Partizip 2: Formen und Beispiele im Satz

Regelmäßige und unregelmäßige Formen, Ausnahmen und der Gebrauch

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Partizip 2 ist eine Form, die in Perfekt, Plusquamperfekt, Futur II und im Passiv vorkommt: gemacht, gelesen, gefahren, geprüft. Man nennt es auch Partizip Perfekt. Ohne sie lassen sich mehrere der sechs Zeitformen nicht bilden. Der Mechanismus wirkt simpel: ge vorn, -t oder -en am Ende. Doch gerade die Abweichungen machen es interessant, weil etliche Verben das Partizip ohne ge bilden; das ist kein Zufall, sondern hängt unter anderem von Betonung und Präfix ab.

Partizip 2: Bildung im Satz erklärt

Bei regelmäßigen Verben wird die Form meist mit ge-, dem Verbstamm und der Endung (e)t gebildet: machen ergibt gemacht, fragen ergibt gefragt, lernen ergibt gelernt.

Bei starken Verben lautet die Endung -en, und meist ändert sich zusätzlich der Stammvokal: singen wird zu gesungen, sprechen zu gesprochen, schreiben zu geschrieben.

Beim dritten Typ kombinieren beide Merkmale. Diese sogenannten gemischten Verben verwenden zwar die Endung -t, verändern trotzdem den Vokal: bringen führt zu gebracht, denken zu gedacht, kennen zu gekannt.

Partizip 2 Bildung regelmäßig und unregelmäßig
Partizip 2 im Überblick.

In welchen Fällen das ge wegfällt

Das Präfix ge- steht bei Verben mit Anfangsbetonung häufig im Partizip 2. Bei Verben auf -ieren und bei nicht trennbaren Präfixen entfällt es.

Erstens gehören dazu Verben auf -ieren: studiert, kopiert, funktioniert, telefoniert. Diese Verben bilden das Partizip 2 ohne ge. Gestudiert wäre daher unzulässig.

Zweitens zählen dazu Verben mit untrennbarer Vorsilbe wie be-, ge-, er-, ver-, zer-, ent-, emp-, miss: besucht, verkauft, entschieden, erklärt, zerstört.

Bei trennbaren Verben, die nicht auf -ieren enden, fällt das ge nicht weg, sondern steht zwischen Vorsilbe und Stamm: aufgeräumt, eingekauft, mitgebracht, angerufen.

Die drei Einsatzbereiche im Satz

An erster Stelle findet man es im Perfekt und Plusquamperfekt: Ich habe gelesen. Ich hatte gelesen. Dabei kombiniert es sich mit haben oder sein.

An zweiter Stelle steht es im Passiv: Der Antrag wird geprüft. Das Partizip 2 steht dabei mit einer Form von werden; im Futurpassiv kommt ein weiteres werden hinzu.

An dritter Stelle fungiert es als Adjektiv: der geprüfte Antrag, die gelesene Seite, ein gekochtes Ei. In dieser Rolle übernimmt es die Deklination eines regulären Adjektivs samt entsprechender Endungen.

Häufige Fehler und typische Zweifelsfälle

Ein häufiger Fehler ist das überflüssige ge- bei Verben auf -ieren. Korrekt lauten sie studiert, nicht gestudiert, ebenso markiert, nicht gemarkiert. Rechtschreibprogramme können bei der Kontrolle hilfreich sein, ersetzen aber keine Grammatikprüfung.

Irrtum Nummer zwei dreht sich um trennbare und untrennbare Vorsilben. Bei um-, über-, unter-, durch- und wider kann die Betonung die Bedeutung und damit die Partizipform bestimmen: umgefahren bedeutet etwa „jemand wird umgefahren“, umfahren dagegen „jemand fährt um etwas herum“.

Punkt drei behandelt die Doppelformen. Bestimmte Verben besitzen zwei Partizipien mit unterschiedlichen Bedeutungen: geschaffen bedeutet „erschaffen“, während geschafft „bewältigt“ bedeutet. Auch bei gesendet/gesandt und gewendet/gewandt kann der Kontext die Wahl bestimmen.

Der vierte Punkt betrifft die Modalverben. Steht ein Modalverb mit einem weiteren Verb im Infinitiv, ersetzt der Infinitiv das Partizip: ich habe gehen müssen, nicht ich habe gehen gemusst. Dieser Mechanismus heißt Ersatzinfinitiv; auch bei lassen, sehen und hören ist er möglich.

Ein letzter Punkt ist die Kommasetzung bei Partizipgruppen. Partizipgruppen können mit Kommas hervorgehoben werden; als eingeschobene Zusätze stehen sie zwischen zwei Kommas. Beispiel: Vom Blitz getroffen, fiel er zu Boden.

Partizip 2 häufige Fehler ohne ge-

Formen der wichtigsten unregelmäßigen Verben

Vokale wandeln sich hier zu o: sprechen/gesprochen, nehmen/genommen, helfen/geholfen, brechen/gebrochen, treffen/getroffen.

Partizipien mit e: lesen/gelesen, sehen/gesehen, geben/gegeben, essen/gegessen; nur bitten/gebeten zeigt einen Vokalwechsel.

Beim Wechsel nach u entstehen: singen/gesungen, finden/gefunden, trinken/getrunken, binden/gebunden, springen/gesprungen.

Ohne Vokalwechsel: fahren, gefahren; laufen, gelaufen; schlafen, geschlafen; tragen, getragen; halten, gehalten. Diese Gruppe ändert den Vokal nur im Präteritum, nicht im Partizip.

Fazit: Partizip 2 auf den Punkt gebracht

Regelmäßige Verben bilden ihr Partizip 2 in der Regel mit ge- und der Endung (e)t, starke Verben meist mit der Endung -en. Man findet es in Perfekt, Plusquamperfekt, Futur II sowie Passivkonstruktionen und zusätzlich als Attribut.

Verben auf -ieren ebenso wie solche mit nicht trennbarem Präfix verzichten auf das ge. Bei trennbaren Verben, die nicht auf -ieren enden, steht es zwischen Präfix und Stamm: aufgeräumt, angerufen.

Die Beispiele zeigen Bildung und Verwendung des Partizips 2.

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Häufige Fragen zum Partizip 2

Wie wird das Partizip 2 gebildet?

Bei regelmäßigen Verben meist aus ge plus Stamm plus (e)t (gemacht), bei starken Verben aus ge plus Stamm plus -en, oft mit Vokalwechsel (gesungen).

Warum heißt es studiert und nicht gestudiert?

Verben auf -ieren bilden das Partizip 2 ohne ge: studiert, nicht gestudiert.

Was ist der Unterschied zwischen Partizip 1 und Partizip 2?

Das Partizip 1 endet auf -end (lesend) und beschreibt meist etwas Gleichzeitig- oder Andauerndes. Das Partizip 2 bezeichnet häufig ein abgeschlossenes Geschehen und bildet unter anderem Perfekt und Passiv.

Wo steht das ge bei trennbaren Verben?

Bei trennbaren Verben, die nicht auf -ieren enden, steht das ge zwischen Vorsilbe und Stamm: aufgeräumt, eingekauft, mitgebracht, angerufen.

Heißt es ich habe gehen gemusst?

Wenn müssen mit einem weiteren Infinitiv steht, lautet die Form: ich habe gehen müssen. Hier steht der Ersatzinfinitiv statt gemusst.

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