Schwankendes Genus: Wörter mit zwei Artikeln

Die Gründe, die regionale Verteilung und eine Liste zum Nachschlagen

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Schwankendes Genus heißt: Ein Wort trägt zwei zulässige Artikel, und beide stehen im Wörterbuch. Der oder das Joghurt, der oder das Laptop, die oder das Cola. Drei Ursachen führen dazu: konkurrierende Entsprechungswörter bei Entlehnungen, regionale Unterschiede und laufender Sprachwandel. Kein Fall ist ein Fehler, aber innerhalb eines Textes sollte nur eine Form vorkommen, denn der Wechsel fällt beim Lesen sofort auf.

Die drei Ursachen

Konkurrierende Entsprechungswörter: Bei Entlehnungen richtet sich das Geschlecht nach dem deutschen Wort für dieselbe Sache. Liegen zwei gleich nahe, entstehen zwei Formen: der Laptop (der Computer) und das Laptop (das Gerät).

Regionale Unterschiede: Norden und Süden entscheiden verschieden. Die Butter ist standardsprachlich, der Butter süddeutsch; das Cola ist österreichisch, die Cola überregional.

Sprachwandel: Manche Wörter wechseln gerade ihr Geschlecht. Wörterbücher verzeichnen dann beide Formen, bis sich eine durchsetzt, und dieser Vorgang dauert Jahrzehnte.

Wörter mit zwei Formen

Aus dem Englischen: der oder das Laptop, der oder das Blog, der oder das Podcast, der oder das Tablet in der Umgangssprache, das oder der Event.

Regional verteilt: die oder das Cola, der oder das Radio, die oder der Butter, der oder das Gulasch, die oder der Schorle.

Fach- und Alltagssprache: das oder der Virus, das oder der Bonbon, das oder der Keks, die oder das Sellerie.

Drei Formen: der, die oder das Joghurt. Diese Häufung ist die große Ausnahme und betrifft nur eine Handvoll Wörter.

Schwankendes Genus
Schwankendes Genus im Überblick.

Wie sich Schwanken auflöst

Sprachwandel verläuft langsam und ist an Wörterbüchern ablesbar. Wo eine Form zuerst als landschaftlich geführt wurde und später ohne Kennzeichnung erscheint, hat sie sich durchgesetzt.

Ein bekanntes Beispiel ist das Wort Meter: Früher war der Meter süddeutsch und das Meter schweizerisch, heute ist der Meter die Standardform in ganz Deutschland.

Bei jungen Entlehnungen dauert der Vorgang oft ein bis zwei Jahrzehnte. Wer heute einen Text schreibt, kann also nicht sicher sein, welche Form in zwanzig Jahren die übliche sein wird.

Für die Praxis ist das unerheblich: Beide Formen sind zum Zeitpunkt des Schreibens korrekt, und nur die Einheitlichkeit innerhalb des Textes zählt.

Nicht zu verwechseln: Bedeutungsunterschied

Zu unterscheiden ist echtes Schwanken von Wörtern, bei denen das Geschlecht die Bedeutung trägt. Dort sind beide Formen richtig und meinen Verschiedenes.

Beispiele: der See (Binnengewässer) und die See (Meer); der Band (Buch), das Band (Streifen) und die Band (Musikgruppe); der Teil (Abschnitt) und das Teil (Einzelstück).

Weitere Paare: der Leiter (Person) und die Leiter (Gerät); der Kiefer (Knochen) und die Kiefer (Baum); der Gehalt (Anteil) und das Gehalt (Bezahlung); der Verdienst (Einkommen) und das Verdienst (Leistung).

Bei diesen Wörtern ist die Wahl keine Stilfrage, sondern eine Sachfrage. Wer die falsche Form nimmt, sagt etwas anderes.

Was Wörterbücher verzeichnen

Die Reihenfolge der Nennung zeigt die Häufigkeit an, nicht eine Rangfolge der Richtigkeit. Zuerst steht die verbreitetere Form.

Zusätzliche Kennzeichnungen ordnen ein: landschaftlich, österreichisch, schweizerisch, umgangssprachlich, fachsprachlich. Diese Angaben entscheiden, welche Form in welchen Text passt.

Wo keine Kennzeichnung steht, sind beide Formen gleichermaßen standardsprachlich. Dann ist die Wahl frei und allein eine Frage der Einheitlichkeit.

Bei Markennamen verzeichnen Wörterbücher oft gar kein Geschlecht, weil der Hersteller sich nicht festlegt. Nutella ist der bekannteste Fall.

Schwankendes Genus

Der Umgang in Texten

Die wichtigste Regel lautet: eine Form wählen und durchhalten. Der Wechsel innerhalb eines Dokuments ist der einzige echte Fehler.

In überregionalen Texten ist die Standardform die sichere Wahl. Regionale Varianten sind korrekt, wirken außerhalb ihres Gebiets aber auffällig.

In Fachtexten geht die Fachkonvention vor. Das Virus ist in der Medizin die einzige zulässige Form, auch wenn umgangssprachlich der Virus überwiegt.

Für Redaktionen und Unternehmen lohnt eine Hausschreibung. Wo mehrere Personen schreiben, ist eine Festlegung der einzige Weg zu einheitlichen Texten.

Fazit: schwankendes Genus auf einen Blick

Manche Wörter tragen zwei zulässige Artikel. Ursachen sind konkurrierende Entsprechungswörter, regionale Unterschiede und laufender Sprachwandel.

Davon zu trennen sind Wörter, bei denen das Geschlecht die Bedeutung trägt: der und die See, der und das Teil, der und die Leiter. Dort ist die Wahl eine Sachfrage.

Der Überblick „Schwankendes Genus: Wörter mit zwei Artikeln“ ordnet das Thema vollständig ein.

Beispiele aus dem Verzeichnis Genus Regeln, Joghurt Artikel und Laptop Artikel.

Einheitliche Schreibweisen im ganzen Dokument: Unser Lektorat prüft Artikel und Konsistenz.

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Häufige Fragen zum schwankenden Genus

Was bedeutet schwankendes Genus?

Ein Wort trägt zwei zulässige Artikel, und beide stehen im Wörterbuch.

Warum schwankt das Geschlecht?

Wegen konkurrierender Entsprechungswörter bei Entlehnungen, wegen regionaler Unterschiede und wegen laufenden Sprachwandels.

Welche Form soll ich wählen?

Eine und durchhalten. In überregionalen Texten die Standardform, in Fachtexten die Fachkonvention.

Was zeigt die Reihenfolge im Wörterbuch?

Die Häufigkeit, nicht eine Rangfolge der Richtigkeit. Zuerst steht die verbreitetere Form.

Was ist der Unterschied zu der See und die See?

Dort trägt das Geschlecht die Bedeutung. Beide Formen sind richtig und meinen Verschiedenes.

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