Spross oder sprosste: Die Regel

Diese Form ist beim Präteritum korrekt

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Bei spross oder sprosste ist die Antwort eindeutig: Nur spross ist als Präteritum von sprießen korrekt, sprosste ist falsch und im Standarddeutschen nicht zulässig. Sprießen gehört zu den starken Verben, die ihren Stammvokal in der Vergangenheit verändern, ähnlich wie bei gießen (goss) oder schießen (schoss). Wer sprosste schreibt, überträgt fälschlich das Muster schwacher Verben wie kosten (kostete) auf ein starkes Verb. Im Alltag begegnet die Form spross vor allem in Wendungen wie Hoffnung spross oder Grün spross aus der Erde, während sprosste allenfalls in sehr seltenen Mundarten auftaucht.

Die kurze Antwort auf spross oder sprosste

Bei der Frage spross oder sprosste gibt es nur eine richtige Lösung: Das Präteritum von sprießen lautet spross. Die Form sprosste ist im Standarddeutschen falsch und wird vom Duden nicht als korrekte Beugung anerkannt. Wer über Pflanzen, Ideen oder Gefühle schreibt, die im Verlauf der Zeit entstanden sind, verwendet also ausschließlich spross.

Das Partizip Perfekt lautet entsprechend gesprossen, wie in die Saat ist gesprossen. Beide Formen, spross und gesprossen, gehören zur starken Konjugation des Verbs und weichen bewusst vom regelmäßigen Muster ab. Auch in Komposita und Nebensätzen bleibt spross die einzig zulässige Form, etwa in kaum war die Idee geboren, da spross schon der nächste Gedanke.

spross oder sprosste
spross oder sprosste im Überblick.

Warum spross und nicht sprosste die richtige Form ist

Sprießen zählt zu den starken Verben im Deutschen, die ihre Stammformen durch einen Wechsel des Vokals bilden statt durch die Endung -te. Der Ablautreihe folgend wird aus dem i im Infinitiv ein o im Präteritum: sprießen, spross, gesprossen. Genau dieses Muster zeigen auch verwandte Verben wie gießen (goss, gegossen), schießen (schoss, geschossen) oder genießen (genoss, genossen). Die Endung -te, wie sie bei sprosste fälschlich angehängt wird, ist typisch für schwache Verben wie kosten oder lernen und passt nicht zur Konjugationsklasse von sprießen.

Wer sich unsicher ist, welche Form bei einem starken Verb korrekt ist, findet verlässliche Orientierung in den Rechtschreibregeln zur Konjugation, die typische Ablautmuster im Deutschen erläutern.

Beispiele im Satz

Die folgenden Sätze zeigen die korrekte Verwendung von spross in unterschiedlichen Kontexten: Aus dem Samen spross innerhalb weniger Tage ein zarter Keim. In ihr spross die Hoffnung auf ein Wiedersehen. Zwischen den Pflastersteinen spross wildes Unkraut. Nach dem Streit spross langsam wieder Vertrauen zwischen den beiden.

Die Form sprosste taucht in seriösen Texten praktisch nicht auf und gilt als Fehler, etwa in dem falschen Satz Der Efeu sprosste an der Hauswand empor. Korrekt heißt es stattdessen: Der Efeu spross an der Hauswand empor. Auch im Partizip bleibt es einheitlich bei gesprossen, nicht gesprosst.

Häufige Fehler

Der häufigste Fehler entsteht, wenn schwache Verben wie kosten, lernen oder wohnen als Vorbild für sprießen genommen werden und die Endung -te einfach übernommen wird, sodass sprosste entsteht. Auch die Verwechslung mit ähnlich klingenden Verben wie sprossen (im Sinne von Sprossen, also Treppenstufen bilden) sorgt gelegentlich für Unsicherheit, obwohl dieses Verb ohnehin selten vorkommt. Ein weiterer Fehler ist die Bildung sprießte, die ebenfalls falsch ist, weil sie das starke Ablautmuster ignoriert.

Wer beim Schreiben unsicher wird, sollte die Grundform sprießen gedanklich mit gießen vergleichen: Wie es goss und nicht gießte heißt, heißt es auch spross und nicht sprosste. Diese Eselsbrücke hilft zuverlässig, auch in Prüfungen oder Bewerbungen keinen Fehler zu machen.

spross oder sprosste

So merkst du es dir

Ein einfacher Merksatz lautet: Sprießen wird wie gießen und schießen gebeugt, also spross wie goss und schoss, niemals sprosste. Wer sich die Reihe sprießen, spross, gesprossen wie ein festes Trio einprägt, vermeidet die Verwechslung dauerhaft. Hilfreich ist auch der Merkvers Was im Frühling frisch entspross, war nie sprosste, stets nur spross, der den Reim bewusst nutzt, um die richtige Form im Gedächtnis zu verankern.

Wer häufiger unsicher ist, kann sich zusätzlich eine kurze Liste starker Verben mit demselben Ablautmuster anlegen, etwa fließen (floss), verdrießen (verdross) und genießen (genoss), um das Prinzip hinter spross oder sprosste vollständig zu verinnerlichen.

Fazit

Bei der Entscheidung spross oder sprosste bleibt die Regel einfach: spross ist die einzig korrekte Präteritumform von sprießen, sprosste ist ein Fehler, der aus der Verwechslung mit schwachen Verben entsteht. Für Texte, Abschlussarbeiten oder Bewerbungen lohnt es sich, solche Ablautformen genau zu prüfen, da sie zu den häufigsten Stolperfallen der deutschen Grammatik gehören.

Wer beim eigenen Text unsicher ist, ob spross durchgängig korrekt verwendet wurde, kann die Formulierungen von einem professionellen Team prüfen lassen. Unsere Korrekturlesen-Experten achten gezielt auf starke Verben, Ablautformen und andere typische Fehlerquellen, damit der fertige Text sprachlich einwandfrei ist.

Welche Form bei „spross oder sprosste“ richtig ist, zeigen Schreibweise, Regel und Beispiele hier verständlich erklärt.

Weitere sprachliche Zweifelsfälle: gehauen oder gehaut, geschworen oder geschwört und alle Rechtschreibregeln.

Lassen Sie unsicher formulierte Verbformen wie spross oder sprosste unkompliziert von unserer Rechtschreibprüfung gegenchecken.

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Häufige Fragen zu spross oder sprosste

Was ist richtig: spross oder sprosste?

Richtig ist ausschließlich spross. Sprießen gehört zu den starken Verben und bildet das Präteritum durch einen Vokalwechsel, nicht durch die Endung -te. Sprosste gilt daher im Standarddeutschen als falsch und sollte in Texten, Bewerbungen oder Abschlussarbeiten vermieden werden. Auch in gehobener Alltagssprache setzt sich zunehmend nur die Form spross durch.

Warum heißt es spross und nicht sprossete oder sprosste?

Sprießen ist ein starkes Verb und folgt der Ablautreihe i, o, o wie bei gießen (goss) oder schießen (schoss). Die Formen sprossete und sprosste übertragen fälschlich das Muster schwacher Verben wie kosten (kostete) auf sprießen und sind deshalb nicht korrekt.

Wie lautet das Partizip Perfekt von sprießen?

Das Partizip Perfekt lautet gesprossen, wie in die Saat ist gesprossen. Eine Form wie gesprosst existiert im Standarddeutschen nicht. Zusammen mit dem Präteritum spross bildet gesprossen die vollständige und einzig korrekte Stammform-Reihe des starken Verbs sprießen. Wer sich diese drei Formen einprägt, vermeidet automatisch auch die falsche Nebenform sprosste.

Ist sprosste in manchen Regionen oder im Dialekt üblich?

Sprosste taucht gelegentlich in mündlicher Umgangssprache oder regionalen Varianten auf, gilt im Standarddeutschen und in geschriebenen Texten aber durchgehend als falsch. Für Bewerbungen, Hausarbeiten oder Webtexte sollte deshalb immer spross verwendet werden, unabhängig davon, welche Form regional gebräuchlich klingt. Im Duden ist ausschließlich spross verzeichnet.

Gibt es ähnliche Verben mit demselben Muster wie spross?

Ja, zahlreiche starke Verben folgen demselben Ablautmuster wie sprießen: gießen wird zu goss, schießen zu schoss, genießen zu genoss und verdrießen zu verdross. Wer sich diese Reihe merkt, erkennt leicht, dass auch bei sprießen nur spross und niemals sprosste korrekt sein kann.

Wie kann ich sicherstellen, dass spross in meinem Text richtig steht?

Am zuverlässigsten ist eine gezielte Prüfung der starken Verbformen im Text, etwa mithilfe der Rechtschreibprüfung oder eines professionellen Lektorats. So werden Formen wie sprosste zuverlässig erkannt und durch die korrekte Form spross ersetzt, bevor der Text veröffentlicht wird. Das gilt besonders für wissenschaftliche und geschäftliche Texte.

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