Den Apostroph richtig setzen
Auslassung, Genitiv und der Deppenapostroph
Der Apostroph ist eine der häufigsten Fehlerquellen im Deutschen, weil er oft steht, wo er nicht hingehört. Eigentlich zeigt er nur eine Auslassung an und wird beim Genitiv nur in Ausnahmefällen gesetzt. Hier lernst du mit Regeln und Beispielen, wie du den Apostroph richtig setzen kannst und den berüchtigten Deppenapostroph vermeidest.
Was ist ein Apostroph?
Der Apostroph ist ein Auslassungszeichen: ein hochgestelltes Häkchen (’), das anzeigt, dass ein oder mehrere Buchstaben weggelassen wurden. Wichtig ist die richtige Form – der typografische Apostroph (’), nicht der gerade Zoll-Strich ('). In den meisten deutschen Texten wird der Apostroph deutlich zu oft gesetzt; die Grundregel lautet daher: im Zweifel weglassen.
Apostroph bei Auslassungen
Der klare Hauptfall ist die Auslassung von Buchstaben. Beispiele: Wie geht’s? (geht es), So ’n Unsinn (so ein), ’s ist vollbracht (es). Auch bei ausgelassenen Wortteilen in der Literatur steht der Apostroph. Er markiert immer genau die Stelle, an der etwas fehlt – nicht mehr und nicht weniger.
Apostroph beim Genitiv
Hier passieren die meisten Fehler. Der normale Genitiv steht ohne Apostroph: Annas Buch, Thomas’ Auto. Ein Apostroph steht nur, wenn ein Name bereits auf einen s-Laut endet (s, ss, ß, tz, z, x, ce) und deshalb kein weiteres s bekommt: Max’ Fahrrad, Felix’ Idee. In allen anderen Fällen ist der Genitiv-Apostroph falsch.
Apostroph bei Adjektiven und Marken
Von Personennamen abgeleitete Adjektive auf -sch schreibt man klein und ohne Apostroph: die ohmschen Gesetze, die kafkaeske Stimmung. Will man den Namen im Adjektiv hervorheben, ist der Apostroph erlaubt und der Name bleibt groß: die Grimm’schen Märchen. Beide Varianten sind korrekt, doch entscheide dich im Text für eine.
Bei Firmen- und Markennamen gilt die firmeneigene Schreibung, auch wenn sie den deutschen Regeln widerspricht: McDonald’s oder Christie’s behalten ihren englischen Apostroph. Diese Eigennamen übernimmst du unverändert, statt sie an die deutsche Regel anzupassen. Für den eigenen Fließtext bleibt es dabei: außerhalb echter Auslassungen und der s-Laut-Genitive ist der Apostroph fast immer überflüssig.
Der Deppenapostroph
Als Deppenapostroph verspottet man den falsch gesetzten Apostroph, besonders vor dem Plural-s und im normalen Genitiv: Pizza’s, Auto’s oder Anna’s Laden sind falsch – richtig sind Pizzas, Autos und Annas Laden. Auch bei Verbformen wie gibt’s ist der Apostroph zwar erlaubt, wirkt in wissenschaftlichen Texten aber umgangssprachlich; dort schreibt man besser gibt es aus.
Mehr zu sauberem Ausdruck und Zeichensetzung: der Punkt, Semikolon richtig setzen und Kaufmanns-Und und Sonderzeichen. Den ganzen Text prüft die Grammatikprüfung mit KI oder ein Korrekturlesen. Eine Übersicht aller Regeln bietet die Seite Rechtschreibung und Grammatik.