Zeitformen Tabelle: alle sechs Zeiten im Überblick

Bildung, Beispiele und Signalwörter für Aktiv und Passiv

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Eine Zeitformen Tabelle beantwortet die häufigste Frage zur deutschen Grammatik auf einen Blick: Wie wird welche Zeit gebildet, und woran erkennt man sie? Das Deutsche hat sechs Zeitformen, zwei einfache und vier zusammengesetzte. Die beiden einfachen kommen ohne Hilfsverb aus, die vier zusammengesetzten brauchen haben, sein oder werden. Diese Übersicht stellt alle nebeneinander, mit Bildung, Beispiel und den Wörtern, die typischerweise mit ihnen auftreten.

Die Zeitformen Tabelle für das Aktiv

Tabelle: Zeit, Bildung, Beispiel
ZeitBildungBeispiel
PräsensStamm plus Endungich frage
PräteritumStamm plus -te oder Ablautich fragte, ich sang
Perfekthaben/sein plus Partizip IIich habe gefragt
Plusquamperfekthatte/war plus Partizip IIich hatte gefragt
Futur Iwerden plus Infinitivich werde fragen
Futur IIwerden plus Partizip II plus haben/seinich werde gefragt haben

Dieselben Zeiten im Passiv

Tabelle: Zeit, Bildung, Beispiel
ZeitBildungBeispiel
Präsenswerde plus Partizip IIich werde gefragt
Präteritumwurde plus Partizip IIich wurde gefragt
Perfektbin plus Partizip II plus wordenich bin gefragt worden
Plusquamperfektwar plus Partizip II plus wordenich war gefragt worden
Futur Iwerde plus Partizip II plus werdenich werde gefragt werden
Futur IIwerde plus Partizip II plus worden seinich werde gefragt worden sein
Zeitformen Tabelle
Zeitformen Tabelle im Überblick.

Einfache und zusammengesetzte Zeiten

Zwei der sechs Zeiten kommen ohne Hilfsverb aus: das Präsens und das Präteritum. Sie heißen deshalb einfache Zeiten, und das Verb steht in ihnen als einziges Wort im Satz.

Die übrigen vier sind zusammengesetzt. Sie brauchen haben, sein oder werden, und dieses Hilfsverb übernimmt die Beugung, während das Vollverb als Partizip oder Infinitiv unverändert bleibt.

Daraus folgt eine Eigenheit des deutschen Satzbaus: Der zweite Verbteil rutscht ans Satzende und bildet mit dem ersten eine Klammer. Zwischen beiden kann viel stehen, und je länger dieser Zwischenraum wird, desto schwerer ist der Satz zu lesen.

In Gebrauchstexten lohnt deshalb die Frage nach der Länge dieser Klammer. Wer sie kurz hält, gewinnt Verständlichkeit, ohne an der Grammatik etwas zu ändern.

Signalwörter zum Erkennen

Präsens: jetzt, heute, gerade, immer, jeden Tag. Auch ohne Signalwort ist es die Grundzeit.

Präteritum: damals, früher, als, eines Tages. Typisch für Erzählungen und Berichte.

Perfekt: schon, bereits, gerade eben, bisher. Typisch für gesprochene Sprache.

Plusquamperfekt: nachdem, zuvor, vorher, bereits davor. Es braucht immer einen zweiten Zeitpunkt in der Vergangenheit.

Futur I und II: morgen, bald, nächste Woche, bis dahin, in einem Jahr.

Häufige Fehler und Zweifelsfälle

Der häufigste Fehler betrifft das Plusquamperfekt ohne Bezugspunkt. Die Form ergibt nur Sinn, wenn ein zweiter Zeitpunkt in der Vergangenheit genannt ist. Steht sie allein, ist das Präteritum richtig.

Der zweite Punkt ist die Verwechslung von Futur und Passiv. Beide entstehen mit werden. Mit Infinitiv entsteht Futur, mit Partizip II entsteht Passiv, und beides zusammen ergibt Futur Passiv.

Ein dritter Punkt betrifft worden gegenüber geworden. Im Passiv heißt es gefragt worden, als Vollverb Lehrer geworden. Diese Unterscheidung wird häufig übersehen.

Der vierte Punkt ist der Wechsel innerhalb eines Absatzes. Er ist erlaubt, braucht aber einen Grund, meist einen Zeitsprung. Ohne Grund wirkt der Text unruhig, auch wenn jeder Satz für sich richtig ist.

Ein letzter Punkt: Das Deutsche hat keine Verlaufsform. Was im Englischen mit der ing-Form ausgedrückt wird, steht hier im Präsens, gegebenenfalls mit gerade: Ich lese gerade.

Zeitformen Tabelle

Welche Zeit gehört wohin

In Erzählungen ist das Präteritum die Grundzeit. Für Vorzeitiges tritt das Plusquamperfekt hinzu, für Dialoge das Perfekt, weil Figuren so sprechen wie im Alltag.

In wissenschaftlichen Arbeiten ist das Präsens die Grundzeit. Das eigene Vorgehen steht im Präteritum, der Forschungsstand im Perfekt.

In Geschäftstexten überwiegt das Präsens, für Zusagen tritt das Futur I hinzu. Berichte über Abgeschlossenes stehen im Perfekt, weil sie den Bezug zur Gegenwart betonen.

In Protokollen gilt eine eigene Regel: Beschlüsse im Präsens, Wortmeldungen im Konjunktiv I, Abläufe im Präteritum. Diese Dreiteilung macht auf einen Blick sichtbar, was gesagt und was beschlossen wurde.

Fazit: Zeitformen Tabelle auf den Punkt gebracht

Das Deutsche hat sechs Zeitformen: Präsens und Präteritum ohne Hilfsverb, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I und Futur II mit haben, sein oder werden.

Jede lässt sich zusätzlich ins Passiv setzen. Die Grundzeit ist im Erzähltext das Präteritum, in wissenschaftlichen und geschäftlichen Texten das Präsens.

Die Einordnung „Zeitformen Tabelle: alle sechs Zeiten im Überblick“ fasst den vollständigen Zusammenhang zusammen.

Die einzelnen Zeiten im Detail Präsens, Präteritum und Perfekt.

Zeitformen im Text uneinheitlich? Unser Lektorat prüft Tempus und Bezüge im ganzen Dokument.

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Häufige Fragen zur Zeitformen Tabelle

Wie viele Zeitformen hat das Deutsche?

Sechs: Präsens, Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I und Futur II. Zwei davon kommen ohne Hilfsverb aus.

Welche Zeitformen brauchen ein Hilfsverb?

Perfekt und Plusquamperfekt brauchen haben oder sein, Futur I und Futur II brauchen werden.

Wie erkenne ich das Plusquamperfekt?

An hatte oder war plus Partizip II und an einem zweiten Zeitpunkt in der Vergangenheit, meist mit nachdem oder zuvor.

Gibt es im Deutschen eine Verlaufsform?

Nein. Was im Englischen die ing-Form leistet, steht im Deutschen im Präsens, bei Bedarf mit gerade.

Welche Zeit gehört in eine Abschlussarbeit?

Überwiegend das Präsens. Das eigene Vorgehen steht im Präteritum, der Forschungsstand im Perfekt.

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