Konjugation denken: alle Formen mit Tabelle
Stammformen, die gemischte Beugung und die Rektion des Verbs
Die Konjugation denken gehört zu den gemischten Verben: denken, dachte, gedacht. Wie bei bringen wechselt der Stamm von nk zu ch, und trotzdem stehen die Endungen -te und -t eines regelmäßigen Verbs. Neben den Formen ist die Rektion einen Blick wert, denn das Verb verlangt je nach Bedeutung verschiedene Präpositionen: an etwas denken, über etwas nachdenken, von jemandem etwas denken. Diese Tabellen zeigen alle Formen und ordnen die Zweifelsfälle.
Konjugation denken: die Stammformen
Die drei Stammformen lauten denken, dachte, gedacht. Der Stammvokal wechselt von e zu a, und der Konsonant von nk zu ch.
Trotz dieses doppelten Wechsels trägt das Präteritum die Endung -te und das Partizip die Endung -t. Diese Mischung teilt das Verb mit bringen, kennen, nennen, brennen und rennen.
Das Perfekt wird mit haben gebildet: ich habe gedacht. Eine Form mit sein gibt es nicht.
Zusammensetzungen folgen derselben Beugung: nachdenken, bedenken, gedenken, umdenken, andenken. Bei den trennbaren rutscht das ge- in die Mitte: nachgedacht, umgedacht.
Präsens und Imperativ
Präsens: ich denke, du denkst, er denkt, wir denken, ihr denkt, sie denken.
Im Präsens ist die Beugung vollständig regelmäßig. Der Wechsel setzt erst im Präteritum ein, was viele überrascht, die vom Präsens auf die übrigen Formen schließen.
Imperativ: denk oder denke, denkt, denken Sie. Ohne Vokalwechsel im Präsens ist das End-e im Singular freigestellt.

Präteritum, Perfekt und Plusquamperfekt
Präteritum: ich dachte, du dachtest, er dachte, wir dachten, ihr dachtet, sie dachten.
Perfekt: ich habe gedacht, du hast gedacht, er hat gedacht, wir haben gedacht, ihr habt gedacht, sie haben gedacht.
Plusquamperfekt: ich hatte gedacht, du hattest gedacht, er hatte gedacht, wir hatten gedacht, ihr hattet gedacht, sie hatten gedacht.
Eine Form mit e wie ich denkte existiert nicht. Sie entsteht durch Analogie zum Präsens und ist in keinem Wörterbuch verzeichnet.
Futur und Konjunktiv
Futur I: ich werde denken, du wirst denken, er wird denken, wir werden denken, ihr werdet denken, sie werden denken.
Futur II: ich werde gedacht haben, du wirst gedacht haben, er wird gedacht haben.
Konjunktiv I: ich denke, du denkest, er denke. Diese Formen gehören in die indirekte Rede: Sie sagt, er denke noch darüber nach.
Konjunktiv II: ich dächte, du dächtest, er dächte. Der Umlaut unterscheidet ihn vom Präteritum: dachte gegenüber dächte.
Häufige Fehler und Zweifelsfälle
Dachte, nicht denkte: Der Wechsel ist Pflicht. Die regelmäßige Form entsteht durch Analogie und ist falsch.
Dachte oder dächte: Ohne Umlaut ist es das Präteritum, mit Umlaut der Konjunktiv II. Ich dachte, es sei erledigt gegenüber ich dächte nicht daran.
An oder über: An etwas denken heißt etwas im Sinn haben, über etwas nachdenken heißt etwas erwägen. Beide Präpositionen sind nicht austauschbar, und die Verwechslung ist häufig.
Gedenken mit Genitiv: Die Zusammensetzung gedenken verlangt den Genitiv: Wir gedenken der Opfer. Der Dativ ist an dieser Stelle falsch, wird aber häufig verwendet.
Sich etwas denken heißt vermuten: Das habe ich mir gedacht. Diese reflexive Verwendung ist umgangssprachlich verbreitet und in geschriebenen Texten meist ersetzbar.

Wortfamilie und Verwendung
Zur Wortfamilie gehören der Gedanke, das Gedächtnis, das Andenken, bedenklich und nachdenklich. Der Gedanke zeigt dabei die alte Form mit nk, das Gedächtnis die mit ch.
In wissenschaftlichen Arbeiten ist denken als Verb selten. Statt ich denke, dass ist eine sachliche Formulierung üblich: Die Daten sprechen dafür, dass. Diese Ersetzung entfernt zugleich die persönliche Meinung, die in vielen Fächern unerwünscht ist.
In Diskussionsteilen ist das Verb dagegen zulässig, wenn eine Einschätzung ausdrücklich als solche gekennzeichnet werden soll. Die Fachkonventionen unterscheiden sich hier stark, und ein Blick in den Leitfaden des Fachbereichs klärt die Frage schneller als jede allgemeine Regel.
Fazit: Konjugation denken auf einen Blick
Die Stammformen lauten denken, dachte, gedacht. Das Verb ist gemischt: Es ändert den Stamm wie ein unregelmäßiges Verb und nimmt die Endungen eines regelmäßigen.
Im Präsens ist die Beugung regelmäßig. Der Konjunktiv II trägt einen Umlaut: dächte gegenüber dachte.
Die Einordnung „Konjugation denken: alle Formen mit Tabelle“ fasst den vollständigen Zusammenhang zusammen.
Zur selben Verbgruppe gehören Konjugation bringen, Unregelmäßige Verben und Konjunktiv I und II.