Verben erkennen und richtig verwenden

Was sind Verben: das Tunwort einfach erklärt

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 14. September 2026 · Konjugation und Zeitformen im Überblick

Was sind Verben und wie lassen sich Verben erkennen und richtig verwenden? Ein Verb ist ein flektierbares Wort, das eine Tätigkeit, einen Vorgang oder einen Zustand bezeichnet. Hier wird dir mit klaren Beispielen für die Grundschule einfach erklärt, was Verben im Satz ausdrücken, wie sie ihre Form verändern und warum für sie im Normalfall die Kleinschreibung gilt.

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Verben: Merkzettel mit Arten und Gebrauch

Verben in der Grundschule, und daneben die Zuordnung zu Vollverb, Hilfsverb oder Modalverb, der Blick auf transitiv und intransitiv, reflexiv und trennbar, dazu der Fall und die Nomen-Verb-Verbindung.

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Was ist ein Verb? Bedeutung und Merkmale

Was sind Verben, wenn man die Wortart für die Grundschule einfach erklärt? Ein Verb benennt in unserer Sprache eine konkrete Tätigkeit, einen ablaufenden Vorgang oder einen bestehenden Zustand. Einfach erklärt gilt das Verb in der Grammatik als flektierbares Wort, weil es seine äußere Form im Satz flexibel verändern und anpassen kann. Um Kindern den Einstieg zu erleichtern, führt der Duden für das Verb auch die kindgerechten Bezeichnungen Tunwort, Tuwort, Tätigkeitswort und Zeitwort auf. Alle diese Bezeichnungen lassen sich anstelle des Fachworts Verb nutzen, weshalb dir im Unterricht besonders häufig das Wort Tunwort begegnet.

Typische Beispiele aus dem Alltag sind lachen, singen und backen, mit denen jeweils Tätigkeiten benannt werden. Während das Verb bei Wörtern wie lachen, singen und backen eine klare Handlung ausdrückt, kann dieselbe Wortart ebenso für einen Vorgang oder einen Zustand stehen. So nennt das DWDS unter anderem die Beispiele frieren und leben als Verben. Innerhalb eines Satzes tritt das Verb als Prädikat auf, wobei Verben typischerweise das Prädikat sowie die Satzklammer bilden. Wenn du Verben erkennen und richtig verwenden möchtest, hilft ein einfacher Test: Achte gezielt auf das Wort, das eine Tätigkeit, einen Vorgang oder einen Zustand bezeichnet.

Brauchst du das Fachwort Verb selbst in einem Satz, lautet seine Beugung: das Verb, des Verbs, die Verben. Inhaltlich stehen die Bezeichnungen Tunwort, Tuwort, Tätigkeitswort und Zeitwort in diesem Zusammenhang für genau dasselbe Fachwort. Viele weitere Wortbeispiele hält die Übersicht Verben im Überblick für dich bereit. Überprüfe dort jedes einzelne Beispiel mit derselben Kontrollfrage: Welche Tätigkeit, welcher Vorgang oder welcher Zustand wird durch das Wort bezeichnet?

Verben: das Tunwort erklärt: der Ablauf in drei Schritten

Die Grundform eines Verbs: den Infinitiv bestimmen

Die unveränderte Grundform eines Verbs trägt auch das Fachwort Infinitiv. Mit dieser Form lässt sich jedes Verb in einer Wörterliste oder in einem Wörterbuch eindeutig benennen und nachschlagen. Für deutsche Verben beschreibt grammis dabei ein festes Erkennungsmerkmal: Die Grundform endet auf -en, was die Beispiele lachen und singen anschaulich zeigen. In seiner Grundform nennt der Infinitiv das Verb noch ganz ohne Anpassung an eine bestimmte Person, weshalb vor dem Verb kein Wort wie ich, du oder er steht.

Anhand einer kurzen Wortliste kannst du das Erkennen der Grundform direkt üben. Lies jedes einzelne Wort aufmerksam durch und richte deinen Blick auf die letzten beiden Buchstaben:

  • Das Beispiel lachen endet in der Grundform auf -en.
  • Das Beispiel singen zeigt am Wortende die Endung -en.
  • Das Beispiel backen schließt im Infinitiv mit -en ab.
  • Das Beispiel helfen trägt als Grundform ebenfalls die Endung -en.

Diese Übersicht bündelt die belegten Wortbeispiele für die typische Endung der Grundform. Entdeckst du in einem Satz eine gebeugte Form wie ich lache, kannst du direkt den passenden Infinitiv lachen danebenstellen. Ebenso gehört zur Form du lachst immer lachen als gemeinsame Grundform. Dabei unterscheiden sich Grundform und Personalform in ihrer Aufgabe: Während sich die Personalform im Satz an die jeweilige Person anpasst, bleibt die Grundform als Infinitiv unverändert erhalten.

Das Substantiv Verb selbst wird dagegen nach einem eigenen Muster gebeugt: das Verb, des Verbs, die Verben. Vertiefende Hinweise dazu findest du unter Grundform von Verben. Achte dort beim Üben immer zuerst auf die Endung -en und benenne anschließend das gesuchte Verb in seiner Grundform.

Personalformen: Wie sich das Verb an die Person anpasst

Durch eine Personalform wird im Satz sichtbar, zu welcher Person das Verb gerade gehört. Grammis veranschaulicht dieses Muster am Verb lachen in der Zeitform Präsens. Steht vor dem Verb ein kurzes Wort für die Person wie ich, du oder er, erhält das Verb am Wortende die jeweils passende Personalendung. Einfach ausgedrückt passt sich das Verb in seiner Form direkt an das Wörtchen davor an.

In der folgenden Übersicht erkennst du die vollständige Beugung von lachen im Präsens:

  • ich lache: Hier trägt das Verb die Personalendung -e.
  • du lachst: Zu dieser Person gehört die Endung -st.
  • er, sie, es lacht: Die passende Personalendung lautet -t.
  • wir lachen: Bei dieser Form steht am Schluss die Endung -en.
  • ihr lacht: Hier zeigt das Verb wieder die Endung -t.
  • sie lachen: Am Wortende erscheint erneut die Endung -en.

Bei allen Formen bleibt am Wortstamm lach- der gemeinsame Wortkern deutlich erkennbar, während die angehängte Endung die jeweilige Person anzeigt. Grammis bezeichnet diese Formveränderung als Verbflexion. Dabei werden Verben unter anderem nach Person und Numerus konjugiert, wobei Numerus angibt, ob eine oder mehrere Personen gemeint sind. Neben Person und Numerus zählen auch Tempus, Modus und Genus verbi zu den Kategorien der Verbkonjugation; für diese grundlegende Erklärung genügt es jedoch völlig, auf die Person und die zugehörige Endung zu achten.

Infinite Verbformen wie der Infinitiv verändern ihre Gestalt hingegen nicht. Deshalb besitzt die Grundform lachen noch keine Personalendung für ich, du oder er. Trainiere die verschiedenen Formen gerne weiter unter Verben im Überblick, indem du zuerst die Person notierst und danach die passende gebeugte Form von lachen ergänzt.

Zeitformen und Verbgruppen im Überblick

In einer einzelnen Verbform können gleichzeitig mehrere grammatische Angaben stecken. Laut grammis gehören dazu die Kategorien Person, Numerus, Tempus, Genus verbi und Modus. Während das Fachwort Tempus die Zeit bezeichnet, umfasst das Genus verbi die Unterscheidung zwischen Aktiv und Passiv. Unter den Modi werden Indikativ, Konjunktiv und Imperativ zusammengefasst, ergänzt durch die Angaben zu Person und Numerus. Für die zeitliche Einordnung nennt der Landesbildungsserver Baden-Württemberg die Zeitformen Präsens, Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I und Futur II, mit denen unterschiedliche Zeitangaben bei Verbformen ausgedrückt werden. Wer eine Verbform im Unterricht genau beschreiben möchte, geht diese Kategorien am besten geordnet durch: Person, Zahl, Zeit, Modus sowie Aktiv oder Passiv.

Darüber hinaus lassen sich auch verschiedene Verbgruppen anhand ihrer jeweiligen Merkmale unterscheiden. Die folgende Tabelle stellt die Verbgruppen und Wortbeispiele zusammen, die der Landesbildungsserver Baden-Württemberg nennt:

Tabelle: Verbgruppe, Beispiel, Merkmal
VerbgruppeBeispielMerkmal
Schwache Verbenbacken, backte, gebackenwerden regelmäßig gebildet
Starke Verbenhelfen, half, geholfenändern den Stammvokal
Hilfsverbensein, werden, habenwerden als Hilfsverben genannt
Modalverbenmüssen, dürfen, können, sollen, wollenwerden als Modalverben genannt

Während schwache Verben ihre Formen regelmäßig bilden, wechselt bei starken Verben der Stammvokal, wie die Beispielreihe helfen, half, geholfen verdeutlicht. Daneben treten Hilfsverben und Modalverben als eigene Verbgruppen auf: Zu den Hilfsverben zählen sein, werden, haben, und als Modalverben werden müssen, dürfen, können, sollen, wollen geführt. Überlege beim Untersuchen einer Verbform immer zuerst, welche grammatische Kategorie du gerade beschreiben möchtest, und nutze die Tabellenbeispiele zur Einordnung der Verbgruppe und ihres Merkmals. Weiterführende Erklärungen findest du unter Konjugation und Zeitformen sowie in der Übersicht Zeitformen als Tabelle.

Warum Verben klein geschrieben werden: Regeln zur Schreibung

Ob ein Wort groß oder klein geschrieben wird, hängt im Deutschen von seiner Wortart ab. Dazu hält das amtliche Regelwerk in Paragraf 55 fest, dass man Substantive großschreibt, und nennt als Beispiele Tisch, Wald und Freiheit. Da eine Verbform nicht zur Wortart der Substantive zählt, wird ein Verb sowohl in seiner Grundform als auch in einer Personalform klein geschrieben.

Demnach schreibst du die Grundform laufen im Satz klein. Ebenso bleibt die gebeugte Verbform in der Verbindung du läufst klein geschrieben. Hier steht zwar das Wort du direkt vor der Personalform, doch das gebeugte Wort läufst gehört weiterhin zum Verb. Maßgeblich für die Rechtschreibregel ist stets die Wortart: Es kommt also nicht allein auf die Bedeutung eines Wortes an, sondern darauf, ob es im Satz als Verbform oder als Substantiv gebraucht wird.

Gleichzeitig lässt sich aus einem Verb auch ein Substantiv bilden, wofür das amtliche Regelwerk das Beispiel das Laufen anführt. In dieser Wortverbindung steht der Artikel das vor dem großgeschriebenen Wort und macht deutlich, dass es sich um ein aus dem Verb gebildetes Substantiv handelt. Im direkten Vergleich lässt sich die Schreibweise leicht merken: laufen steht als klein geschriebene Grundform, du läufst als klein geschriebene Personalform und das Laufen als großgeschriebenes Substantiv.

Ein häufiger Stolperstein in der Schule besteht darin, die Verbform laufen versehentlich ohne Grund großzuschreiben. Kontrolliere im Zweifelsfall immer die genaue Wortart im Satz: Liegt eine Grundform oder eine Personalform vor, schreibst du das Verb klein; handelt es sich dagegen um ein aus dem Verb gebildetes Substantiv wie das Laufen, schreibst du dieses Substantiv groß. Einen hilfreichen Vergleich mit anderen Wortarten bietet dir der Beitrag Wortarten im Überblick.

Verben: das Tunwort erklärt: Prüfliste mit vier Punkten

Ein Verb in drei Schritten sicher finden

Anhand von drei gezielten Fragen lässt sich jedes Wort Schritt für Schritt untersuchen. Nimm dir für die Prüfung etwas Zeit und notiere deine Ergebnisse schriftlich. Dieser Prüfweg greift die zentralen Merkmale aus den vorangegangenen Abschnitten auf: Ein Verb steht für eine Tätigkeit, einen Vorgang oder einen Zustand, seine Grundform endet bei den behandelten deutschen Verben auf -en, und in einer Personalform passt sich die Endung an die jeweilige Person an.

  1. Untersuche das Wort auf eine Tätigkeit oder einen Zustand hin. Stelle dazu die Frage: Bezeichnet das Wort eine Tätigkeit, einen Vorgang oder einen Zustand? Sobald du dieses inhaltliche Merkmal erkennst, hältst du das Wort als mögliche Verbform fest.
  2. Bestimme die zugehörige Grundform mit der Endung -en. Leite aus einer vorliegenden Personalform den Infinitiv ab: Aus der Form ich lache gewinnst du die Grundform lachen, und auch du lachst führt zur Grundform lachen. Kontrolliere danach, ob die gefundene Grundform auf -en endet.
  3. Überprüfe die Personalendung mithilfe von ich, du oder er, sie, es. Halte deine Wortform neben die Musterbeispiele ich lache, du lachst oder er lacht, damit du die passende Personalendung sicher ablesen kannst.

Fasse deine Überprüfung abschließend in einfacher Sprache zusammen: Benenne zuerst die ausgedrückte Tätigkeit, den Vorgang oder den Zustand, gib danach die zugehörige Grundform an und erkläre zuletzt, zu welcher Person die Personalform gehört und welche Endung sie trägt. Bleibt ein Wortbeispiel zunächst unklar, gehst du Wortart, Grundform und Personalendung einfach noch einmal in Ruhe durch. Zum vertiefenden Üben kannst du Verben lernen nutzen und die drei Fragen direkt auf neue Wörter anwenden.

So zitierst du diese Seite

Stand: 14. September 2026

korrektur.de. (2026, 14. September). Was sind Verben? Einfach erklärt. korrektur.de. https://korrektur.de/was-sind-verben-grundschule

Quellen und Stand

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Häufige Fragen zu Verben in der Grundschule einfach erklärt

Was ist ein Verb?

Als flektierbares Wort beschreibt ein Verb eine Tätigkeit, einen Vorgang oder einen Zustand und kann seine Form im Satz verändern. Im Unterricht der Grundschule werden dafür auch die kindgerechten Bezeichnungen Tunwort, Tuwort, Tätigkeitswort und Zeitwort genutzt.

Was ist die Grundform eines Verbs?

Die unveränderte Grundform eines Verbs trägt das Fachwort Infinitiv und dient zum Nachschlagen in Wörterlisten. Bei den hier belegten deutschen Beispielwörtern wie lachen und singen ist sie an der Endung -en zu erkennen.

Wie verändert sich ein Verb bei ich und du?

Das Verb passt seine Personalendung jeweils an die Person davor an, sodass es beim Beispielwort lachen im Präsens ich lache und du lachst heißt. Steht er, sie oder es vor dem Verb, lautet die passende Form er lacht.

Welche Zeitformen werden beim Verb genannt?

Unterschieden werden die Zeitformen Präsens, Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt sowie Futur I und Futur II. In der Grammatik steht für diese Zeitkategorie des Verbs das Fachwort Tempus.

Warum schreibt man Verben klein?

Solange Verben im Satz als Grundform oder als gebeugte Personalform auftreten, zählen sie nicht zu den Substantiven und werden daher klein geschrieben. Erst wenn mit einem Artikel wie in das Laufen ein Substantiv aus dem Verb gebildet wird, gilt die Großschreibung.

Was ist der Unterschied zwischen starken und schwachen Verben?

Schwache Verben bilden ihre Formen regelmäßig ohne Vokalwechsel, wie die Reihe backen, backte, gebacken zeigt. Starke Verben verändern beim Beugen hingegen ihren Stammvokal, was am Beispiel helfen, half, geholfen deutlich wird.

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