Plural von Tempo: Tempi oder Tempos?
Ein Wort, zwei korrekte Pluralformen
Der Plural von Tempo lautet je nach Kontext Tempi oder Tempos, beide Formen sind laut Duden korrekt. Wer über Musik spricht und das Tempo eines Stücks meint, verwendet meist die italienische Pluralform Tempi, wie sie auch in der Fachsprache der Musik gebräuchlich ist. Im allgemeinen Sprachgebrauch, etwa wenn es um Geschwindigkeiten im Straßenverkehr oder um Papiertaschentücher geht, ist Tempos die gängige und ebenfalls korrekte Form. Welche Variante Sie wählen, hängt also vom Zusammenhang ab, nicht von Regeln.
Die kurze Antwort: Tempi oder Tempos
Der Plural von Tempo hat zwei korrekte Formen, und beide stehen so im Duden. In der Musik und unter Fachleuten ist Tempi die gebräuchliche Mehrzahl, entlehnt aus dem Italienischen, wo sie seit Jahrhunderten für Geschwindigkeitsangaben in Notentexten verwendet wird. Im Alltag, etwa bei Geschwindigkeiten im Straßenverkehr oder bei Papiertaschentüchern, wird dagegen meist Tempos gebraucht, weil sich die deutsche Pluralbildung mit s hier durchgesetzt hat.
Beide Formen gelten als standardsprachlich richtig, sodass Sie mit keiner der beiden Varianten einen Fehler machen. Entscheidend ist allein, in welchem Zusammenhang Sie das Wort benutzen: Fachsprache der Musik oder allgemeiner Sprachgebrauch.

Woher kommen die beiden Pluralformen?
Das Wort Tempo stammt aus dem Italienischen und bedeutet dort wörtlich „Zeit“. Im Deutschen wurde es als Fachbegriff der Musik übernommen, und mit ihm auch die italienische Pluralbildung Tempi. Diese Form hat sich in der musikalischen Fachsprache bis heute gehalten, weil Komponisten und Dirigenten sie international einheitlich verwenden.
Außerhalb der Musik hat sich das Wort Tempo längst eingedeutscht, und mit ihm die reguläre deutsche Pluralendung auf s. So entstand Tempos für Geschwindigkeiten, Fahrgeschwindigkeiten oder eben auch für die Marke, die umgangssprachlich für Papiertaschentücher steht. Beide Entwicklungen laufen parallel und erklären, warum heute zwei Formen nebeneinander existieren.
Beispielsätze mit Tempi und Tempos
In der Musik heißt es zum Beispiel: „Der Dirigent wechselte innerhalb des Konzerts mehrfach die Tempi.“ Oder: „Die verschiedenen Tempi des Stücks stellten das Orchester vor eine Herausforderung.“ Hier ist ausschließlich die Form Tempi korrekt, denn im musikalischen Fachkontext gilt sie als Standard.
Im allgemeinen Sprachgebrauch klingt es dagegen so: „Auf der Autobahn wurden verschiedene Tempos gemessen.“ Oder: „Sie kaufte gleich drei Packungen Tempos für die Handtasche.“ In beiden Fällen wäre Tempi ungewöhnlich und würde gestelzt wirken, weil außerhalb der Musik die eingedeutschte Form üblich ist. Merken Sie sich einfach: Musik bevorzugt Tempi, alles andere bevorzugt Tempos.
Häufige Fehler beim Plural von Tempo
Ein verbreiteter Fehler ist die Annahme, nur eine der beiden Formen sei korrekt und die andere falsch. Das stimmt nicht: Der Plural von Tempo ist im Deutschen doppelt geregelt, und beide Varianten stehen gleichberechtigt im Duden. Wer im Alltagstext krampfhaft Tempi statt Tempos verwendet, klingt schnell überkorrekt oder gestelzt.
Ein weiterer Fehler ist die falsche Schreibweise Tempis, die es im Deutschen nicht gibt: Entweder bleibt die italienische Form Tempi unverändert, oder es wird die eingedeutschte Form Tempos gebildet. Auch die Einzahl wird gelegentlich falsch gebildet, etwa als das Tempi statt korrekt das Tempo. Solche Unsicherheiten lassen sich mit einer professionellen Rechtschreibprüfung zuverlässig vermeiden.

Eselsbrücke: Musik zählt zu i, Rest zu s
Eine einfache Eselsbrücke hilft beim Merken: Wer über Musik spricht, denkt an das italienische i in Tempi, wie in vielen anderen musikalischen Fachbegriffen aus dem Italienischen (etwa Konzert, Sonate, Tempo selbst). Für alles andere, vom Straßenverkehr bis zum Taschentuch, gilt die einfache deutsche Regel: Pluralendung s, also Tempos.
Wer unsicher ist, kann sich auch fragen, ob im Satz ein Dirigent, ein Orchester oder ein Musikstück vorkommt. Ist das der Fall, passt fast immer Tempi. Geht es dagegen um Geschwindigkeit im Alltag oder um ein Produkt, ist Tempos die richtige und natürlichere Wahl.
Fazit: Beide Formen sind erlaubt
Der Plural von Tempo lässt sich nicht auf eine einzige richtige Form festlegen, denn der Duden erlaubt sowohl Tempi als auch Tempos. Wichtig ist nur, die passende Form zum jeweiligen Kontext zu wählen: Tempi in der Musik und unter Fachleuten, Tempos im allgemeinen Sprachgebrauch. So treffen Sie in jedem Text die richtige Wahl, ohne sich auf eine der beiden Formen versteifen zu müssen.
Wenn Sie sich bei diesem oder anderen Pluralformen unsicher sind, lohnt sich ein Blick in aktuelle Rechtschreibregeln, denn gerade Fremdwörter mit doppelter Pluralbildung sorgen im Alltag häufig für Verwirrung.
Weitere sprachliche Zweifelsfälle: Plural von Risiko, Plural von Saldo und alle Rechtschreibregeln.