Stak oder steckte: Was stimmt?
Zwei Formen, ein Verb, beide richtig
Sowohl stak oder steckte sind bei der Vergangenheitsform von stecken (im Sinne von festsitzen) korrekt, denn das Verb kann stark und schwach gebeugt werden. Der Schlüssel stak im Schloss klingt gehoben und literarisch, während der Schlüssel steckte im Schloss die im Alltag übliche Form ist. Beide Varianten sind im Duden verzeichnet, unterscheiden sich aber im Stil: die starke Form wirkt altertümlich bis poetisch, die schwache Form neutral und modern. Wer unsicher ist, greift im normalen Sprachgebrauch am besten zur schwachen Form.
Kurz und knapp: Die Antwort
Beide Formen sind korrekt: stak oder steckte lassen sich beide als Präteritum von stecken verwenden, wenn das Verb intransitiv gebraucht wird, also im Sinne von „festsitzen" oder „sich an einer Stelle befinden". Der Schlüssel stak im Schloss und der Schlüssel steckte im Schloss sind beide grammatisch einwandfrei.
Der Unterschied liegt im Sprachstil: stak ist die stark gebeugte, heute seltene und gehobene Form, steckte die schwach gebeugte und im Alltag deutlich gebräuchlichere Variante. Wer nicht besonders literarisch klingen möchte, ist mit steckte immer auf der sicheren Seite. Beide Varianten sind im Duden als korrekt verzeichnet, sodass niemand einen Fehler macht, wenn er sich für die eine oder andere Form entscheidet.

Regel und Herkunft: Starke und schwache Beugung
Das Verb stecken gehört zu den wenigen deutschen Verben, die je nach Bedeutung unterschiedlich gebeugt werden können. Wird stecken transitiv verwendet, also mit einem Objekt (jemand steckt etwas irgendwohin), ist ausschließlich die schwache Form korrekt: er steckte den Brief in den Umschlag. Nur bei intransitivem Gebrauch, wenn also etwas bereits an einem Ort festsitzt, sind sowohl die starke Form stak als auch die schwache Form steckte zulässig.
Historisch stammt stak aus der alten starken Konjugation des Verbs, wie sie auch bei stehen (stand) oder sitzen (saß) erhalten geblieben ist. Im heutigen Sprachgebrauch ist diese Form stark zurückgedrängt worden und wirkt daher eher literarisch oder altertümlich, während steckte sich als Standardform durchgesetzt hat. In der gesprochenen Sprache und in den meisten Texten ist steckte deshalb die häufigere Wahl.
Beispielsätze mit stak und steckte
Anhand von Beispielsätzen wird der Unterschied deutlicher. Mit der schwachen Form: Der Schlüssel steckte noch im Schloss, als wir nach Hause kamen. Oder: In der Wunde steckte ein kleiner Holzsplitter. Diese Sätze klingen neutral und passen in nahezu jeden Kontext, vom Alltagsgespräch bis zum sachlichen Bericht.
Mit der starken, gehobenen Form liest sich derselbe Sachverhalt so: Der Schlüssel stak noch im Schloss, als wir nach Hause kamen. Oder: In der Wunde stak ein kleiner Holzsplitter. Solche Sätze findet man vor allem in älterer Literatur, in Gedichten oder wenn bewusst ein feierlicher, altmodischer Ton gewählt werden soll. Für Alltagstexte, E-Mails oder Hausarbeiten empfiehlt sich in der Regel die unauffälligere Form steckte.
Häufige Fehler bei stak und steckte
Der häufigste Fehler entsteht, wenn stak in einem transitiven Satz verwendet wird, also mit einem Objekt: „Er stak den Schlüssel ins Schloss" ist falsch, weil in transitiver Bedeutung ausschließlich steckte korrekt ist, also „Er steckte den Schlüssel ins Schloss". Die starke Form ist somit ausschließlich auf den intransitiven Gebrauch beschränkt.
Ein weiterer Stolperstein ist die Verwechslung mit dem Konjunktiv II: Dort lautet die korrekte Form stäke oder steckte, niemals stak. Auch die Schreibweise „stack" mit ck ist falsch, sie existiert im Deutschen nicht. Wer unsicher ist, welche Form im jeweiligen Satz passt, greift im Zweifel am besten zur schwachen, immer korrekten Form steckte.

Merksatz: So behalten Sie den Unterschied
Eine einfache Eselsbrücke hilft bei der Entscheidung: Klingt der Satz wie aus einem alten Roman oder einer Bibelübersetzung, passt stak. Klingt er nach normaler Alltagssprache, ist steckte richtig. Wer sich merkt, dass stak die „altmodische kurze" Form ist und steckte die „moderne, häufige" Form, liegt in den meisten Fällen richtig.
Noch einfacher: Im Zweifel immer steckte wählen, denn diese Form ist in jedem Kontext korrekt und wirkt nie falsch oder gestelzt, während stak nur in bestimmten, eher literarischen Zusammenhängen wirklich passend klingt. So lässt sich stak oder steckte ohne langes Nachdenken sicher entscheiden.
Fazit
Zusammengefasst gilt: stak oder steckte sind beide richtig, solange stecken intransitiv verwendet wird und etwas bereits an einem Ort festsitzt. steckte ist die gebräuchliche, in jedem Zusammenhang passende Form, stak die seltenere, stilistisch gehobene Variante, die vor allem in literarischen oder feierlichen Texten vorkommt. Bei transitivem Gebrauch, wenn also jemand etwas irgendwohin steckt, ist dagegen ausschließlich steckte korrekt.
Wer sich generell unsicher bei starken und schwachen Verbformen fühlt, findet einen guten Überblick in unseren Rechtschreibregeln. Dort werden ähnliche Zweifelsfälle systematisch erklärt, sodass sich solche Fragen künftig schneller und sicherer beantworten lassen.
Weitere sprachliche Zweifelsfälle: scholl oder schallte, spross oder sprosste und alle Rechtschreibregeln.