Baguette Artikel: heißt es das oder die Baguette?
Die Standardform, die zulässige Nebenform und die französische
Beim Baguette Artikel stehen zwei Formen nebeneinander: das Baguette ist die übliche und in Wörterbüchern zuerst genannte Form, die Baguette ist ebenfalls zulässig. Die feminine Nebenform folgt dem Französischen, wo la baguette weiblich ist. Die neutrale Form richtet sich dagegen nach dem deutschen Wort Brot. Der Plural lautet in beiden Fällen die Baguettes, mit s. Das Wort bedeutet im Französischen ursprünglich Stäbchen und meint nicht nur Brot.
Die kurze Antwort
Das Baguette ist die übliche Form und steht in Wörterbüchern an erster Stelle.
Die Baguette ist ebenfalls zulässig. Sie folgt dem französischen Vorbild und ist besonders im Süden des deutschen Sprachgebiets zu hören.
Der Plural lautet die Baguettes, mit s. Er ist bei beiden Formen gleich.
Im Genitiv Singular steht ein s, wenn das Wort neutral gebraucht wird: des Baguettes. Bei der femininen Form bleibt es unverändert: der Baguette.
Die Formen in allen vier Fällen
| Fall | neutral | feminin | Plural |
|---|---|---|---|
| Nominativ | das Baguette | die Baguette | die Baguettes |
| Genitiv | des Baguettes | der Baguette | der Baguettes |
| Dativ | dem Baguette | der Baguette | den Baguettes |
| Akkusativ | das Baguette | die Baguette | die Baguettes |

Warum zwei Geschlechter nebeneinander stehen
Im Französischen ist la baguette eindeutig weiblich. Wer die Herkunftssprache kennt, überträgt dieses Geschlecht ins Deutsche und sagt die Baguette.
Im Deutschen wirkt dagegen das Entsprechungswort: das Brot, das Weißbrot, das Gebäck. Alle drei sind neutral, und daraus folgt das Baguette.
Beide Wege sind sprachlich nachvollziehbar, deshalb hat sich keine Form gegen die andere durchgesetzt. Wörterbücher verzeichnen beide ohne Einschränkung.
Dasselbe Muster zeigt sich bei anderen französischen Entlehnungen: die Quiche folgt dem Französischen, das Baguette dem deutschen Grundwort. Eine feste Regel gibt es nicht.
Herkunft und Bedeutung im Französischen
Das französische Wort baguette bedeutet Stäbchen oder Stab. Es bezeichnet auch den Dirigentenstab, den Zauberstab und die Essstäbchen.
Die Brotbezeichnung ist erst im 20. Jahrhundert entstanden und benennt die längliche Form. Vorher hieß das Brot schlicht pain.
In der Schmuckbranche steht der Begriff für einen rechteckigen Schliff: der Baguetteschliff. Auch hier ist die längliche Form namengebend.
Im Deutschen ist nur die Brotbedeutung geläufig. Die übrigen Verwendungen begegnen fast ausschließlich in Fachtexten.
Das Brot und seine Vorschriften
In Frankreich regelt eine Verordnung von 1993, was als traditionelles Brot verkauft werden darf. Zugelassen sind nur Mehl, Wasser, Salz und Hefe oder Sauerteig.
Üblich sind eine Länge von etwa 65 Zentimetern und ein Gewicht von 250 Gramm. Diese Maße sind nicht vorgeschrieben, aber im Handel Standard.
Seit 2022 zählt das handwerkliche Backen zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Ausgezeichnet wurde nicht das Brot selbst, sondern das Können der Bäcker.
In Deutschland ist die Bezeichnung nicht geschützt. Verkauft werden darf sie für jedes längliche Weißbrot, unabhängig von Zutaten und Verfahren.
Backwaren und ihre Artikel
Maskulin: der Zwieback, der Toast, der Keks (auch das), der Kuchen, der Stollen, der Fladen.
Feminin: die Semmel, die Brezel, die Torte, die Waffel, die Schrippe, die Baguette (Nebenform).
Neutral: das Baguette, das Brot, das Brötchen, das Hörnchen, das Croissant, das Gebäck, das Weckerl.
Auffällig ist die Zahl der Verkleinerungsformen: das Brötchen, das Hörnchen, das Weckerl. Alle sind neutral, weil die Endungen chen und lein das Geschlecht bestimmen.

Aussprache, Schreibung und Trennung
Gesprochen wird das Wort französisch, etwa bagett, mit stummem e am Ende und Betonung auf der zweiten Silbe.
Das gu wird wie g gesprochen, nicht wie gw. Diese Regel gilt im Französischen vor e und i durchgehend.
Getrennt wird Ba-guette. Die Buchstabenfolge gu bleibt zusammen, weil sie einen einzigen Laut wiedergibt.
Bei Zusammensetzungen entscheidet das letzte Glied: das Baguettebrot (das Brot), die Baguetteform (die Form), der Baguetteschliff (der Schliff).
Häufige Fehler und Zweifelsfälle
Der Baguette: Falsch. Eine maskuline Form gibt es nicht, weder im Deutschen noch im Französischen.
Die Baguetten: Falsch. Der Plural lautet die Baguettes, mit s wie im Französischen.
Baguett: Falsch. Das stumme e am Ende gehört zur Schreibung, auch wenn es nicht gesprochen wird.
Der Wechsel im Text: Beide Artikel sind korrekt, aber nicht nebeneinander. Innerhalb eines Dokuments sollte nur eine Form vorkommen.
Der Genitiv: Des Baguettes bei der neutralen Form, der Baguette bei der femininen. Die Mischform des Baguette ist falsch.
Fazit: Baguette Artikel auf einen Blick
Das Baguette ist die übliche Form, die Baguette ist ebenfalls zulässig und folgt dem Französischen.
Der Plural lautet die Baguettes, mit s. Das französische Wort bedeutet Stäbchen und bezeichnet auch den Dirigentenstab.
Im Zusammenhang „Baguette Artikel: heißt es das oder die Baguette?“ werden die zentralen Punkte gebündelt.
Weitere Backwaren und Entlehnungen Croissant Artikel, Genus bei Fremdwörtern und Keks Artikel.