Konjugation geben: alle Formen mit Tabelle
Stammformen, der Imperativ gib und die Wendung es gibt
Die Konjugation geben ist unregelmäßig und folgt der Reihe e, a, e: geben, gab, gegeben. Zwei Punkte sorgen regelmäßig für Unsicherheit. Erstens der Imperativ: Er lautet gib, nicht gebe, weil das Verb im Präsens den Stammvokal wechselt. Zweitens die unpersönliche Wendung es gibt, die immer im Singular steht, auch wenn danach ein Plural folgt. Die Übersicht zeigt alle Formen; der letzte Abschnitt ordnet die Zweifelsfälle.
Konjugation geben: die Stammformen
Die drei Stammformen sind: geben, gab, gegeben. Das Verb gehört zur Ablautreihe e, a, e, zu der auch lesen, sehen, essen und treten gehören.
Im Präsens wechselt der Stammvokal e zu i, allerdings nur in der zweiten und dritten Person Singular: du gibst, er gibt. Im Plural bleibt es dagegen bei e.
Das Perfekt wird mit haben gebildet: Ich habe gegeben. Das Partizip besteht aus ge + geb + -en; dadurch erscheint die Buchstabenfolge ge zweimal.
Zusammensetzungen folgen derselben Beugung: abgeben, angeben, aufgeben, ausgeben, ergeben, vergeben und übergeben. Bei den trennbaren Zusammensetzungen rutscht das ge in die Mitte: abgegeben, aufgegeben.
Formen im Präsens sowie Imperativ
Präsens: ich gebe, du gibst, er gibt, wir geben, ihr gebt, sie geben.
Der Wechsel betrifft nur die zweite und dritte Person Singular. Die Form ihr gebt bleibt beim e, weil der Plural den Stammvokal behält.
Imperativ: gib, gebt, geben Sie. Die Singularform lautet gib ohne End-e. Verben mit Vokalwechsel bilden den Imperativ hier ohne End-e; die Form gebe ist an dieser Stelle falsch.

Vergangenheitszeiten: Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt
Präteritum: ich gab, du gabst, er gab, wir gaben, ihr gabt, sie gaben.
Perfekt: ich habe gegeben, du hast gegeben, er hat gegeben, wir haben gegeben, ihr habt gegeben, sie haben gegeben.
Plusquamperfekt: ich hatte gegeben, du hattest gegeben, er hatte gegeben, wir hatten gegeben, ihr hattet gegeben, sie hatten gegeben.
Für die unpersönliche Wendung lauten die Formen: es gibt, es gab, es hat gegeben, es hatte gegeben.
Zukunft und Modus: Futur und Konjunktiv
Futur I: ich werde geben, du wirst geben, er wird geben, wir werden geben, ihr werdet geben, sie werden geben.
Futur II: ich werde gegeben haben, du wirst gegeben haben, er wird gegeben haben, wir werden gegeben haben, ihr werdet gegeben haben, sie werden bis dahin gegeben haben.
Konjunktiv I: ich gebe, du gebest, er gebe, wir geben, ihr gebet, sie geben. Diese Formen gehören in die indirekte Rede: Er sagt, sie gebe die Arbeit morgen ab.
Konjunktiv II: ich gäbe, du gäbest, er gäbe, wir gäben, ihr gäbet, sie gäben. Diese Variante ist üblich und benötigt keine alternative Konstruktion: Es gäbe eine einfachere Lösung.
Häufige Fehler und typische Zweifelsfälle
Gib oder gebe: Der Imperativ lautet gib. Die Form gebe ist die erste Person Präsens und als Aufforderung falsch. Derselbe Zweifelsfall begegnet bei nimm und iss.
Es gibt bleibt im Singular: Richtig ist: Es gibt viele Gründe; falsch ist: Es geben viele Gründe. Die Wendung hat ein festes es als Subjekt, das folgende Substantiv steht im Akkusativ.
Gäbe oder gebe: Gäbe markiert den Konjunktiv II für Irrealitäten, gebe dient dem Konjunktiv I in der indirekten Rede. Man berichtet, es gebe keine Bedenken; es gäbe Bedenken, wenn die Voraussetzungen anders wären.
Vergeben mit zwei Bedeutungen: Etwas vergeben bedeutet zuzuteilen; jemandem vergeben bedeutet verzeihen. Das Perfekt wird in beiden Fällen mit haben gebildet; der Akkusativ bei etwas und der Dativ bei jemandem unterscheiden die Bedeutungen.
Ergeben hat drei Verwendungen: sich ergeben im Sinn von aufgeben, etwas ergibt sich im Sinn von logisch folgen und ergeben als Adjektiv im Sinn von treu. In wissenschaftlichen Arbeiten ist die zweite Verwendung die häufigste: Daraus ergibt sich, dass.

Wortfamilie und praktische Verwendung
Zur Wortfamilie gehören die Gabe, die Aufgabe, die Ausgabe, die Angabe, das Ergebnis und die Übergabe. Die vielen Ableitungen zeigen, wie zentral das Verb im Deutschen ist.
Besonders in akademischen Schriften begegnen Angabe und Ergebnis. Beide sind Fachbegriffe mit fester Bedeutung, und ihre Verwechslung fällt in Gutachten auf: Eine Angabe ist eine Information, ein Ergebnis eine Schlussfolgerung aus Daten.
Die Wendung es gibt kommt im Deutschen sehr häufig vor und lässt sich in schriftlicher Kommunikation oft vermeiden. Statt es gibt drei Gründe ist drei Gründe sprechen dafür knapper und macht zugleich deutlich, welche Funktion die Gründe haben.
Fazit: Konjugation geben auf einen Blick
Die Stammformen lauten: geben, gab, gegeben. Im Präsens wandelt sich der Vokal von e zu i, dies geschieht jedoch nur in der zweiten und dritten Person Singular.
Ohne finales e lautet der Imperativ gib. Die Wendung es gibt bleibt auch vor Pluralobjekten im Singular.
Der Überblick „Konjugation geben: alle Formen mit Tabelle“ fasst die Formen der Konjugation zusammen.
Dazu passend: gib oder gebe, Konjugation lesen und Imperativ.