Bonbon Artikel: heißt es der oder das Bonbon?
Beide zulässigen Formen, ihre Verteilung und die französische Herkunft
Beim Bonbon Artikel stehen zwei Formen nebeneinander: das Bonbon ist die überregionale Standardform, der Bonbon ist besonders in Norddeutschland und in Berlin verbreitet. Beide sind korrekt und in Wörterbüchern verzeichnet. Das Wort kommt aus dem Französischen, wo es maskulin ist, und genau daraus erklärt sich die maskuline Nebenform. Der Plural lautet in beiden Fällen die Bonbons, mit s.
Die kurze Antwort
Das Bonbon ist die überregionale Standardform und wird in Wörterbüchern zuerst genannt.
Der Bonbon ist ebenfalls zulässig und vor allem in Norddeutschland und in Berlin verbreitet.
Der Plural lautet die Bonbons, mit s. Der Genitiv lautet des Bonbons, in beiden Fällen gleich.
Die Formen in allen vier Fällen
| Fall | neutral | maskulin | Plural |
|---|---|---|---|
| Nominativ | das Bonbon | der Bonbon | die Bonbons |
| Genitiv | des Bonbons | des Bonbons | der Bonbons |
| Dativ | dem Bonbon | dem Bonbon | den Bonbons |
| Akkusativ | das Bonbon | den Bonbon | die Bonbons |

Bonbon in Zusammensetzungen
Bei Zusammensetzungen entscheidet das letzte Glied: die Bonbontüte (die Tüte), der Bonbonautomat (der Automat), das Bonbonpapier (das Papier).
Als erstes Glied steht die Singularform ohne Fugenelement. Ein Fugen-s wäre bei diesem Wort unüblich, weil es auf einen Konsonanten endet, der keine Fuge verlangt.
Häufig sind außerdem die Sortenbezeichnungen: das Hustenbonbon, das Kräuterbonbon, das Fruchtbonbon. Alle folgen dem Grundwort und tragen dessen Geschlecht.
In Apotheken heißen Hustenbonbons fachlich Lutschtabletten. Diese Bezeichnung ist feminin und in Beipackzetteln die übliche.
Herkunft und Aussprache
Das Wort kommt aus dem Französischen und ist eine Verdopplung von bon, also gut. In der Kindersprache entstand daraus die Bezeichnung für die Süßigkeit.
Im Französischen ist das Wort maskulin, und daher stammt die maskuline Nebenform im Deutschen. Das Neutrum folgt dagegen dem deutschen Entsprechungswort, etwa das Zuckerl oder das Stück.
Gesprochen wird es entweder französisch mit nasalem Schluss oder eingedeutscht mit hörbarem n. Beide Aussprachen sind verbreitet, die eingedeutschte überwiegt.
In Österreich ist das Wort weniger gebräuchlich. Dort heißt die Süßigkeit meist das Zuckerl, in der Schweiz das Täfeli oder das Zältli.
Süßigkeiten und ihre Artikel
Maskulin: der Lutscher, der Kaugummi (auch das), der Riegel, der Nougat (auch das), der Marzipan (auch das).
Feminin: die Praline, die Schokolade, die Lakritze, die Waffel, die Gummibärchen sind dagegen neutral.
Neutral: das Bonbon, das Gummibärchen, das Karamell, das Zuckerl, das Eis, das Konfekt.
Auffällig ist die Zahl der schwankenden Fälle in dieser Gruppe: Kaugummi, Nougat und Marzipan tragen alle zwei zulässige Artikel. Der Grund ist bei allen dreien derselbe wie bei Bonbon.
Bei den englischen Bezeichnungen gilt dieselbe Regel: der Riegel folgt dem deutschen Wort, das Candy bleibt neutral, die Sweets stehen nur im Plural.
Im Handel ist Süßware der Oberbegriff. Er ist feminin und steht auf Verpackungen als Sachbezeichnung, während Bonbon die Produktart benennt.

Das Bonbon im übertragenen Sinn
Übertragen steht das Wort für eine kleine Zugabe oder ein besonderes Extra: ein Bonbon für die Zuschauer, das Bonbon des Abends.
In dieser Bedeutung ist die neutrale Form die übliche. Sie ist in Werbetexten und in Programmankündigungen verbreitet.
Ebenfalls übertragen begegnet das Wort in der Wendung ein saures Bonbon, also eine unangenehme Überraschung. Diese Verwendung ist umgangssprachlich.
In der Sprache der Werbung ist das Wort fest etabliert. Ein Bonbon bezeichnet dort einen Zusatznutzen, der nicht erwartet wurde, und es klingt freundlicher als Zugabe oder Rabatt.
In Fachtexten und Berichten ist die übertragene Verwendung dagegen unpassend. Dort ist die sachliche Bezeichnung vorzuziehen: die Zugabe, der Zusatz, die Vergünstigung.
Häufige Fehler und Zweifelsfälle
Die Bonbon: Falsch. Eine feminine Form gibt es nicht.
Die Bonbon's: Falsch. Der Apostroph gehört weder in Plural noch Genitiv.
Der Wechsel im Text: Beide Artikel sind korrekt, aber nicht nebeneinander. Innerhalb eines Dokuments sollte nur eine Form vorkommen.
Bonbon oder Zuckerl: Beide bezeichnen dasselbe. Zuckerl ist österreichisch und dort die übliche Bezeichnung.
Zusammensetzungen: Das letzte Glied entscheidet. Die Bonbontüte (die Tüte), der Bonbonautomat (der Automat), das Bonbonpapier (das Papier).
Fazit: Bonbon Artikel auf einen Blick
Das Bonbon ist die überregionale Standardform, der Bonbon vor allem in Norddeutschland verbreitet. Beide sind korrekt.
Der Plural lautet die Bonbons, der Genitiv des Bonbons. Das Wort kommt aus dem Französischen und ist eine Verdopplung von bon für gut.
Weitere schwankende Fälle Keks Artikel, Schwankendes Genus und Genus bei Fremdwörtern.