Die passende Zeitform für jedes Kapitel finden
Präsens, Präteritum und Perfekt richtig einsetzen
Die Wahl der Zeitform verunsichert viele beim Schreiben einer Bachelorarbeit oder Hausarbeit. Die gute Nachricht: Es gibt klare Regeln. Grundsätzlich schreibst du im Präsens, für Methoden und Ergebnisse nutzt du Präteritum oder Perfekt. Diese Übersicht zeigt, welche Zeitformen in der wissenschaftlichen Arbeit wohin gehören – mit Beispielen für jedes Kapitel.
Präsens als Grundzeitform
Die Standard-Zeitform der wissenschaftlichen Arbeit ist das Präsens. Du verwendest es für allgemeingültige Aussagen, für den Forschungsstand, für Definitionen und um durch den Text zu führen: Diese Arbeit untersucht … Kapitel 3 stellt die Methode vor. Auch die Aussagen anderer Autoren gibst du im Präsens wieder: Müller (2023) argumentiert, dass … Das Präsens macht den Text unmittelbar und klar.
Präteritum und Perfekt für Methode und Ergebnisse
Was du selbst getan und beobachtet hast, steht in einer Vergangenheitsform. Für das Vorgehen im Methoden- und Ergebnisteil nutzt du Präteritum oder Perfekt: Es wurden 120 Personen befragt. Die Daten wurden anonymisiert ausgewertet. Das Präteritum wirkt dabei sachlicher und ist in Arbeiten üblicher; das Perfekt betont eher den Bezug zur Gegenwart. Wichtig ist, innerhalb eines Abschnitts konsequent bei einer Form zu bleiben.
Zeitformen nach Kapitel
So verteilen sich die Zeitformen typischerweise über die Arbeit:
- Einleitung: Präsens (Ziel und Aufbau der Arbeit).
- Theorie/Forschungsstand: Präsens (allgemeine Aussagen, fremde Positionen).
- Methode: Präteritum/Perfekt (das eigene Vorgehen).
- Ergebnisse: Präteritum/Perfekt (was beobachtet wurde).
- Diskussion/Fazit: überwiegend Präsens (Deutung, Einordnung, Ausblick).
So findest du die passende Zeitform
Ein einfacher Test hilft dir, die passende Zeitform für jedes Kapitel zu finden: Frage dich, ob du etwas Allgemeingültiges behauptest oder dein eigenes, abgeschlossenes Vorgehen schilderst. Allgemeines steht im Präsens, eigenes Vorgehen in der Vergangenheit.
Im Abstract mischst du bewusst beide: Ziel und Kernaussage stehen im Präsens, die durchgeführte Untersuchung im Präteritum. Auch im Fazit überwiegt das Präsens, weil du Ergebnisse deutest und einordnest, während der kurze Rückblick auf das eigene Vorgehen in die Vergangenheit wechselt. Wer sich diese eine Frage stellt, trifft die Wahl fast automatisch richtig.
Häufige Fehler bei den Zeitformen
Der häufigste Fehler ist der unmotivierte Wechsel mitten im Absatz: mal Präsens, mal Präteritum ohne Grund. Lege pro Abschnitt fest, ob du Allgemeines (Präsens) oder eigenes Vorgehen (Vergangenheit) beschreibst, und bleib dabei. Ein zweiter Fehler ist das Futur – wird zeigen gehört nicht in eine wissenschaftliche Arbeit; schreibe stattdessen im Präsens: Kapitel 4 zeigt …
Mehr zu sauberem Ausdruck und Zeichensetzung: Verbindungswörter und Konnektoren und Semikolon richtig setzen. Den ganzen Text prüft die Grammatikprüfung mit KI oder ein Korrekturlesen. Eine Übersicht aller Regeln bietet die Seite Rechtschreibung und Grammatik.