Bindestrich vs. Gedankenstrich
Bindestrich vs. Gedankenstrich – die Regeln
Bindestrich („-") und Gedankenstrich („–") sehen ähnlich aus, haben aber sehr unterschiedliche Funktionen. In wissenschaftlichen Arbeiten werden sie oft verwechselt. Wir zeigen die Regeln und die richtige Verwendung anhand von Beispielen.
Bindestrich („-")
Verbindet Wörter und Wortteile:
- Zusammensetzungen: „Wirtschafts-Krise" (heute meist als ein Wort), „PCR-Test", „US-amerikanisch".
- Trennungen am Zeilenende: „Bun-/destag" (selten in modernen Texten).
- Aufzählungen mit gleichem Wortteil: „Bachelor- und Masterarbeit".
- Abkürzungen: „IT-Bereich", „CO₂-Ausstoß".
Gedankenstrich („–")
Trennt Satzteile, fügt Einschübe ein, ersetzt „bis":
- Einschübe: „Die Studie – die im letzten Jahr veröffentlicht wurde – zeigt klare Ergebnisse."
- Aufzählung von „bis": „2020–2024", „Seiten 12–15".
- Bei Pausen / Spannungswechsel: „Sie kam – und alle staunten."
Wichtigster Unterschied
Bindestrich ist kürzer („-"), Gedankenstrich ist länger („–"). In Word ersetzt das Programm bei „Wort - Wort" oft automatisch zum Gedankenstrich.
Beispiele aus der Bachelorarbeit
Bindestrich: „Bachelor- und Masterarbeit" / „US-amerikanische Studie" / „PCR-Test"
Gedankenstrich: „Die Studie – wie bereits erwähnt – zeigt deutliche Effekte." / „2020–2024"
Häufige Fehler
- Bindestrich statt Gedankenstrich bei Einschüben.
- Gedankenstrich bei zusammengesetzten Wörtern.
- Leerzeichen um den Bindestrich (falsch: „Bachelor - und Masterarbeit").
- Kein Leerzeichen um Gedankenstrich bei Einschüben.
Word-Tipps
- Bindestrich „-" mit der Bindestrich-Taste.
- Gedankenstrich „–" mit Strg + Minus (Numerik) oder Auto-Korrektur.
- Geschütztes Leerzeichen (Strg+Shift+Leertaste) verhindert Trennung an unerwünschten Stellen.
Mehr im Hub Rechtschreibung.
Tastenkombinationen für Binde- und Gedankenstrich
Der Bindestrich (-) ist auf der Tastatur direkt als Minus-Taste vorhanden. Den Gedankenstrich (–), auch Halbgeviertstrich genannt, musst du dagegen aktiv erzeugen. Unter Windows: Strg + Minus auf dem Ziffernblock, oder über die Autokorrektur in Word, die Bindestrich + Leerzeichen automatisch in einen Gedankenstrich umwandelt. Auf dem Mac: Alt + Minus auf der normalen Zahlenreihe. Auf der iPhone- oder Android-Tastatur lange auf den Bindestrich tippen, dann erscheint die Auswahl mit – und —. Wer mit LaTeX arbeitet, schreibt zwei Minus für den Halbgeviertstrich und drei für den Geviertstrich.
Häufige Verwechslungen entstehen, weil Word je nach Sprachversion unterschiedlich autokorrigiert. Schreibe versuchsweise „A - B" und beobachte, ob daraus „A – B" wird – wenn nicht, ist die Autokorrektur deaktiviert oder du benutzt eine englische Tastatur. Ein Bindestrich verbindet (Word-Vorlage, Anbieter-Vergleich), ein Gedankenstrich gliedert oder ersetzt Klammern. Im wissenschaftlichen Schreiben gilt: bei Zeitspannen den Halbgeviertstrich ohne Leerzeichen verwenden („1990–2020"), bei Einschüben mit Leerzeichen („Der Versuch – wie zuvor erwähnt – scheiterte"). Vor der Abgabe lohnt eine globale Suche nach „ - " mit Leerzeichen davor und danach – so spürst du übersehene Bindestriche zuverlässig auf. Ein Korrektorat übernimmt diese Vereinheitlichung normalerweise mit. Wer mit Word arbeitet, sollte vor Abgabe einmal die Funktion „Suchen und Ersetzen“ mit Sonderzeichen-Modus nutzen, um Bindestrich, Halbgeviertstrich und Geviertstrich gezielt zu vereinheitlichen – das spart später Diskussionen mit dem Korrektor.