Bonbon Artikel: heißt es der oder das Bonbon?

Benjamin LohrerFachlich geprüft von Benjamin Lohrer, Lektor bei korrektur.de · Stand: 19. Oktober 2026

Beide zulässigen Formen, ihre Verteilung und die französische Herkunft

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Welcher Bonbon Artikel ist standardsprachlich korrekt, und heißt es im Alltag eigentlich der Bonbon oder das Bonbon? In der deutschen Grammatik sind grundsätzlich beide Geschlechter zulässig: Während der Duden im allgemeinen Sprachgebrauch sowohl „der Bonbon“ als auch die neutrale Form aufführt, ist für Österreich ausschließlich „das Bonbon“ verzeichnet. Unabhängig vom gewählten Singular lautet der Plural in beiden Fällen stets die Bonbons.

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Artikel der, die, das: Merkzettel mit Genus-Endungen

Der Artikel vor dem Wort Bonbon, begleitet von einem Blatt über das Genus. Es ordnet jeder Endung das übliche Geschlecht zu und stellt den bestimmten und den unbestimmten Artikel in allen vier Fällen nebeneinander, mit Beispielen und Ausnahmen auf einer Seite.

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Die kurze Antwort

Das Bonbon bildet im heutigen Sprachgebrauch die überregionale Standardform und wird deshalb in maßgeblichen Wörterbüchern regelmäßig an erster Stelle geführt. Wer in überregionalen oder formellen Texten eine allgemein unauffällige Variante sucht, liegt mit dem neutralen Artikel immer richtig.

Das Bonbon wird im Duden für Österreich als einzige gültige Form ausgewiesen, während das maskuline „der Bonbon“ vor allem im bundesdeutschen Sprachraum verbreitet und dort ebenfalls vollkommen regelkonform ist.

Der Plural lautet unabhängig vom gewählten Geschlecht immer die Bonbons. Ebenso wird der Genitiv im Singular für beide Artikel identisch gebildet und heißt einheitlich des Bonbons.

Formen in allen vier Fällen

Tabelle: Fall, neutral, maskulin, Plural
FallneutralmaskulinPlural
Nominativdas Bonbonder Bonbondie Bonbons
Genitivdes Bonbonsdes Bonbonsder Bonbons
Dativdem Bonbondem Bonbonden Bonbons
Akkusativdas Bonbonden Bonbondie Bonbons
Bonbon Artikel
Bonbon Artikel im Überblick.

Bonbon in Zusammensetzungen

Bei zusammengesetzten Substantiven gibt im Deutschen grundsätzlich das letzte Glied der Wortbildung das Genus vor: Deshalb heißt es die Bonbontüte (feminin wie die Tüte), der Bonbonautomat (maskulin wie der Automat) und das Bonbonpapier (neutral wie das Papier).

Steht der Begriff als Bestimmungswort an erster Stelle einer Zusammensetzung, wird stets die reine Singularform ohne zusätzliches Fugenelement genutzt. In Bildungen wie Bonbontüte steht Bonbon daher direkt und ohne Fugen-s vor dem nachfolgenden Grundwort.

Besonders häufig begegnen im Alltag Sortenbezeichnungen wie Hustenbonbon, Kräuterbonbon und Fruchtbonbon. Da Bonbon hier am Wortende steht und das Grundwort bildet, gelten für diese Zusammensetzungen dieselben belegten Genusformen wie für das einfache Substantiv.

Ein Begriff wie Hustenbonbon fungiert dabei als allgemeine Produktbezeichnung, während sich die konkrete Darreichungsform und Beschaffenheit jeweils nach dem einzelnen Produkt richtet.

Herkunft und Aussprache

Sprachgeschichtlich geht das Wort auf das Französische zurück und entstand als verdoppelnde Wiederholungsform von bon, was übersetzt „gut“ bedeutet.

In der französischen Herkunftssprache ist das Wort ausschließlich maskulin. Nach der Übernahme ins Deutsche hat sich neben der männlichen Variante jedoch auch die neutrale Form für Bonbon fest etabliert, sodass heute beide Geschlechter belegt sind.

In der gesprochenen Sprache wird der Begriff entweder nah am französischen Vorbild nasal ausgesprochen oder lautlich an das Deutsche angepasst mit deutlich hörbarem n am Silbenende. Beide Aussprachen sind im Alltag verbreitet, wobei die eingedeutschte Lautung überwiegt.

Für Österreich verzeichnet der Duden bei Bonbon ausschließlich das Neutrum. Daneben kommen je nach Region auch landschaftliche Bezeichnungen wie Zuckerl, Täfeli oder Zältli für dieselbe Süßigkeit vor.

Süßigkeiten und ihre Artikel

Männlich gebraucht werden im Deutschen der Lutscher sowie der Riegel. Bei Kaugummi und Nougat sind dagegen sowohl der als auch das möglich; bei Marzipan wiederum ist das Neutrum das Marzipan üblich, während das Maskulinum der Marzipan österreichisch geprägt und sonst selten ist.

Feminin sind bekannte Bezeichnungen wie die Praline, die Schokolade, die Lakritze und die Waffel. Verkleinerungsbildungen wie das Gummibärchen sind im Gegensatz dazu stets neutral.

Neutral stehen das Bonbon, das Gummibärchen, das Zuckerl, das Eis sowie das Konfekt. Beim Begriff Karamell ist im allgemeinen Sprachgebrauch die maskuline Form der Karamell üblich; schweizerisch kommt daneben auch das Neutrum das Karamell vor.

Dass Kaugummi, Nougat und Marzipan jeweils mehr als ein einziges Genus aufweisen können, zeigt die Vielfalt bei Lehnwörtern im Bereich der Süßwaren. Die sprachhistorischen Gründe für diese Varianten sind allerdings nicht bei allen Wörtern gleich.

Für aus dem Englischen stammende Bezeichnungen existieren meist nur Einzelfallangaben; maßgeblich für die Artikelwahl sind dabei das sinnverwandte deutsche Wort und der jeweilige Wörterbucheintrag.

Auch begrifflich besteht ein klarer Unterschied: Süßware ist ein feminines Substantiv und dient als Oberbegriff für zuckerhaltige Nahrungs- und Genussmittel, wohingegen Bonbon eine ganz bestimmte Süßigkeit benennt.

Bonbon Artikel

Das Bonbon im übertragenen Sinn

Auch im übertragenen Sprachgebrauch kommt Bonbon regelmäßig vor und bezeichnet dann etwas besonders Angenehmes oder einen willkommenen Höhepunkt: Typische Beispiele sind ein Bonbon für die Zuschauer oder das besondere Bonbon des Abends.

Selbst in dieser bildhaften Verwendungsweise ändert sich an der Grammatik nichts, denn auch in übertragener Bedeutung sind für Bonbon beide Genera gleichermaßen belegt.

Darüber hinaus lässt sich Bonbon auch in verschiedenen Redewendungen bildlich gebrauchen, wenn ein kleiner Anreiz oder ein erfreuliches Extra gemeint ist.

Welche Bezeichnung im Einzelfall am besten passt, hängt vom jeweiligen Zusammenhang ab: Während Bonbon lebendig und bildhaft wirkt, klingen Ausdrücke wie Zugabe, Zusatz oder Vergünstigung deutlich sachlicher.

Gerade in Fachtexten oder formellen Dokumenten helfen präzise und nüchterne Begriffe wie Zugabe, Zusatz oder Vergünstigung dabei, den gemeinten Vorteil unmissverständlich zu benennen.

Häufige Fehler und typische Zweifelsfälle

Die Bonbon: Im Singular existiert kein femininer Artikel für dieses Wort, da eine weibliche Form standardsprachlich nicht als Genusform verzeichnet ist. Nur im Plural heißt es die Bonbons.

Die Bonbon's: Diese Schreibweise ist im Deutschen unzulässig. Ein Apostroph wird bei diesem Wort weder zur Bildung des Plurals noch im Genitiv gesetzt.

Der Wechsel im Text: Zwar sind beide Artikel für sich genommen korrekt, doch sollte innerhalb eines Textes nicht zwischen ihnen gewechselt werden. Besonders in formellen Texten empfiehlt es sich, eine gewählte Variante konsequent durchzuhalten.

Bonbon versus Zuckerl: Beide Bezeichnungen tragen exakt die gleiche Bedeutung. Letzteres bildet das typische österreichische Gegenstück und ist dort im Alltag der gängigste Begriff.

Komposita: Bei Zusammensetzungen wird das Genus immer vom letzten Bestandteil bestimmt. Daher heißt es die Bonbontüte (wie die Tüte), der Bonbonautomat (wie der Automat) und das Bonbonpapier (wie das Papier).

Fazit: Bonbon Artikel auf einen Blick

Zusammenfassend gilt beim Bonbon Artikel: Der Duden führt im allgemeinen Gebrauch auch der Bonbon, während für Österreich das Bonbon als einzige Form angegeben ist. Grundsätzlich sind beide Formen standardsprachlich korrekt.

Der Plural lautet stets die Bonbons und der Genitiv im Singular einheitlich des Bonbons. Sprachgeschichtlich kommt das Wort aus dem Französischen und bildet eine Verdopplung von bon, was übersetzt gut heißt.

Weitere vergleichbare Zweifelsfälle zeigen sich beim Keks Artikel, bei Substantiven mit schwankendem Genus sowie allgemein beim Genus fremdsprachiger Lexeme.

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Stand: 19. Oktober 2026

korrektur.de. (2026, 19. Oktober). Bonbon Artikel: heißt es der oder das Bonbon? korrektur.de. https://korrektur.de/der-die-das-bonbon

Ein Lektorat kann Artikelführung und sprachliche Kohärenz im gesamten Dokument prüfen.

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Häufige Fragen zum Artikel von Bonbon

Heißt es der oder das Bonbon?

Im Deutschen sind sowohl „der Bonbon“ als auch „das Bonbon“ standardsprachlich zulässig. Für Österreich verzeichnet der Duden hingegen ausschließlich die neutrale Variante „das Bonbon“.

Wie lautet der Plural von Bonbon?

Die Mehrzahl lautet für beide Geschlechter einheitlich die Bonbons, wird also mit angehängtem s und komplett ohne Apostroph geschrieben.

Woher kommt das Wort Bonbon?

Der Begriff leitet sich aus dem Französischen ab und entstand als verdoppelnde Wiederholungsform des Wortes bon, das übersetzt „gut“ bedeutet.

Gibt es die Bonbon?

Nein, im Singular gibt es keinen weiblichen Artikel für dieses Wort, da eine feminine Form im Duden nicht verzeichnet ist.

Wie heißt das Bonbon in Österreich?

In Österreich wird als regionale Bezeichnung für Bonbon vor allem das Wort Zuckerl verwendet, während in Teilen der deutschsprachigen Schweiz die Ausdrücke Täfeli und Zältli belegt sind.

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