.

Fazit: Singular und Plural auf einen Blick

Singular und Plural sind Einzahl und Mehrzahl. Im Plural tragen alle Substantive den Artikel die.

Manche Wörter haben nur eine Form: Milch und Obst nur Singular, Eltern und Ferien nur Plural. Subjekt und Verb müssen in der Zahl übereinstimmen.

Die Einordnung „Singular und Plural: Regeln, Sonderfälle und Beispiele“ fasst den vollständigen Zusammenhang zusammen.

Weiter zu den Formen im Detail Plural Bildung, Deklination und Substantiv.

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Häufige Fragen zu Singular und Plural

Was bedeuten Singular und Plural?

Singular ist die Einzahl, Plural die Mehrzahl. Der Fachbegriff für dieses Merkmal lautet Numerus.

Welche Wörter haben keinen Plural?

Stoffbezeichnungen wie Milch, Abstrakta wie Glück und Sammelbezeichnungen wie Obst und Gepäck.

Welche Wörter haben keinen Singular?

Eltern, Leute, Geschwister, Ferien, Kosten und Lebensmittel. Sie heißen Pluraliatantum.

Heißt es die Zahl der Anmeldungen ist oder sind gestiegen?

Ist gestiegen. Das Subjekt ist Zahl im Singular, nicht Anmeldungen.

Stehen Maßeinheiten nach Zahlen im Plural?

Meist nicht: drei Meter, fünf Kilogramm. Zeiteinheiten und Flächenmaße stehen dagegen im Plural.

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