Die passende Zeitform für jedes Kapitel finden

Präsens, Präteritum und Perfekt richtig einsetzen

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Die Wahl der Zeitform verunsichert viele beim Schreiben einer Bachelorarbeit oder Hausarbeit. Die gute Nachricht: Es gibt klare Regeln. Grundsätzlich schreibst du im Präsens, für Methoden und Ergebnisse nutzt du Präteritum oder Perfekt. Diese Übersicht zeigt, welche Zeitformen in der wissenschaftlichen Arbeit wohin gehören – mit Beispielen für jedes Kapitel.

Präsens als Grundzeitform

Die Standard-Zeitform der wissenschaftlichen Arbeit ist das Präsens. Du verwendest es für allgemeingültige Aussagen, für den Forschungsstand, für Definitionen und um durch den Text zu führen: Diese Arbeit untersucht … Kapitel 3 stellt die Methode vor. Auch die Aussagen anderer Autoren gibst du im Präsens wieder: Müller (2023) argumentiert, dass … Das Präsens macht den Text unmittelbar und klar.

Präteritum und Perfekt für Methode und Ergebnisse

Was du selbst getan und beobachtet hast, steht in einer Vergangenheitsform. Für das Vorgehen im Methoden- und Ergebnisteil nutzt du Präteritum oder Perfekt: Es wurden 120 Personen befragt. Die Daten wurden anonymisiert ausgewertet. Das Präteritum wirkt dabei sachlicher und ist in Arbeiten üblicher; das Perfekt betont eher den Bezug zur Gegenwart. Wichtig ist, innerhalb eines Abschnitts konsequent bei einer Form zu bleiben.

Zeitformen nach Kapitel

So verteilen sich die Zeitformen typischerweise über die Arbeit:

So findest du die passende Zeitform

Ein einfacher Test hilft dir, die passende Zeitform für jedes Kapitel zu finden: Frage dich, ob du etwas Allgemeingültiges behauptest oder dein eigenes, abgeschlossenes Vorgehen schilderst. Allgemeines steht im Präsens, eigenes Vorgehen in der Vergangenheit.

Im Abstract mischst du bewusst beide: Ziel und Kernaussage stehen im Präsens, die durchgeführte Untersuchung im Präteritum. Auch im Fazit überwiegt das Präsens, weil du Ergebnisse deutest und einordnest, während der kurze Rückblick auf das eigene Vorgehen in die Vergangenheit wechselt. Wer sich diese eine Frage stellt, trifft die Wahl fast automatisch richtig.

Häufige Fehler bei den Zeitformen

Der häufigste Fehler ist der unmotivierte Wechsel mitten im Absatz: mal Präsens, mal Präteritum ohne Grund. Lege pro Abschnitt fest, ob du Allgemeines (Präsens) oder eigenes Vorgehen (Vergangenheit) beschreibst, und bleib dabei. Ein zweiter Fehler ist das Futur – wird zeigen gehört nicht in eine wissenschaftliche Arbeit; schreibe stattdessen im Präsens: Kapitel 4 zeigt …

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Häufige Fragen zu Zeitformen

In welcher Zeitform schreibt man eine wissenschaftliche Arbeit?

Grundsätzlich im Präsens. Methode und Ergebnisse, also das eigene Vorgehen, stehen im Präteritum oder Perfekt.

Welche Zeitform für den Methodenteil?

Präteritum oder Perfekt, weil du beschreibst, was du bereits getan und beobachtet hast. Innerhalb eines Abschnitts bleibst du bei einer Form.

Darf man Futur verwenden?

Besser nicht. Statt „diese Arbeit wird zeigen“ schreibst du im Präsens: „diese Arbeit zeigt“.

In welcher Zeitform gibt man Quellen wieder?

Im Präsens: „Müller (2023) argumentiert, dass …“, da die Aussagen als weiterhin gültig gelten.

Welche Zeitform steht in der Diskussion und im Fazit?

Überwiegend Präsens, weil du Ergebnisse deutest und einordnest. Der kurze Rückblick auf das eigene Vorgehen kann in die Vergangenheit wechseln.

Welche Zeitform gehört ins Abstract?

Eine Mischung: Ziel und Kernaussage im Präsens, die durchgeführte Untersuchung im Präteritum. So bleibt das Abstract knapp und klar.

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