Artikel bei Eigennamen: Regeln für Namen und Marken

Personen, Orte, Gewässer, Berge und Marken mit ihren Regeln

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Artikel bei Eigennamen folgen einer Grundregel mit vielen Ausnahmen: Personennamen und die meisten Ortsnamen stehen ohne Artikel, Flüsse, Berge, Meere und Zeitungen dagegen mit. Peter kommt aus Berlin, wohingegen man sagt: der Rhein, die Zugspitze, die Nordsee, die Zeit. Wer die Gruppen kennt, trifft zugleich die richtige Präposition und die richtige Beugung, denn beides hängt vom Artikel ab.

Personennamen

Personennamen stehen standardsprachlich ohne Artikel: Peter kommt. Frau Meier hat angerufen. Goethe schrieb.

Regional und umgangssprachlich findet sich der Artikel trotzdem, besonders in Süddeutschland und Österreich: der Peter, die Anna. Gesprochen passt diese Variante gut, geschrieben wirkt sie fehlplatziert.

Bei gewöhnlichen beschreibenden Erweiterungen mit einem Adjektiv oder Zusatz steht der Artikel meist: der junge Goethe, die Meier aus der Buchhaltung. Ausnahmen bilden Anreden, feste Beinamen und Verbindungen wie Klein Erna.

Familien im Plural bekommen ihn ebenfalls: die Meiers, die Buddenbrooks. So bezeichnet der Plural die gesamte Familie.

Orte, Städte und Länder

Ohne Artikel: die meisten Städte und Länder. Berlin, Paris, Deutschland, Japan. Alle sind neutral.

Mit Artikel: einige Länder (die Schweiz, der Iran, die USA) und wenige Städte (Den Haag, das französische Le Havre).

Bei gewöhnlichen beschreibenden Adjektiven steht der Artikel meist: das schöne Berlin, das geteilte Deutschland. Feste Verbindungen aus Beiwort und Namen können eine Ausnahme bilden.

Bezogen auf Quartiere und Landschaftsräume variiert die Kategorisierung stark: das Revier, die Hochebene, der Wald, die Region. Orientiert sich die Bezeichnung an einem erkennbaren Basisteil, übernimmt sie dessen grammatikalische Merkmale.

Artikel bei Eigennamen
Artikel bei Eigennamen im Überblick.

Namen von Firmen und Vereinen

Der Artikel richtet sich nach der Rechtsform: die Meier GmbH, die Schmidt AG, der Verein, die Genossenschaft, die Stiftung. Der Name selbst bleibt unverändert.

Ohne Rechtsform folgt der Name dem Gattungsbegriff oder steht ohne Artikel: Siemens teilte mit, Google kündigte an. Diese artikellose Form ist in Wirtschaftstexten üblich.

Bei Vereinen entscheidet ebenfalls das Grundwort: der FC Bayern (der Club), die Sportfreunde (Plural), das Bundesliga-Team (das Team).

Für die Übereinstimmung im Satz gilt: Firmennamen sind grammatisch Singular, auch wenn viele Personen dahinterstehen. Siemens teilte mit, nicht teilten mit.

Naturformen: Gewässer, Berge und Himmelskörper

Flüsse tragen immer einen Artikel. Deutsche Flüsse sind meist feminin (die Elbe, die Donau, die Weser), ausländische meist maskulin (der Nil, der Amazonas, der Mississippi). Ausnahmen sind der Rhein, der Main, der Neckar und der Inn.

Berge tragen ebenfalls einen: der Brocken, die Zugspitze, das Matterhorn. Die Zuordnung folgt keiner Regel und ist zu lernen.

Meere und Seen: dazu zählen die Nordsee, die Ostsee, das Mittelmeer, der Bodensee und der Atlantik.

Himmelskörper: die Sonne, der Mond, die Erde, der Mars, die Venus. Planeten folgen dem Geschlecht der Gottheit, nach der sie benannt sind.

Zeitungen, Institutionen und Marken

Zeitungen und Zeitschriften tragen einen Artikel: die Zeit, der Spiegel, die Süddeutsche, das Handelsblatt. Er folgt dem Namen selbst.

Institutionen: Das Geschlecht leitet sich vom Grundwort ab: die Universität, das Institut, der Verein, die Behörde, das Amt.

Marken folgen dem Gattungsbegriff: der Golf (der Wagen), das iPhone (das Telefon), die Coca-Cola (die Limonade). Wo dieser fehlt, schwankt es oder es steht kein Artikel.

Firmen mit Rechtsform nehmen die Form an: die Meier GmbH, die Schmidt AG, die BASF SE. Die Bezeichnung selbst bleibt gleich.

Artikel bei Eigennamen

Übliche Fehler und häufige Zweifelsfälle

Der Peter in Texten: In der gesprochenen Sprache und regional ist diese Form akzeptabel, in schriftlichen Dokumenten jedoch stilistisch unpassend. Dort verwendet man den bloßen Namen.

Der Genitiv: Ohne Artikel tritt ein s an: Peters Buch, Berlins Bevölkerung. Mit Artikel bleibt der Name unverändert: die Werke des Goethe.

Der Apostroph: Er ersetzt das Genitiv-s nur bei artikellos gebrauchten Namen, deren Grundform auf s, ß, x, z oder ce endet: Andreas' Werk, Maurice' Freundin. Steht ein Artikel oder Pronomen davor, bleibt der Name ohne dieses Zeichen.

Zeitungsnamen im Genitiv: Der Artikel wird gebeugt, der Name nicht: die Ausgabe der Zeit, ein Beitrag des Spiegel.

Klein schreibende Markennamen: Bleibt die Schreibweise beim Hersteller klein, übernimmt man sie: nutella, adidas. Am Satzanfang steht dennoch ein Großbuchstabe.

Verwendung von Eigennamen in wissenschaftlichen Arbeiten

In Autor-Jahr-Verweisen stehen Namen üblicherweise ohne Artikel und ohne zusätzliche Beugungsendung: nach Müller (2021), bei Schmidt (2019).

Im Fließtext ist der Genitiv üblich: Müllers Ansatz, Schmidts Kritik. Beide Formen stehen nebeneinander, und das ist kein Widerspruch.

Bei Institutionen ist bei der ersten Nennung die ausgeschriebene Form erforderlich; anschließend genügt das Kürzel: die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), fortan die DFG.

Ortsnamen aus fremden Alphabeten behalten ihre festgelegte Umschrift während der gesamten Publikation. Wechsel fallen im Literaturverzeichnis sofort auf.

Fazit: Artikel bei Eigennamen auf einen Blick

Personennamen und die meisten Ortsnamen erscheinen ohne Artikel, Flüsse, Berge, Meere und Zeitungen dagegen mit bestimmtem Artikel.

Bei gewöhnlichen beschreibenden Adjektiven steht der Artikel meist; feste Beinamen, Anreden und Verbindungen wie Klein Erna können ohne Artikel stehen. Marken folgen ihrem Gattungsbegriff, Firmen ihrer Rechtsform.

Weiter zu Artikel bei Ländernamen, zur Deklination von Eigennamen sowie zum Nullartikel.

Artikel und Namen im gesamten Manuskript konsistent verwenden: Unsere Korrekturdienstleistung achtet konsequent darauf.

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Häufige Fragen zu Artikel bei Eigennamen

Tragen Personennamen einen Artikel?

In der Standardsprache ist das nicht üblich. Regional oder umgangssprachlich kommt „der Peter“ vor, in Texten wirkt diese Form jedoch fehl am Platz.

Welche Eigennamen tragen immer einen Artikel?

Flüsse, Berge, Meere, Zeitungen sowie bestimmte Staaten wie die Schweiz und der Iran.

Welchen Artikel tragen deutsche Flüsse?

Deutsche Flüsse sind meist weiblich: die Elbe, die Donau. Zu den Ausnahmen zählen der Rhein, der Main, der Neckar und der Inn.

Welchen Artikel tragen Marken?

Ihr Artikel richtet sich nach dem Gattungsbegriff: Der Golf steht für den Wagen, das iPhone für das Telefon.

Wie beuge ich Zeitungsnamen?

Der Artikel wird gebeugt, der Name nicht: die Ausgabe der Zeit, ein Beitrag des Spiegel.

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