Nach dem Doppelpunkt groß oder klein schreiben?
Ganzer Satz oder Aufzählung: eine Regel, drei Fälle
Groß oder klein nach dem Doppelpunkt? Diese Frage stockt beim Schreiben zuverlässig — dabei ist die Regel einfacher, als viele denken. Ob du nach dem Doppelpunkt groß oder klein schreibst, hängt allein davon ab, was folgt: ein vollständiger Satz oder nur ein Satzteil. Drei Fälle, ein Prinzip.
Fall 1: Ein ganzer Satz folgt – groß
Folgt auf den Doppelpunkt ein vollständiger Hauptsatz, schreibst du das erste Wort groß:
Das Ergebnis ist eindeutig: Die Hypothese wird bestätigt.
Eines steht fest: Ohne saubere Quellen zählt kein Argument.
Fall 2: Aufzählung oder Satzteil folgt – klein
Folgt nur eine Wortgruppe, eine Aufzählung oder ein einzelnes Wort — also kein vollständiger Satz —, schreibst du klein (außer natürlich bei Substantiven, die immer großgeschrieben werden):
Drei Faktoren zählen: Zeit, Geld und Motivation.
Das Fazit lautet: knapp, aber überzeugend.

Fall 3: Wörtliche Rede und Zitate – groß
Leitet der Doppelpunkt eine wörtliche Rede oder ein vollständig zitiertes Satzganzes ein, folgt Großschreibung — meist zusammen mit Anführungszeichen: Sie sagte: „Das war zu erwarten." Wie die Anführungszeichen dabei korrekt sitzen, zeigt Anführungszeichen richtig setzen.
Die Eselsbrücke
Frag dich: Könnte das, was nach dem Doppelpunkt kommt, für sich allein als Satz stehen? Wenn ja → groß. Wenn nein → klein. Diese eine Frage löst praktisch jeden Zweifelsfall — damit ist die Regel einfach erklärt und du weißt immer, ob du groß oder klein schreiben musst. Weitere knifflige Fälle der Groß- und Kleinschreibung sammelt die Groß- und Kleinschreibung.
Kleinigkeit mit Wirkung
Ein falsch geschriebenes Wort nach dem Doppelpunkt fällt geübten Lesern sofort auf — und summiert sich mit anderen Flüchtigkeitsfehlern zu einem unsauberen Gesamteindruck. Solche Regeln sicher anzuwenden ist Übungssache; vor der Abgabe fängt der prüfende Blick der Korrektoren die letzten Ausrutscher ab, gemeinsam mit der übrigen Kommasetzung.