Konjugation lassen: alle Formen mit Tabelle
Stammformen, der Ersatzinfinitiv und die drei Bedeutungen des Verbs
Die Konjugation lassen ist unregelmäßig: lassen, ließ, gelassen. Auffällig sind zwei Punkte. Erstens der Umlaut im Präsens, der nur die zweite und dritte Person Singular betrifft: du lässt, er lässt, wobei die zweite Person nur ein t trägt, weil der Stamm auf ss endet. Zweitens der Ersatzinfinitiv im Perfekt: Ich habe ihn kommen lassen, nicht gelassen. Diese Tabellen zeigen alle Formen, der letzte Abschnitt ordnet die Zweifelsfälle.
Konjugation lassen: die Stammformen
Die drei Stammformen lauten lassen, ließ, gelassen. Der Stammvokal wechselt im Präteritum zu ie, im Partizip kehrt das a zurück.
Im Präsens tritt ein Umlaut auf, aber nur in der zweiten und dritten Person Singular: du lässt, er lässt. Der Plural behält das a.
Das Perfekt wird mit haben gebildet: ich habe gelassen. Steht ein zweites Verb daneben, tritt der Ersatzinfinitiv ein: ich habe ihn kommen lassen.
Zusammensetzungen folgen derselben Beugung: verlassen, zulassen, entlassen, hinterlassen, überlassen. Bei den trennbaren rutscht das ge- in die Mitte: zugelassen.
Präsens und Imperativ
Präsens: ich lasse, du lässt, er lässt, wir lassen, ihr lasst, sie lassen.
Du lässt und er lässt sind gleich. Der Grund liegt im Stamm auf ss: Die reguläre Endung -st verkürzt sich zu -t, weil sonst drei s aufeinanderträfen.
Imperativ: lass, lasst, lassen Sie. Die Singularform steht ohne Umlaut und ohne End-e. Die Schreibung mit ß ist seit der Rechtschreibreform falsch, weil der Vokal kurz ist.

Präteritum, Perfekt und Plusquamperfekt
Präteritum: ich ließ, du ließt, er ließ, wir ließen, ihr ließt, sie ließen.
Perfekt: ich habe gelassen, du hast gelassen, er hat gelassen, wir haben gelassen, ihr habt gelassen, sie haben gelassen.
Perfekt mit Ersatzinfinitiv: ich habe ihn kommen lassen, du hast ihn kommen lassen, er hat ihn kommen lassen.
Plusquamperfekt: ich hatte gelassen oder ich hatte ihn kommen lassen, je nachdem, ob ein zweites Verb dabeisteht.
Futur und Konjunktiv
Futur I: ich werde lassen, du wirst lassen, er wird lassen, wir werden lassen, ihr werdet lassen, sie werden lassen.
Futur II: ich werde gelassen haben, du wirst gelassen haben, er wird gelassen haben.
Konjunktiv I: ich lasse, du lassest, er lasse. Diese Formen gehören in die indirekte Rede: Er sagt, sie lasse den Vertrag prüfen.
Konjunktiv II: ich ließe, du ließest, er ließe. Die Form ist gebräuchlich: Ich ließe es prüfen, wenn Zeit wäre.
Häufige Fehler und Zweifelsfälle
Lass, nicht laß: Nach der Rechtschreibreform steht ss nach kurzem Vokal. Die Schreibung mit ß gilt seit 1996 als überholt und begegnet nur noch in älteren Texten.
Du lässt, nicht du lässst: Die Endung verkürzt sich, weil der Stamm bereits auf ss endet. Dieselbe Regel gilt bei essen und messen.
Gelassen oder lassen im Perfekt: Ohne zweites Verb steht das Partizip: Ich habe es gelassen. Mit zweitem Verb gilt der Ersatzinfinitiv: Ich habe es prüfen lassen.
Drei Bedeutungen: Erstens zulassen oder erlauben (Ich lasse ihn gehen), zweitens veranlassen (Ich lasse den Vertrag prüfen), drittens unterlassen (Lass das). Alle drei teilen sich dieselben Formen, und der Zusammenhang entscheidet.
Verlassen mit zwei Lesarten: Etwas verlassen heißt weggehen, sich auf jemanden verlassen heißt vertrauen. Beide bilden das Perfekt mit haben, obwohl die erste Bedeutung eine Ortsveränderung beschreibt, denn das Verb trägt ein Objekt.

Wortfamilie und Verwendung
Zur Wortfamilie gehören der Anlass, die Zulassung, die Entlassung, das Verlassen und gelassen als Adjektiv. Letzteres hat sich vom Verb gelöst und bedeutet ruhig oder besonnen.
In der Rechtssprache ist das Verb häufig: zulassen, hinterlassen, überlassen, unterlassen. Alle vier haben eine feste fachliche Bedeutung, die vom Alltagsgebrauch abweicht.
Die Konstruktion mit Ersatzinfinitiv ist im Deutschen typisch und für Lernende schwierig. Sie betrifft neben lassen auch sehen, hören und die Modalverben, und in allen Fällen tritt der Infinitiv an die Stelle des Partizips.
Fazit: Konjugation lassen auf einen Blick
Die Stammformen lauten lassen, ließ, gelassen. Im Präsens tragen zweite und dritte Person Singular einen Umlaut und sind gleich: du lässt, er lässt.
Der Imperativ lautet lass, ohne Umlaut und mit ss. Mit einem zweiten Verb gilt im Perfekt der Ersatzinfinitiv.
Im Zusammenhang „Konjugation lassen: alle Formen mit Tabelle“ werden die zentralen Punkte gebündelt.
Zum Ersatzinfinitiv passen diese Seiten Modalverben, Konjugation sehen und Imperativ.