Das Verb im Satz sicher finden
Wie fragt man nach einem Verb? Frage, Probe und Beispiele
Du findest ein Verb mit zwei Prüfungen: Stelle die passende Frage und verändere danach die Zeit des Satzes. Suche dann das Wort, das sich verändert, und prüfe es durch Konjugation.
Wie fragt man nach einem Verb?
Die erste Frage lautet: Was tut das Subjekt? Du kannst auch fragen: Was tut jemand?. Bei einem Vorgang fragst du Was passiert?, bei einem Zustand Was ist?. Mit diesen Fragen suchst du im Satz nach dem Verb. Sie richten sich darauf, was getan wird, geschieht oder als Zustand vorliegt.
Im Satz „Mia geht nach Hause“ passt die Frage „Was tut jemand?“. Die Antwort lautet „geht“. Im Satz „Tom lernt für die Schule“ lautet die Antwort auf dieselbe Frage „lernt“. Auch „schläft“ ist eine mögliche Verbform: In „Das Kind schläft“ fragst du „Was tut das Subjekt?“. Schreibe die Frage und die Antwort zunächst nebeneinander auf.
Nach dem Duden ist ein Verb ein flektierbares Wort, das eine Tätigkeit, ein Geschehen, einen Vorgang oder einen Zustand bezeichnet. Die Definition umfasst damit Tätigkeiten ebenso wie Geschehen, Vorgänge und Zustände. Notiere beim Prüfen, welche der Fragen zu deinem Satz passt.
Grammis ordnet Verben als zentrale Kategorie des Satzbaus ein. Sie dienen prototypisch dazu, einen Prädikatsausdruck zu bilden. Wenn du die Wortart genauer verstehen möchtest, kannst du die Seite Verben lesen. Für den Vergleich mit anderen Wortarten verweist der passende Überblick auf Wortarten im Überblick.

Die Zeitprobe: ein zweiter Weg
Die zweite Methode heißt Zeitprobe. Ändere die Zeit des Satzes und suche das Wort, dessen Form sich dabei ändert. Verben tragen die Zeitform des Satzes. Schreibe den Ausgangssatz zuerst auf. Forme ihn danach in eine andere Zeit um und vergleiche die Wörter.
Ein passendes Satzpaar lautet: „Er lernt.“ In der Vergangenheit lautet der Satz: „Er lernte.“ Dabei wird aus „lernt“ die Form „lernte“. So bleibt sichtbar, welches Wort sich ändert. Die Grundform dazu ist „lernen“. Die Zeitprobe ergänzt die Frage aus dem ersten Abschnitt.
Grammis beschreibt für Verben die Merkmale Person, Numerus, Tempus, Modus und Genus verbi. Sie können nach diesen Merkmalen flektiert werden, also ihre Form verändern. Dieses Beugen der Verbform heißt Konjugation. Untersuche bei deinem Satz, ob die gefundene Form beim Zeitwechsel eine andere Form annimmt.
Halte dein Ergebnis kurz fest: Notiere den Ausgangssatz, den Satz in der anderen Zeit und das veränderte Wort. Vergleiche anschließend beide Sätze noch einmal. So kannst du nachvollziehen, welche Form sich beim Wechsel der Zeit geändert hat.
Welche Arten von Verben nennt die Grammatik?
Grammis unterscheidet vier Unterklassen des Verbs: Vollverben, Hilfsverben, Modalverben und Kopulaverben. Diese Einteilung gehört zur grammatischen Beschreibung des Verbs. Die Unterklassen teilen die grundlegende Flexionsfähigkeit von Verben.
Das Verb sehen kannst du in einem eigenen Satz verwenden: „Wir sehen den Weg.“ Mit steigen lautet ein Satz: „Die Kinder steigen ein.“ Beide Beispiele enthalten eine Verbform.
Auch haben erscheint in einem Satz: „Ich habe Zeit.“ Mit sein kannst du schreiben: „Sie ist müde.“ Ein Satz mit werden lautet: „Die Blätter werden gelb.“ Das Beispiel moegen verwendest du so: „Wir mögen Musik.“ Die Sätze zeigen die genannten Wörter, ohne ihnen eine Unterklasse zuzuordnen.
Der Duden nennt für Verb außerdem die deutschen Bezeichnungen Tätigkeitswort, Zeitwort, Tunwort und Tuwort. Diese Bezeichnungen stehen für dieselbe Wortart. Für die Bestimmung im Satz helfen die Fragen nach Tätigkeit, Geschehen, Vorgang oder Zustand.
Beispiele: Satz, Frage und Verb
| Satz | Frage | Verb |
|---|---|---|
| Er ist müde. | Was ist? | ist |
| Sie hat Zeit. | Was tut jemand? | hat |
| Wir gehen heim. | Was tut jemand? | gehen |
| Er lernt heute. | Was tut jemand? | lernt |
| Das Kind schläft. | Was tut das Subjekt? | schläft |
| Sie redet leise. | Was tut jemand? | redet |
| Wir sehen den Weg. | Was tut jemand? | sehen |
| Die Kinder steigen ein. | Was tut das Subjekt? | steigen |
| Er wird ruhig. | Was passiert? | wird |
| Wir mögen Musik. | Was tut jemand? | mögen |
| Sie musiziert gern. | Was tut jemand? | musiziert |
| Er wartet dort. | Was tut jemand? | wartet |
Die Tabelle verbindet jeweils einen kurzen Satz mit einer passenden Frage und der gefundenen Verbform. Die Beispiele verwenden nur Verben aus dem Quellenpaket. Lies zuerst den Satz. Stelle danach die Frage, die zu Tätigkeit, Geschehen, Vorgang oder Zustand passt. Markiere anschließend das Wort, das die Antwort bildet.
Bei „Er lernt heute“ lautet die Antwort „lernt“. Bei „Er lernte gestern“ lautet sie „lernte“. Mit der Zeitprobe kannst du beide Formen vergleichen.
Die Tabelle ist eine Übungshilfe. Prüfe einen Satz aus deiner Aufgabe mit der Frage und verändere danach seine Zeit. Vergleiche deine Lösung mit einem passenden Muster.
Verb, Subjekt und Prädikat unterscheiden
Wenn du nach dem Verb suchst, beginne mit „Was tut das Subjekt?“. Als weitere Fragen helfen „Was passiert?“ und „Was ist?“. Die Subjektfrage „Wer oder was?“ sucht dagegen nach dem Subjekt und nicht nach dem Verb. Die passende Frage hängt dabei vom Satz ab. Prüfe den gefundenen Ausdruck anschließend mit einer zweiten Methode.
Ändere dafür die Zeit des Satzes. Vergleiche die neue Fassung mit dem Ausgangssatz und suche das Wort, das seine Form verändert. Das Verb trägt die Zeitform des Satzes. Die Zeitprobe ergänzt die Frage und gibt dir einen weiteren Anhaltspunkt für deine Entscheidung. Kontrolliere den Treffer mit beiden Prüfungen.
Grammis beschreibt das Verb als eine zentrale Kategorie für den Satzbau und ordnet ihm prototypisch die Bildung des Prädikatsausdrucks zu. Verben können ihre Form unter anderem nach Person, Numerus, Tempus, Modus und Genus verbi verändern. Darum gehört die Suche nach dem Verb eng zur Bestimmung des Prädikatsausdrucks. Die Frage und die Zeitprobe helfen dir, diesen Zusammenhang im Satz zu prüfen.
Wenn du zusätzlich andere Satzteile oder Wortarten bestimmen sollst, nutze die verlinkten Erklärungen „Subjekt, Prädikat und Objekt“ und „Wie fragt man nach Adjektiven?“. Bearbeite dabei jeweils nur den Ausdruck, nach dem die Aufgabe fragt.

In drei Schritten zum Verb
- Frage stellen: Lies den ganzen Satz. Frage beim Subjekt: „Was tut das Subjekt?“ Wenn der Satz einen Vorgang beschreibt, frage: „Was passiert?“. Bei einem Zustand kann auch die Frage „Was ist?“ helfen. Notiere das Wort, das zu deiner Frage passt.
- Zeitprobe machen: Formuliere den Satz in einer anderen Zeit. Vergleiche beide Sätze und suche das Wort, dessen Form sich verändert. Verben können die Zeitform des Satzes tragen. Schreibe die beiden Formen untereinander auf, damit du den Unterschied siehst.
- Treffer prüfen: Prüfe die gefundene Form durch Konjugation. Vergleiche dazu verschiedene Personen oder Zeiten, zum Beispiel „ich lerne“ und „er lernt“. Verben flektieren in Person, Numerus, Tempus, Modus und Genus verbi. Halte den Treffer danach zusammen mit dem ganzen Satz fest.
Die drei Schritte ergänzen sich: Die Frage liefert einen ersten Hinweis, die Zeitprobe prüft ihn im Satz. Arbeite dabei mit dem vollständigen Satz und nicht nur mit einem einzelnen Wort. Markiere im Vergleich die Form, die sich ändert, und schreibe daneben deine Frage.
Bei „Er lernt heute“ kannst du als zweite Form „Er lernte gestern“ notieren. Vergleiche „lernt“ mit „lernte“. So dokumentierst du, warum du dieses Wort als Verb ausgewählt hast. Wenn du zweifelst, setze die gefundene Form in den Infinitiv und vergleiche sie erneut in verschiedenen Personen oder Zeiten. Wenn die Aufgabe zusätzlich nach dem Prädikat fragt, prüfe den Satz noch einmal unter dieser Fragestellung.
Quellen und Stand
- kuechenfibel.de: Wie fragt man nach dem Verb?: www.kuechenfibel.de (geprüft am 2026-09-13)
- Institut für Deutsche Sprache (grammis): Systematische Grammatik, Verb: grammis.ids-mannheim.de (geprüft am 2026-09-13)
- Duden online: Verb, Bedeutung, Synonyme und Grammatik: www.duden.de (geprüft am 2026-09-13)
Der Überblick „Das Verb im Satz sicher finden“ ordnet das Thema vollständig ein.