Unregelmäßige Verben: Liste, Ablautreihen und Regeln

Ablautreihen, gemischte Verben und Merkhilfen im Überblick

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Unregelmäßige Verben ändern im Präteritum und meist auch im Partizip 2 ihren Stammvokal: singen, sang, gesungen. Rund 200 davon gibt es im Deutschen, und sie gehören zugleich zu den häufigsten Verben überhaupt. Das ist kein Zufall: Nur oft gebrauchte Formen überleben eine unregelmäßige Beugung. Wer die Muster kennt, muss deutlich weniger auswendig lernen, denn die Vokalwechsel folgen einer überschaubaren Zahl von Reihen.

Was unregelmäßige Verben ausmacht

Regelmäßige Verben setzen im Präteritum ein -te an den unveränderten Stamm: fragen, fragte, gefragt. Der Vokal bleibt gleich, die Endung trägt die Information.

Unregelmäßige Verben ändern dagegen den Stammvokal und nehmen im Partizip die Endung -en: sprechen, sprach, gesprochen. Dieser Wechsel heißt Ablaut und ist älter als die regelmäßige Beugung.

Viele dieser Verben ändern zusätzlich im Präsens den Vokal, aber nur in der zweiten und dritten Person Singular: du sprichst, er spricht. Diese Änderung folgt eigenen Regeln und betrifft nicht alle Verben der Gruppe.

Unregelmäßige Verben: Vergleich regelmäßig und unregelmäßig
Unregelmäßige Verben im Überblick.

Die wichtigsten Ablautreihen

i, a, u: singen, sang, gesungen. Weitere Beispiele: finden, trinken, binden, springen, zwingen, gelingen, klingen.

ei, ie, ie: bleiben, blieb, geblieben. Auch hier: schreiben, steigen, treiben, scheinen, schweigen, leihen.

ei, i, i: greifen, griff, gegriffen. Gilt ebenso für: reiten, schneiden, streiten, beißen, pfeifen, leiden.

e, a, o: sprechen, sprach, gesprochen. Passend dazu: helfen, brechen, treffen, werfen, sterben, nehmen.

ie, o, o: fliegen, flog, geflogen. Gleichfalls: ziehen, schließen, verlieren, wiegen, biegen, frieren.

a, u, a: fahren, fuhr, gefahren. Ferner: tragen, schlagen, graben, laden, waschen.

Gemischte Verben und echte Ausnahmen

Gemischte Verben verbinden beides: Sie ändern den Vokal wie unregelmäßige Verben, nehmen trotzdem aber die Endung -t. Dazu gehören bringen, brachte, gebracht sowie denken, kennen, nennen, brennen, rennen, senden und wenden.

Echte Einzelfälle sind die häufigsten Verben der Sprache: sein, war, gewesen; haben, hatte, gehabt; werden, wurde, geworden; gehen, ging, gegangen; stehen, stand, gestanden; tun, tat, getan.

Modalverben bilden eine eigene Gruppe. Im Präteritum entfällt ihr Umlaut: können, konnte, gekonnt; müssen, musste, gemusst; dürfen, durfte, gedurft; mögen, mochte, gemocht.

Häufige Fehler und Zweifelsfälle

Am verbreitetsten ist die Übertragung der regelmäßigen Endung. Formen wie er gehte, sie nehmte oder ich denkte entstehen beim schnellen Schreiben und beim Spracherwerb, weil die Standardregel naheliegt.

Als nächstes stehen die Doppelformen. Manche Verben haben beide Beugungen mit unterschiedlicher Bedeutung: Er hat den Teig geschafft gegenüber er hat ein Werk geschaffen; sie hat den Brief gesendet gegenüber sie hat einen Boten gesandt.

Ein dritter Punkt betrifft schleifen, wiegen und bewegen. Diese drei haben je zwei vollständige Beugungen: schleifte (über den Boden ziehen) gegenüber schliff (schärfen), wog (Gewicht messen) gegenüber wiegte (schaukeln), bewog (veranlassen) gegenüber bewegte (in Bewegung setzen).

Wandel: Manche Verben geben ihre unregelmäßige Beugung langsam auf. Bei backen existieren sowohl buk als auch backte, wobei die regelmäßige Variante heute die üblichere ist. Solche Übergänge dauern Jahrzehnte.

Ein letzter Punkt betrifft das Präsens. Nicht jedes unregelmäßige Verb ändert dort den Vokal. Es heißt du singst, aber du sprichst, und diese Verteilung lässt sich nicht ableiten, sondern nur nachschlagen.

Unregelmäßige Verben: Zahlen zu Ablautreihen und Formen

So lassen sich die Formen am besten merken

Bewährt hat sich die Dreierform: Infinitiv, Präteritum, Partizip 2, immer zusammen gelernt. Wer nur zwei kennt, muss die dritte raten, und genau dort entstehen die Fehler.

Eine alternative Methode nutzt die Gruppierungen. Erkennt jemand, dass greifen, reiten und schneiden verwandt sind, erfasst er damit direkt viele ähnliche Fälle, da der innere Lautwechsel identisch verläuft.

Hier hilft der Praxisansatz: Beim Schreiben nicht raten, sondern gezielt nachschlagen. Falsche Präterita fallen sofort auf. In einer Abschlussarbeit wirken sie zudem stärker als Tippfehler, da sie als Grammatikfehler gelten.

Fazit: Unregelmäßige Verben kurz auf den Punkt gebracht

Unregelmäßige Verben ändern den Stammvokal und nehmen im Partizip die Endung -en. Rund 200 davon gibt es, und sie folgen einer überschaubaren Zahl von Ablautreihen.

Ergänzend zählen hybride Typen mit Vokaländerung plus -t sowie Sonderfälle wie sein, haben, werden, gehen, stehen und tun.

Im Zusammenhang „Unregelmäßige Verben: Liste, Formen und Regeln“ werden die zentralen Punkte gebündelt.

Passend dazu liefern Präteritum, Partizip 2 und Perfekt mit haben oder sein die nötigen Strukturbausteine.

Grammatik im Text prüfen: Unser Lektorat prüft Verbformen sorgfältig auf Fehler.

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Häufige Fragen zu unregelmäßigen Verben

Wie viele unregelmäßige Verben hat das Deutsche?

Rund 200. Da nur oft gebrauchte Formen eine unregelmäßige Beugung beibehalten, gehören sie zu den häufigsten Verben.

Was ist ein Ablaut?

Der Wechsel des Stammvokals zwischen Infinitiv, Präteritum und Partizip: singen, sang, gesungen. Dieses Prinzip ist älter als die regelmäßige Beugung mit -te.

Was sind gemischte Verben?

Verben mit innerem Vokalwechsel, die trotzdem die Endung -t nehmen: bringen, brachte, gebracht. Dazu gehören auch denken, kennen und nennen.

Heißt es backte oder buk?

Zwei Varianten sind möglich. Backte wird heute deutlich häufiger verwendet. Die unregelmäßige Bildung geht langsam zurück.

Ändern alle unregelmäßigen Verben im Präsens den Vokal?

Nein. Es heißt du singst, aber du sprichst. Ob ein Wechsel stattfindet, lässt sich nicht ableiten.

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