Das Verb im Satz sicher finden

Wie fragt man nach einem Verb? Frage, Probe und Beispiele

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 13. September 2026 · Verben im Überblick

Um ein Verb im Satz zu erkennen, gehst du in zwei Schritten vor: Stell zunächst eine passende Frage und verändere anschließend die Zeit des Satzes. Suche das Wort oder die Wortgruppe, die sich dabei verändert, und prüfe die Form durch Konjugation.

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Verben: Merkzettel mit Arten und Gebrauch

Die Frage nach einem Verb, dazu die klare Übersicht zu Vollverb, Hilfsverb und Modalverb, zum transitiven und intransitiven Gebrauch, zu reflexiven und trennbaren Verben, zum Fall des Verbs und zur Nomen-Verb-Verbindung.

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Wie fragt man nach einem Verb?

Als erste Hilfe kannst du Was tut das Subjekt? fragen. Alternativ stellst du Was tut jemand?. Handelt es sich um einen Ablauf, fragst du Was passiert?; bei einem Zustand kann die Frage Was ist? helfen. Die Fragen geben dir einen Hinweis auf das Verb; prüfe das Ergebnis zusätzlich mit der Zeitprobe.

Zu „Mia geht nach Hause“ passt die Frage „Was tut jemand?“, wobei „geht“ die richtige Antwort ist. Bei „Tom lernt für die Schule“ lautet die Antwort auf dieselbe Frage „lernt“. Auch „schläft“ ist eine mögliche Verbform: In „Das Kind schläft“ stellst du die Frage „Was tut das Subjekt?“. Schreibe Frage und Antwort zunächst direkt nebeneinander auf.

Der Duden definiert ein Verb als ein flektierbares Wort, das eine Tätigkeit, ein Geschehen, einen Vorgang oder einen Zustand bezeichnet. Diese Beschreibung umfasst somit Tätigkeiten ebenso wie Geschehen, Vorgänge und Zustände. Notiere beim Prüfen, welche dieser Beschreibungen auf deinen Satz zutrifft.

Grammis ordnet Verben als zentrale Kategorie des Satzbaus ein. Sie dienen prototypisch dazu, einen Prädikatsausdruck zu bilden. Wenn du die Wortart genauer verstehen möchtest, kannst du die Seite Verben lesen. Für den Vergleich mit anderen Wortarten verweist der passende Überblick auf Wortarten im Überblick.

Wie fragt man nach einem Verb?: der Ablauf in drei Schritten

Die Zeitprobe: ein zweiter Weg

Die zweite Methode heißt Zeitprobe. Ändere die Zeit des Satzes und vergleiche die Verbform oder, bei mehrteiligen Formen, den Verbalkomplex. In einfachen Formen wie „lernt“ und „lernte“ wird die Veränderung unmittelbar sichtbar. Schreibe den Ausgangssatz zuerst auf, forme ihn danach in eine andere Zeit um und vergleiche die Wörter.

Ein passendes Satzpaar lautet: „Er lernt.“ / „Er lernte.“ Dabei wird aus „lernt“ die Form „lernte“, sodass sichtbar wird, welches Wort sich ändert. Die Grundform dazu ist „lernen“. Die Zeitprobe ergänzt die Frage aus dem ersten Abschnitt.

Grammis beschreibt für Verben die Merkmale Person, Numerus, Tempus, Modus und Genus verbi. Verbformen können sich nach diesen Merkmalen verändern; bei mehrteiligen Formen wirken Hilfsverb und Vollverb zusammen. Dieses Beugen der Verbform heißt Konjugation. Untersuche bei deinem Satz, ob sich beim Zeitwechsel eine Verbform oder der Verbalkomplex verändert.

Dokumentiere den Fund kurz: Notiere den Ausgangssatz, den Satz in der anderen Zeit und das veränderte Wort. Vergleiche anschließend beide Sätze noch einmal. So erkennst du, welche Form sich beim Wechsel der Zeit geändert hat.

Was für Arten von Verben nennt die Grammatik?

Grammis nennt als Subklassen Vollverben, Hilfsverben, Modalverben, Kopulaverben sowie Nominalisierungs- und Funktionsverben. Welche Unterklasse vorliegt, hängt von der Verwendung im Satz ab. Für das Finden eines Verbs ist zunächst wichtiger, ob sich seine Form verändern kann.

Die Verben sehen und steigen kannst du in Sätzen verwenden: „Wir sehen den Weg.“ und „Die Kinder steigen ein.“ Im zweiten Satz bildet das trennbare Verb „einsteigen“ die Verbform „steigen … ein“.

Die Verben haben, sein und werden können je nach Satz unterschiedliche Funktionen haben: „Ich habe Zeit.“, „Sie ist müde.“ und „Die Blätter werden gelb.“ Mit mögen lautet ein Satz: „Wir mögen Musik.“ Die Beispiele zeigen Verben im Gebrauch; die Unterklasse ergibt sich erst aus der jeweiligen Funktion im Satz.

Der Duden nennt für das Verb außerdem die deutschen Bezeichnungen Tätigkeitswort, Zeitwort, Tunwort und Tuwort. Diese Bezeichnungen stehen für dieselbe Wortart. Für die Bestimmung im Satz helfen die Fragen nach Tätigkeit, Geschehen, Vorgang oder Zustand.

Beispiele: Satz, Frage und Verb

Tabelle: Satz, Frage, Verb
SatzFrageVerb
Er ist müde.Was ist?ist
Sie hat Zeit.Was tut jemand?hat
Wir gehen heim.Was tut jemand?gehen
Er lernt heute.Was tut jemand?lernt
Das Kind schläft.Was tut das Subjekt?schläft
Sie redet leise.Was tut jemand?redet
Wir sehen den Weg.Was tut jemand?sehen
Die Kinder steigen ein.Was tut das Subjekt?steigen … ein
Er wird ruhig.Was passiert?wird
Wir mögen Musik.Was tut jemand?mögen
Sie musiziert gern.Was tut jemand?musiziert
Er wartet dort.Was tut jemand?wartet

Die Tabelle verbindet jeweils einen kurzen Satz mit einer passenden Frage und der gefundenen Verbform. Bei trennbaren Verben kann die Verbform aus mehreren Teilen bestehen, wie bei „steigen … ein“. Lies zuerst den Satz, stelle danach eine passende Frage und markiere die Verbform.

Hier lautet die Antwort „lernt“ beziehungsweise „lernte“. Mit der Zeitprobe kannst du beide Verbformen vergleichen.

Nutze die Tabelle als Übungshilfe. Prüfe einen Satz aus deiner Aufgabe mit der passenden Frage und verändere danach seine Zeit. Vergleiche deine Lösung mit einem passenden Muster.

Verb, Subjekt und Prädikat unterscheiden

Wenn du nach dem Verb suchst, beginne mit „Was tut das Subjekt?“. Als weitere Fragen helfen „Was passiert?“ und „Was ist?“. Die Subjektfrage „Wer oder was?“ sucht dagegen nach dem Subjekt und nicht nach dem Verb. Die passende Frage hängt dabei vom Satz ab. Prüfe den gefundenen Ausdruck anschließend mit einer zweiten Methode.

Ändere dafür die Zeit des Satzes. Vergleiche die neue Fassung mit dem Ausgangssatz und suche die Verbform oder den Verbalkomplex, der sich verändert. Die Zeitprobe ergänzt die Frage und gibt dir einen weiteren Anhaltspunkt für deine Entscheidung. Kontrolliere den Fund mit beiden Prüfungen.

Grammis beschreibt das Verb als eine zentrale Kategorie für den Satzbau und ordnet ihm prototypisch die Bildung des Prädikatsausdrucks zu. Verben können ihre Form unter anderem nach Person, Numerus, Tempus, Modus und Genus verbi verändern. Darum gehört die Suche nach dem Verb eng zur Bestimmung des Prädikatsausdrucks. Die Frage und die Zeitprobe helfen dir, diesen Zusammenhang im Satz zu prüfen.

Wenn du zusätzlich andere Satzteile oder Wortarten bestimmen sollst, nutze die verlinkten Erklärungen „Subjekt, Prädikat und Objekt“ und „Wie fragt man nach Adjektiven?“. Bearbeite dabei jeweils nur den Ausdruck, nach dem die Aufgabe fragt.

Wie fragt man nach einem Verb?: Prüfliste mit vier Punkten

In drei Schritten zum Verb

  1. Frage stellen: Lies den ganzen Satz. Frage beim Subjekt: „Was tut das Subjekt?“. Wenn der Satz einen Vorgang beschreibt, frage: „Was passiert?“. Bei einem Zustand kann auch die Frage „Was ist?“ helfen. Notiere das Wort, das zu deiner Frage passt.
  2. Zeittest durchführen: Formuliere den Satz in einer anderen Zeit. Vergleiche beide Sätze und suche die Verbform oder den Verbalkomplex, der sich verändert. Verben können die Zeitform des Satzes ausdrücken. Schreibe die beiden Fassungen untereinander auf, damit du den Unterschied siehst.
  3. Treffer sichern: Prüfe die gefundene Form durch Konjugation. Vergleiche dazu verschiedene Personen oder Zeiten, zum Beispiel „ich lerne“ und „er lernt“. Notiere den Treffer zusammen mit dem ganzen Satz.

Die drei Schritte ergänzen sich: Die Frage liefert einen ersten Hinweis, die Zeitprobe prüft ihn im Satz. Arbeite dabei mit dem vollständigen Satz und nicht nur mit einem einzelnen Wort. Markiere im Vergleich die Form, die sich ändert, und schreibe daneben deine Frage.

Bei „Er lernt heute“ kannst du als zweite Form „Er lernte gestern“ notieren. Vergleiche „lernt“ mit „lernte“. So dokumentierst du, warum du dieses Wort als Verb ausgewählt hast. Wenn du zweifelst, setze die gefundene Form in den Infinitiv und vergleiche sie erneut in verschiedenen Personen oder Zeiten. Wenn die Aufgabe zusätzlich nach dem Prädikat fragt, prüfe den Satz noch einmal unter dieser Fragestellung.

So zitierst du diese Seite

Stand: 13. September 2026

korrektur.de. (2026, 13. September). Wie fragt man nach einem Verb? korrektur.de. https://korrektur.de/wie-fragt-man-nach-einem-verb

Quellen und Stand

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Häufige Fragen zur Frage nach dem Verb

Wie lautet die Frage nach dem Verb?

Frage zuerst: „Was tut das Subjekt?“ oder „Was tut jemand?“. Bei einem Vorgang fragst du „Was passiert?“, bei einem Zustand „Was ist?“.

Wie funktioniert die Zeitprobe?

Ändere die Zeit des Satzes und suche das Wort, das sich dabei verändert. Ein Beispiel ist: „Er lernt“ und „Er lernte“. Die veränderte Form gehört zum Verb.

Was bedeutet Konjugation?

Verben können nach Person, Numerus, Tempus, Modus und Genus verbi beschrieben werden. Die Veränderung von Verbformen nennt man Konjugation; manche Zeitformen werden mit Hilfsverben mehrteilig gebildet.

Welche deutschen Bezeichnungen gibt es für Verb?

Der Duden nennt im Deutschen Tätigkeitswort, Zeitwort, Tunwort und Tuwort als Bezeichnungen für das Verb.

Welche Unterklassen nennt Grammis?

Grammis nennt Vollverben, Hilfsverben, Modalverben, Kopulaverben sowie Nominalisierungs- und Funktionsverben. Wörter wie sehen, steigen, haben, sein, werden und mögen können je nach Verwendung unterschiedlichen Unterklassen zugeordnet werden.

Was mache ich bei Zweifel?

Wiederhole die Verbfrage, teste die Zeitprobe und kontrolliere das Ergebnis.

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