Interjektion: Definition, Liste und Beispiele

Die Wortart der Ausrufe, ihre Gruppen und die Regeln zur Kommasetzung

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Eine Interjektion ist ein Ausrufewort: ach, oh, hm, aua, pst, hurra. Sie steht außerhalb des Satzbaus, wird nie gebeugt und ist keinem Satzglied gleichgestellt. Genau das macht sie zur eigenständigen Wortart, obwohl sie grammatisch nichts leistet. In geschriebenen Texten begegnet sie fast nur in Dialogen, in gesprochener Sprache dagegen ständig, und ihre Wiedergabe in Transkripten ist eine eigene methodische Frage.

Interjektion: die Definition in einem Satz

Eine Interjektion drückt eine Empfindung, eine Reaktion oder einen Laut aus. Der deutsche Name lautet Ausrufewort oder Empfindungswort.

Typisch dafür sind Unveränderlichkeit und Selbstständigkeit: Das Wort erhält keine Kasusendung und übernimmt im Satz keine syntaktische Funktion.

Der Terminus geht auf das lateinische interiectio für „Dazwischenwerfen“ zurück. Interjektionen sind meist eigenständige Äußerungen und werden nicht als Satzglieder eingeordnet.

Die Gruppen mit Beispielen

Empfindungsausdrücke drücken Gefühle aus: ach, oh, aua, igitt, pfui, hurra, juhu, oje, huch.

Aufforderungswörter richten sich an ein Gegenüber, zum Beispiel pst oder heda.

Lautnachahmungen wie peng, klirr, wusch, plumps, miau, wau oder tick können als Interjektionen verwendet werden.

Gesprächssignale wie hm, äh und tja können als Interjektionen verwendet werden. Ob sie in Transkripten erfasst werden, richtet sich nach dem gewählten Verfahren.

Interjektion
Interjektion im Überblick.

Die Kommasetzung

Eine vorangestellte Interjektion wird gewöhnlich durch ein Komma abgetrennt: Ach, das kannte ich gar nicht. Na, das wird schon.

Bei starker Betonung kann ein Exklamationszeichen stehen; der folgende Satz beginnt dann mit einem Großbuchstaben: Halt! Bleib stehen!

Steht sie mitten im Satz, wird sie von zwei Kommata eingeschlossen: Das lief, oje, daneben. Solche Stellungen wirken mündlich und sind selten.

Das Komma kann entfallen, wenn die Interjektion eng mit dem folgenden Ausdruck verbunden ist: Ach lass mich doch in Ruhe.

Regeln zur Zeichensetzung in der wörtlichen Rede

In Dialogen steht die Interjektion innerhalb der Anführungszeichen, weil sie zur wörtlichen Rede und nicht zum Begleitsatz gehört.

Unterbricht ein Begleitsatz die wörtliche Rede, werden die Teile der Rede und der Begleitsatz korrekt abgegrenzt: „Ach“, sagte sie, „das wusste ich nicht.“ Steht die Interjektion als Ausruf allein, kann ein Ausrufezeichen stehen: „Halt!“, rief sie.

Comics und Chats folgen oft eigenen Schreibkonventionen. Beim Zitieren gibt man die Vorlage wortgetreu wieder und kennzeichnet sie als Zitat.

Typische Fehler und häufige Zweifelsfälle

Ah oder ach: Beide Interjektionen können je nach Kontext und Betonung unterschiedliche Reaktionen ausdrücken. Für die passende Schreibung und Bedeutung hilft ein Wörterbucheintrag.

Ja und nein: Als Antworten können sie selbstständig stehen. Innerhalb eines Satzes haben Wörter wie ja, doch, halt und eben je nach Verwendung Partikelfunktionen: Das ist ja klar.

Die Schreibung von Interjektionen: Sie ist teils schwankend; neben oh kommt auch o vor. Schreibungen wie ach, äh, aha und oje sind im Wörterbuch nachzuschlagen.

Buchstabenvielfachung: Varianten wie ohhh oder ahhh kommen vor allem in informellen Texten vor und dienen der Darstellung von Dehnung oder Betonung. Für formelle Texte ist die übliche Wörterbuchschreibung meist die bessere Wahl.

Interjektion oder Partikel: Im Satz werden Wörter wie doch, halt und eben häufig als Modalpartikeln verwendet. Die Einordnung hängt jedoch vom jeweiligen Gebrauch ab.

Interjektion

Der Gebrauch in Texten und Transkripten

Literatur nutzt Interjektionen für die Figurensprache. Sie beleben Gespräche und offenbaren Reaktionen, ohne diese direkt zu schildern.

In wissenschaftlichen Arbeiten können Interjektionen etwa in Zitaten, Transkripten oder bei der Analyse gesprochener Sprache vorkommen. Wer aus einem Interview zitiert, gibt sie mit wieder, weil eine Glättung den Zitatwortlaut verändert.

In Transkripten sind sie ein methodischer Punkt. Das gewählte Transkriptionsverfahren legt fest, ob äh und hm mitgeschrieben werden; diese Entscheidung ist im Methodenteil zu begründen.

Für die Auswertung können sie relevant sein. Ein gehäuftes äh vor einer Antwort kann auf Unsicherheit hindeuten; die Deutung verlangt jedoch die Analyse des Gesprächskontexts.

Ein letzter Punkt betrifft die Wiedergabe in Übersetzungen. Interjektionen sind stark sprachgebunden: Das deutsche aua heißt im Englischen ouch, das französische aïe. Eine wörtliche Übernahme wirkt fremd; deshalb ist die passende Entsprechung zu suchen, nicht abzuleiten.

Fazit: Interjektion auf einen Blick

Eine Interjektion ist ein Ausrufewort, das nicht flektiert wird und im Satz keine syntaktische Funktion hat. Sie kann Gefühle, Aufforderungen oder Lautnachahmungen ausdrücken.

Gewöhnlich trennt ein Komma die Interjektion vom folgenden Satz ab; bei starker Betonung kann ein Ausrufezeichen stehen. In akademischen Abhandlungen können Interjektionen zum Beispiel in Zitaten, Transkripten oder Analysen gesprochener Sprache vorkommen.

Diese Seite bietet eine Definition, eine Liste und Beispiele zur Interjektion.

Weitere Informationen zu anderen Kategorien bietet die Übersicht aller Klassen, ebenso wie Beiträge zur Kommasetzung sowie zum Adverb.

Zitate und Transkripte prüfen: Achten Sie auf eine wortgetreue Wiedergabe und passende Zeichensetzung.

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Häufige Fragen zur Interjektion

Was ist eine Interjektion?

Typische Beispiele sind ach, oh oder aua. Sie stehen außerhalb des Satzgefüges und werden nie gebeugt.

Steht nach einer Interjektion ein Komma?

Gewöhnlich wird eine Interjektion durch ein Komma abgetrennt: Ach, das kannte ich nicht. Bei starker Betonung kann ein Ausrufezeichen stehen; bei enger Bindung an den Satz kann das Komma entfallen.

Welche Arten von Interjektionen gibt es?

Dazu zählen Empfindungswörter, Aufforderungswörter und Lautnachahmungen. Gesprächssignale wie hm, äh und tja können je nach Verwendung ebenfalls als Interjektionen eingeordnet werden.

Sind doch und halt Interjektionen?

Im Satz werden doch und halt häufig als Modalpartikeln verwendet. Ob ein Wort als Interjektion oder Partikel gilt, hängt vom jeweiligen Gebrauch ab.

Gehören äh und hm in ein Transkript?

Das hängt vom angewandten Transkriptionsverfahren ab. Die Entscheidung ist im Methodenteil zu begründen.

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