Nomen-Verb-Verbindungen sicher erkennen und schreiben

Nomen-Verb-Verbindungen: Bedeutung, Liste und Schreibung

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 12. September 2026 · Deutsche Grammatik im Überblick

Dieser Überblick erklärt den belegten Fachbegriff Funktionsverbgefüge, ordnet ausgewählte Verben und Wendungen ein und zeigt Prüfschritte für Bedeutung und Schreibung.

Was sind Nomen-Verb-Verbindungen?

Nomen Verb-Verbindungen sind feste Verbindungen aus einem Nomen und einem Funktionsverb. Bei Funktionsverbgefügen trägt der nominale Teil die Bedeutung überwiegend; das Verb ist dabei weitgehend bedeutungsarm. Als Beispiele sind infrage stellen und zur Aufführung bringen belegt. Ein Funktionsverbgefüge besteht nach Grammis aus einem Verb mit einer Nominal- oder Präpositionalgruppe, hat als Einheit eine eigene Bedeutung und dient als Prädikat.

Bei zur Aufführung bringen ist aufführen als Vollverb belegt. Für infrage stellen nennt der Duden unter anderem bezweifeln. Beispielsweise kann eine Jury einen Vorschlag infrage stellen. Ein Theater kann ein Stück zur Aufführung bringen. Die Beispiele zeigen einzelne belegte Wendungen; sie ergeben keine Einordnung jeder Verbindung aus Nomen und Verb.

Für eine konkrete Wendung ist deshalb ihre belegte Verwendung zu prüfen. Dabei kann gefragt werden, ob die Wortgruppe als Ganzes eine eigene Bedeutung trägt und im Satz als Prädikat verwendet wird.

Nomen-Verb-Verbindungen: der Ablauf in drei Schritten

Welche Funktionsverben sind belegt?

Grammis führt für Funktionsverbgefüge unter anderem bringen, setzen, kommen, nehmen, stellen, geraten, erteilen und geben auf. Außerdem nennt die Quelle sein, legen, liegen, stehen, finden und bekommen. Die folgenden Beispiele bleiben bei den ausdrücklich belegten Wendungen.

Mit bringen sind zur Aufführung bringen, in Verlegenheit bringen und zur Entscheidung bringen belegt. Für setzen steht in Kenntnis setzen, für kommen zum Ende kommen und für nehmen zur Kenntnis nehmen. Die Quelle nennt ferner Zustimmung erteilen, Zustimmung geben und infrage stellen. Zu geraten steht in der Aufzählung kein Beispiel.

In solchen Gefügen verliert das Verb seine eigene Bedeutung weitgehend. Den größeren Bedeutungsanteil hat der nominale Bestandteil; zusammen funktioniert die Verbindung als Prädikat. Ob eine weitere Wendung dazugehört, ist anhand eines Wörterbuch- oder Grammatiknachweises zu prüfen.

Belegte Verbindungen im Vergleich

Tabelle: Nomen-Verb-Verbindung, Einfaches Verb oder belegte Bedeutung, Beispielsatz
Nomen-Verb-VerbindungEinfaches Verb oder belegte BedeutungBeispielsatz
zur Kenntnis nehmenDie Vorsitzende nahm die Mitteilung zur Kenntnis.
infrage stellenbezweifelnDie Prüfung stellte die Angabe infrage.
in Verlegenheit bringenDie Frage brachte ihn in Verlegenheit.
zustande bringenDie Beteiligten brachten eine Einigung zustande.
in Kenntnis setzenDie Leitung setzte das Team in Kenntnis.
zur Aufführung bringenaufführenDas Ensemble bringt ein Stück zur Aufführung.
Zustimmung gebenDie Gruppe gab dem Vorschlag Zustimmung.
zum Ende kommenDie Beratung kam zum Ende.
Zustimmung erteilenDie zuständige Gruppe erteilte Zustimmung.

Die Tabelle ordnet Wendungen aus Grammis und eine im Regeltext genannte Verbindung neu an. Nur für infrage stellen und zur Aufführung bringen steht in der mittleren Spalte ein belegtes Vollverb. Die übrigen Felder bleiben leer, damit keine zusätzliche Gleichsetzung entsteht.

Die Beispielsätze machen die Wendungen im Satz sichtbar. Vor einer Übertragung auf einen anderen Satz ist die konkrete Bedeutung nachzuschlagen. Die Schreibung von zustande bringen wird im folgenden Abschnitt behandelt.

Getrenntschreibung oder Zusammenschreibung?

Getrenntschreibung oder Zusammenschreibung? Paragraf 39 E3(1) des amtlichen Regelwerks behandelt feste Verbindungen aus Präposition, Substantiv und Verb. Bei den dort aufgeführten Paaren ist sowohl die zusammengezogene als auch die getrennte Form richtig. Das Regelwerk legt keine amtliche bevorzugte Variante fest.

Aufgeführt sind infrage stellen oder in Frage stellen, außerstand setzen oder außer Stand setzen, imstande sein oder im Stande sein, instand setzen oder in Stand setzen, zugrunde gehen oder zu Grunde gehen, zustande bringen oder zu Stande bringen sowie zutage treten oder zu Tage treten. Die Regel betrifft nur diese genannten Fügungen. Die Schreibweise infragestellen als ein Wort ist dort nicht vorgesehen.

Der Duden empfiehlt bei infrage stellen die zusammengeschriebene Variante, erkennt in Frage stellen jedoch ebenfalls an. Diese Duden-Angabe ist eine Empfehlung, keine amtliche Vorgabe. Für eine andere Wendung ist ihre konkrete Form im Wörterbuch oder im Regelwerk zu prüfen.

Gefüge und Vollverb im Stilvergleich

Nomen-Verb-Verbindungen gehören zum Nominalstil.

Viele dieser Fügungen lassen sich laut Grammis durch ein bedeutungsnahes Vollverb austauschen. Das Vollverb drückt den Inhalt kürzer aus, während das Gefüge den nominalen Bestandteil hervorhebt. Für zur Aufführung bringen ist aufführen belegt: „Das Theater bringt das Stück zur Aufführung.“ „Das Theater führt das Stück auf.“

Auch für infrage stellen ist ein Ersatz belegt: „Die Prüfung stellte die Angabe infrage.“ „Die Prüfung bezweifelte die Angabe.“ Bei einer Überarbeitung kann geprüft werden, ob das belegte Vollverb im konkreten Satz denselben Inhalt ausdrückt.

Das DWDS verzeichnet Infragestellen als Substantiv, das von in Frage stellen abgeleitet ist. Damit kann aus einem Funktionsverbgefüge durch Nominalisierung wieder ein Substantiv werden. Dieser Eintrag betrifft die Nominalisierung, nicht die amtliche Schreibung der Verbverbindung.

Nomen-Verb-Verbindungen: Prüfliste mit vier Punkten

Nomen-Verb-Verbindungen in drei Schritten prüfen

  1. Verbindung erkennen: Prüfe die Wortgruppe als Ganzes. Ein Funktionsverbgefüge kann aus einem Verb und einer Nominal- oder Präpositionalgruppe bestehen und als Einheit eine eigene Bedeutung haben.
  2. Einfaches Verb suchen: Suche ein belegtes bedeutungsnahes Vollverb. Bei zur Aufführung bringen ist aufführen belegt; für infrage stellen nennt der Duden unter anderem bezweifeln. Fehlt ein Nachweis für die konkrete Wendung, setze kein eigenes Ersatzverb gleich.
  3. Entscheiden und Schreibung prüfen: Vergleiche die belegte Bedeutung mit dem Satz. Prüfe danach die konkrete Schreibung im Wörterbuch oder im amtlichen Regelwerk. Bei Zweifel ersetze die Verbindung durch das belegte einfache Verb und lies den Satz erneut.

Die Schritte halten Bedeutung, mögliche Ersatzform und Schreibung getrennt. Für die Verben bringen, setzen, kommen, nehmen, stellen, geraten, erteilen und geben kann zunächst die Grammis-Aufzählung herangezogen werden. Danach ist die einzelne Wendung nachzuschlagen.

Bei den Paaren aus Paragraf 39 E3(1) sind jeweils beide dort genannten Schreibweisen richtig. Bei infrage stellen kommt die Duden-Empfehlung für die zusammengeschriebene Form hinzu; die getrennte Form bleibt korrekt. Ist die Bedeutung nicht klar, vergleiche die Wörterbuchbedeutung mit dem eigenen Satz. Infragestellen ist dabei als Substantiv von der ursprünglichen Verbverbindung getrennt zu prüfen.

Quellen und Stand

Das Thema „Nomen-Verb-Verbindungen sicher erkennen und schreiben“ wird hier als Gesamtzusammenhang aufgegriffen.

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Häufige Fragen zu Nomen-Verb-Verbindungen

Was ist ein Funktionsverbgefüge?

Grammis bezeichnet ein Funktionsverbgefüge als Gebilde aus einem Verb und einer Nominal- oder Präpositionalgruppe. Als Ganzes hat es eine eigenständige Bedeutung und fungiert als Prädikat. Vor allem der nominale Teil trägt die Bedeutung; das Verb ist weitgehend entleert.

Welche Verben nennt Grammis als Funktionsverben?

Grammis nennt unter anderem bringen, setzen, kommen, nehmen, stellen, geraten, erteilen und geben. Als belegte Beispiele stehen etwa zur Aufführung bringen, in Kenntnis setzen, zum Ende kommen, zur Kenntnis nehmen, Zustimmung erteilen und Zustimmung geben.

Sind infrage stellen und in Frage stellen korrekt?

Ja. Der Rechtschreibrat nennt beide Schreibweisen als richtig. Duden empfiehlt infrage stellen, lässt in Frage stellen aber ebenfalls als korrekt zu.

Ist infragestellen als Verb korrekt?

Nein. Der Rechtschreibrat sieht die Zusammenschreibung des ganzen Ausdrucks infragestellen in einem Wort nicht vor. Belegt sind infrage stellen und in Frage stellen.

Welches Vollverb passt zu zur Aufführung bringen?

Grammis nennt aufführen als sinnverwandtes Vollverb. Vergleiche die konkrete Bedeutung im Satz, bevor du die Verbindung ersetzt.

Kann aus einer Verbindung ein Substantiv entstehen?

Das DWDS führt Infragestellen als aus in Frage stellen abgeleitetes Substantiv. Der Eintrag kennzeichnet seine Nutzung als selten.

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