Konjugation essen: alle Formen mit Tabelle
Stammformen, der Imperativ iss und das ungewöhnliche Partizip
Die Konjugation essen ist unregelmäßig. Die Stammformen lauten essen, aß, gegessen. Besonders auffällig sind der Imperativ iss und das Partizip II gegessen. Die Tabellen zeigen die wichtigsten Formen und ordnen Zweifelsfälle ein.
Konjugation essen: die Stammformen
Die Basisformen sind essen, aß, gegessen. Dieses Verb gehört zur Ablautreihe e, a, e, zu der auch geben, lesen, sehen und treten gehören.
Im Präsens wechselt der Stammvokal von e zu i, aber nur in der zweiten und dritten Person Singular: du isst, er isst. Beide Formen sind gleich, weil der Stamm auf ss endet.
Das Perfekt wird mit dem Hilfsverb haben gebildet: ich habe gegessen. Das Partizip II lautet gegessen.
Zu den Zusammensetzungen zählen aufessen und auffressen. Sie werden jeweils wie ihre Grundverben konjugiert.
Formen im Präsens und Imperativ
Präsens: ich esse, du isst, er isst, wir essen, ihr esst, sie essen.
Du isst und er isst klingen gleich. Da der Stamm auf ss endet, verkürzt sich die Endung -st zu -t. Dasselbe gilt für lassen und messen.
Imperativ: iss, esst, essen Sie. Im Singular steht iss ohne finales e, weil das Verb den Stammvokal wechselt. Die Form esse wäre hier grammatikalisch falsch.

Vergangenheitsformen: Präteritum, Perfekt und Plusquamperfekt
Präteritum: ich aß, du aßt, er aß, wir aßen, ihr aßt, sie aßen.
Perfekt: ich habe gegessen, du hast gegessen, er hat gegessen, wir haben gegessen, ihr habt gegessen, sie haben gegessen.
Plusquamperfekt: ich hatte gegessen, du hattest gegessen, er hatte gegessen, wir hatten gegessen, ihr hattet gegessen, sie hatten gegessen.
Das Präteritum wird mit ß geschrieben, weil der Vokal lang ist. Das Präsens dagegen mit ss, weil er kurz ist.
Futur und Konjunktiv
Futur I: ich werde essen, du wirst essen, er wird essen, wir werden essen, ihr werdet essen, sie werden essen.
Futur II: ich werde gegessen haben, du wirst gegessen haben, er wird gegessen haben, wir werden gegessen haben, ihr werdet gegessen haben, sie werden wohl gegessen haben.
Konjunktiv I: ich esse, du essest, er esse. Diese Formen verwendet man typischerweise in der indirekten Rede: Sie sagt, er esse kein Fleisch.
Konjunktiv II: ich äße, du äßest, er äße. Diese Formen wirken gehoben; häufig steht stattdessen die würde-Form, etwa ich würde essen.
Häufige Fehler und Zweifelsfälle
Iss oder esse: Der Imperativ lautet iss. Die Form esse ist die erste Person Präsens und in der Standardsprache kein Imperativ.
Gegessen, nicht geessen: Das Partizip II lautet gegessen; geessen ist keine standardsprachliche Schreibweise.
Isst oder ist: Isst und ist klingen gleich, gehören aber zu verschiedenen Verben: isst zu essen, ist zu sein. Welche Form passt, zeigt der Satzkontext.
Aß mit ß, isst mit ss: In diesen Formen steht nach langem Vokal ß (aß), nach kurzem Vokal ss (isst).
Essen und fressen: Beide Verben sind stark: essen bildet aß und gegessen, fressen fraß und gefressen. Bei Tieren ist fressen üblich; auf Menschen bezogen ist es meist abwertend.

Wortfamilie und Verwendung
Dazu zählen das Essen, der Esser, das Adjektiv essbar und das Kompositum Mittagessen. Außerdem ist Aas über eine frühere Stammvariante mit dieser Wortfamilie verbunden.
Vergessen gehört trotz der formalen Nähe nicht dazu. Sein Ursprung liegt in einer eigenen Wurzel mit der Bedeutung „verlieren“; daraus leiten sich vergaß und vergessen ab.
Essen kann als Substantiv eine Mahlzeit bezeichnen, zum Beispiel: Das Essen ist fertig. Die Großschreibung kennzeichnet hier das Substantiv.
Fazit: Konjugation essen auf einen Blick
Die Stammformen sind essen, aß, gegessen. Im Präsens wandelt sich e zu i; du isst und er isst klingen gleich.
Der Imperativ lautet iss ohne finales e. Das Partizip enthält ein zusätzliches g und lautet daher gegessen.
Der Überblick „Konjugation essen: alle Formen mit Tabelle“ fasst die wichtigsten Formen zusammen.
Ergänzende Informationen finden sich unter iss oder esse, Konjugation geben sowie Partizip 2.