Nimm oder nehme: die richtige Form
Ein Buchstabe entscheidet über richtig oder falsch
Bei nimm oder nehme ist im Imperativ nur eine Form korrekt: Es heißt nimm, wenn Sie jemanden direkt auffordern, etwas zu tun, etwa in nimm die Tasche mit. Nehme ist dagegen keine Befehlsform, sondern die Ich-Form im Präsens, wie in ich nehme den Bus, oder der Konjunktiv I in der indirekten Rede, wie in er sagt, er nehme das Angebot an. Wer beide Formen verwechselt, begeht einen typischen Grammatikfehler, der besonders in E-Mails, Anleitungen und Hausarbeiten auffällt. Der folgende Ratgeber erklärt, wie Sie den Imperativ von nehmen richtig bilden, zeigt Beispiele nach Duden und hilft, den Unterschied dauerhaft sicher anzuwenden.
Kurz und knapp: Was ist richtig?
Die kurze Antwort auf nimm oder nehme lautet: Im Imperativ Singular ist ausschließlich nimm korrekt. Diese Form nutzen Sie, wenn Sie eine Person direkt auffordern, sofort etwas zu tun, etwa Nimm den Schirm mit oder Nimm dir Zeit. Die Form nehme ist als Befehl dagegen falsch und gehört nicht in einen Aufforderungssatz.
Richtig verwendet wird nehme nur in anderen grammatischen Zusammenhängen, etwa in der ersten Person Singular Präsens (ich nehme) oder im Konjunktiv I bei indirekter Rede (sie bittet, dass er es nehme). Für den klassischen Befehlssatz an eine einzelne Person gilt deshalb: Wer eine Aufforderung formuliert, schreibt immer nimm, niemals nehme.

Warum heißt es nimm und nicht nehme?
Der Imperativ von starken Verben wie nehmen folgt einer eigenen Regel: Der Stammvokal ändert sich von e zu i, genau wie bei ähnlichen Verben etwa geben (gib!) oder sprechen (sprich!). Aus dem Stamm nehm wird dadurch im Imperativ Singular nimm, ganz ohne Endung. Dieser sogenannte e-i-Wechsel betrifft nur die zweite und dritte Person Singular im Präsens sowie den Imperativ, nicht aber die Ich-Form oder den Konjunktiv.
Die Form nehme entsteht dagegen aus dem unveränderten Stamm plus der Endung e, wie sie für die erste Person Singular Präsens typisch ist (ich nehme). Da der Imperativ eine eigene, verkürzte Form ohne diese Endung verlangt, bleibt nehme im Befehlssatz grammatisch falsch, auch wenn es sich im ersten Moment höflicher anhört.
Beispielsätze: nimm und nehme im Vergleich
Im direkten Vergleich wird der Unterschied schnell deutlich. Als Imperativ steht immer nimm, während nehme nur außerhalb der Befehlsform auftaucht:
- Nimm bitte deine Jacke mit, es wird kalt. (Imperativ, richtig)
- Nehme bitte deine Jacke mit. (Imperativ, falsch)
- Ich nehme morgen den ersten Zug. (Präsens, richtig)
- Er bittet darum, dass sie das Angebot nehme. (Konjunktiv I, richtig)
- Nimm dir für die Prüfung genug Zeit. (Imperativ, richtig)
Diese Beispiele zeigen: Sobald ein Satz als Befehl oder Aufforderung an eine Person formuliert ist, gehört ausschließlich nimm hinein. Taucht nehme auf, handelt es sich fast immer um die Ich-Form oder um indirekte Rede im Konjunktiv.
Typische Fehler bei nimm oder nehme
Der häufigste Fehler entsteht, wenn Schreibende nehme für höflicher oder korrekter halten als nimm und es deshalb in Aufforderungen einsetzen, etwa in Nehme doch Platz statt richtig Nimm doch Platz. Auch in Anleitungen, Rezepten oder Bedienungsanleitungen rutscht gelegentlich die falsche Form hinein, wenn Sätze schnell formuliert oder aus anderen Formen abgeleitet werden.
Ein zweiter Stolperstein ist die Verwechslung mit der Höflichkeitsform: Nehmen Sie ist im formellen Imperativ korrekt, da hier die dritte Person Plural verwendet wird. Wer daraus fälschlich ableitet, auch die einfache Anrede müsse auf e enden, landet bei nehme und liegt damit falsch. Bei Unsicherheit hilft eine gründliche Rechtschreibprüfung, solche Fehler vor der Veröffentlichung zu finden.

Eselsbrücke: So merken Sie sich die richtige Form
Eine einfache Eselsbrücke hilft dauerhaft weiter: Beim Imperativ von nehmen denken Sie an verwandte Verben mit demselben Muster, etwa geben und sprechen. Niemand sagt Gebe mir das Buch oder Spreche lauter, sondern Gib mir das Buch und Sprich lauter. Genauso gilt für nehmen: Der Befehl endet immer kurz und ohne e, also nimm.
Wer sich zusätzlich merkt, dass die Endung e typisch für die Ich-Form ist (ich nehme, ich gebe, ich spreche), erkennt sofort, dass diese Endung im Befehlssatz nichts zu suchen hat. Diese kleine Eselsbrücke lässt sich auf viele weitere starke Verben mit e-i-Wechsel übertragen und verhindert den Fehler dauerhaft.
Fazit: nimm oder nehme richtig anwenden
Die Frage nimm oder nehme lässt sich nach Duden eindeutig beantworten: Im Imperativ Singular ist ausschließlich nimm richtig, nehme ist als Befehlsform falsch und gehört nur in Präsens- oder Konjunktivsätze. Mit der Eselsbrücke über verwandte starke Verben wie geben und sprechen lässt sich die richtige Form dauerhaft verinnerlichen.
Gerade in Bewerbungen, Abschlussarbeiten oder geschäftlichen Texten fällt ein falsches nehme im Befehlssatz schnell negativ auf. Wer sich unsicher ist oder größere Textmengen zuverlässig prüfen lassen möchte, findet Unterstützung im professionellen Korrekturlesen, das genau solche Feinheiten der Grammatik zuverlässig erkennt und korrigiert.
So kennst du bei „nimm oder nehme“ die richtige Form: wie du den Imperativ richtig bilden musst, ist mit Beispielen erklärt.
Weitere sprachliche Zweifelsfälle: iss oder esse, der oder das Moment und alle Rechtschreibregeln.