Konjugation nehmen: alle Formen mit Tabelle
Stammformen, der Imperativ nimm und die Doppelkonsonanten
Die Konjugation nehmen ist unregelmäßig und dabei ungewöhnlich formenreich: nehmen, nahm, genommen. Der Stamm verändert sich in jeder der drei Formen, und zusätzlich verdoppelt sich im Präsens und im Partizip der Konsonant: du nimmst, er nimmt, genommen. Der bekannteste Zweifelsfall ist der Imperativ, der nimm lautet und nicht nehme. Diese Tabellen zeigen alle Formen, der letzte Abschnitt ordnet die Fehler.
Konjugation nehmen: die Stammformen
Die drei Stammformen lauten nehmen, nahm, genommen. Das Verb gehört zur Ablautreihe e, a, o und teilt sie mit sprechen, helfen, brechen und treffen.
Im Präsens wechselt der Stammvokal von e zu i, aber nur in der zweiten und dritten Person Singular. Zusätzlich wird das h zu einem zweiten m: du nimmst, er nimmt.
Das Perfekt wird mit haben gebildet: ich habe genommen. Das Verb verlangt ein Objekt, deshalb kommt sein nicht in Frage.
Zusammensetzungen folgen derselben Beugung: abnehmen, annehmen, aufnehmen, teilnehmen, übernehmen, unternehmen. Bei den trennbaren rutscht das ge- in die Mitte: abgenommen, aufgenommen.
Präsens und Imperativ
Präsens: ich nehme, du nimmst, er nimmt, wir nehmen, ihr nehmt, sie nehmen.
Der Wechsel betrifft nur die zweite und dritte Person Singular und ist doppelt: Der Vokal wird zu i, und das h wird zu m. Der Plural bleibt unverändert.
Imperativ: nimm, nehmt, nehmen Sie. Die Singularform lautet nimm ohne End-e und mit doppeltem m. Die Form nehme ist an dieser Stelle falsch.

Präteritum, Perfekt und Plusquamperfekt
Präteritum: ich nahm, du nahmst, er nahm, wir nahmen, ihr nahmt, sie nahmen.
Perfekt: ich habe genommen, du hast genommen, er hat genommen, wir haben genommen, ihr habt genommen, sie haben genommen.
Plusquamperfekt: ich hatte genommen, du hattest genommen, er hatte genommen, wir hatten genommen, ihr hattet genommen, sie hatten genommen.
Das Präteritum trägt ein h und ein einfaches m, das Partizip dagegen zwei m. Diese Verteilung folgt der Vokallänge: nahm ist lang, genommen kurz.
Futur und Konjunktiv
Futur I: ich werde nehmen, du wirst nehmen, er wird nehmen, wir werden nehmen, ihr werdet nehmen, sie werden nehmen.
Futur II: ich werde genommen haben, du wirst genommen haben, er wird genommen haben.
Konjunktiv I: ich nehme, du nehmest, er nehme. Diese Formen gehören in die indirekte Rede: Er sagt, sie nehme an der Sitzung teil.
Konjunktiv II: ich nähme, du nähmest, er nähme. Die Form ist gebräuchlich: Ich nähme das Angebot an, wenn es günstiger wäre.
Häufige Fehler und Zweifelsfälle
Nimm oder nehme: Der Imperativ lautet nimm. Die Form nehme ist die erste Person Präsens und als Aufforderung falsch.
Nahm mit einem m, genommen mit zwei: Die Schreibung folgt der Vokallänge. Nach langem a steht ein m, nach kurzem o stehen zwei.
Nähme oder nehme: Nähme ist der Konjunktiv II für Nichtwirkliches, nehme der Konjunktiv I für die indirekte Rede. Beide werden häufig vertauscht, weil sie ähnlich klingen.
Teilnehmen an: Das Verb verlangt die Präposition an mit Dativ: Sie nimmt an der Sitzung teil. Die Formulierung mit bei ist umgangssprachlich verbreitet und falsch.
Sich etwas vornehmen heißt planen und ist reflexiv: Ich habe mir vorgenommen, früher anzufangen. Ohne Reflexivpronomen bedeutet vornehmen etwas anderes, nämlich durchführen: Es wurden Änderungen vorgenommen.

Wortfamilie und Verwendung
Zur Wortfamilie gehören die Nahme in Zusammensetzungen wie Abnahme und Zunahme, das Unternehmen, die Annahme, die Ausnahme und die Teilnahme. Alle bilden ihr Substantiv mit -nahme, nicht mit -nehmung.
In wissenschaftlichen Arbeiten begegnen vor allem Annahme und Zunahme. Annahme meint eine Voraussetzung, die geprüft wird, und ist ein methodischer Fachbegriff mit fester Bedeutung.
Nicht zu verwechseln ist Annahme mit Vermutung. Eine Annahme wird bewusst gesetzt und ausgewiesen, eine Vermutung entsteht aus einem Eindruck. In Methodenteilen ist diese Unterscheidung ein regelmäßiger Kritikpunkt.
Fazit: Konjugation nehmen auf einen Blick
Die Stammformen lauten nehmen, nahm, genommen. Im Präsens wird der Vokal zu i und das h zu m: du nimmst, er nimmt.
Der Imperativ lautet nimm ohne End-e. Die Schreibung mit einem oder zwei m folgt der Vokallänge.
Der Überblick „Konjugation nehmen: alle Formen mit Tabelle“ ordnet das Thema vollständig ein.
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