Konjugation lesen: alle Formen mit Tabelle
Stammformen, Tabellen für alle Zeiten und die Zweifelsfälle im Präsens
Die Konjugation lesen gehört zu den unregelmäßigen Reihen mit Vokalwechsel: lesen, las, gelesen. Zwei Stellen machen regelmäßig Mühe. Erstens der Wechsel von e zu ie im Präsens, der nur die zweite und dritte Person Singular betrifft: du liest, er liest. Zweitens die Form du liest selbst, die nur ein s trägt, weil der Stamm bereits auf s endet. Diese Tabellen zeigen alle Formen, und der Abschnitt zu den Zweifelsfällen ordnet die häufigsten Fehler ein.
Konjugation lesen: die Stammformen
Die drei Stammformen lauten lesen, las, gelesen. Das Verb gehört zur Ablautreihe e, a, e, zu der auch geben, sehen, essen und treten gehören.
Im Präsens wechselt der Stammvokal von e zu ie, aber nur in der zweiten und dritten Person Singular. Im Plural bleibt er unverändert.
Das Perfekt wird mit haben gebildet: ich habe gelesen. Eine Form mit sein gibt es nicht, weil das Verb weder Ortsveränderung noch Zustandsänderung beschreibt.
Zusammensetzungen folgen derselben Beugung: vorlesen, ablesen, auslesen, durchlesen, verlesen. Bei den trennbaren rutscht das ge- in die Mitte: vorgelesen, abgelesen.
Präsens und Imperativ
Präsens: ich lese, du liest, er liest, wir lesen, ihr lest, sie lesen.
Auffällig sind du liest und er liest: Beide Formen sind gleich. Der Grund liegt im Stamm auf s. Die reguläre Endung -st würde ein doppeltes s ergeben, und dieses wird zu einem zusammengezogen.
Imperativ: lies, lest, lesen Sie. Die Singularform lautet lies, nicht lese, weil das Verb den Stammvokal wechselt. Verben mit Vokalwechsel bilden den Imperativ immer ohne End-e.

Präteritum, Perfekt und Plusquamperfekt
Präteritum: ich las, du lasest, er las, wir lasen, ihr last, sie lasen.
Perfekt: ich habe gelesen, du hast gelesen, er hat gelesen, wir haben gelesen, ihr habt gelesen, sie haben gelesen.
Plusquamperfekt: ich hatte gelesen, du hattest gelesen, er hatte gelesen, wir hatten gelesen, ihr hattet gelesen, sie hatten gelesen.
Die Präteritumform du lasest wirkt heute ungewohnt. Verbreitet ist die verkürzte Form du last, die in Wörterbüchern ebenfalls geführt wird.
Futur und Konjunktiv
Futur I: ich werde lesen, du wirst lesen, er wird lesen, wir werden lesen, ihr werdet lesen, sie werden lesen.
Futur II: ich werde gelesen haben, du wirst gelesen haben, er wird gelesen haben.
Konjunktiv I: ich lese, du lesest, er lese. Diese Formen gehören in die indirekte Rede: Sie sagt, er lese die Unterlagen bereits.
Konjunktiv II: ich läse, du läsest, er läse. Die Form ist gebräuchlich und wirkt weniger altertümlich als bei vielen anderen Verben, die Ersatzform ich würde lesen ist trotzdem zulässig.
Häufige Fehler und Zweifelsfälle
Lies oder lese: Der Imperativ lautet lies. Die Form lese ist die erste Person Präsens und als Aufforderung falsch. Derselbe Zweifelsfall begegnet bei gib und nimm.
Du liest, nicht du liesst: Der Stamm endet bereits auf s, deshalb tritt nur ein t hinzu. Die Schreibung mit doppeltem s ist ein häufiger Tippfehler.
Er liest, nicht er lest: Der Vokalwechsel betrifft die dritte Person Singular. Ihr lest ist dagegen richtig, weil der Plural den Vokal behält.
Präteritum las, nicht lies: Beide Formen klingen ähnlich, meinen aber Verschiedenes. Er las die Zeitung beschreibt Vergangenes, lies die Zeitung ist eine Aufforderung.
Verlesen hat zwei Bedeutungen mit unterschiedlicher Beugung im Sinn: etwas verlesen heißt vorlesen (er verlas die Namen), sich verlesen heißt falsch lesen (er hat sich verlesen). Die Formen sind gleich, der Zusammenhang entscheidet.

Wortfamilie und Verwendung
Zur Wortfamilie gehören der Leser, die Lesung, das Lesen, die Lektüre, leserlich und lesbar. Lektüre stammt dabei nicht vom deutschen Verb, sondern über das Französische aus dem lateinischen legere.
Nicht zu verwechseln ist lesbar mit leserlich. Lesbar heißt inhaltlich verständlich, leserlich heißt gut zu entziffern. Eine Handschrift ist leserlich oder unleserlich, ein Text lesbar oder schwer lesbar.
In der zweiten Grundbedeutung heißt lesen sammeln, erhalten in Weinlese und Ährenlese sowie in auslesen und verlesen. Diese Bedeutung ist älter als das Lesen von Schrift und erklärt die Verwandtschaft mit dem lateinischen legere.
Fazit: Konjugation lesen auf einen Blick
Die Stammformen lauten lesen, las, gelesen. Im Präsens wechselt der Vokal von e zu ie, aber nur in der zweiten und dritten Person Singular.
Der Imperativ lautet lies ohne End-e. Du liest und er liest sind gleich, weil der Stamm bereits auf s endet.
Das Thema „Konjugation lesen: alle Formen mit Tabelle“ wird hier als Gesamtzusammenhang aufgegriffen.
Weitere Verben und Formen Konjugation backen, Unregelmäßige Verben und Imperativ.