Poster Artikel: heißt es der oder das Poster?
Die Standardform, die österreichische Nebenform und die Regel auf -er
Poster Artikel: Die Basisform ist das Poster. In Österreich findet man zusätzlich den Poster, wobei Nachschlagewerke beide aufnehmen. Interessant ist die grammatische Lage: Trotz der Endung -er ist das Substantiv nicht maskulin. Es zählt daher zu denselben Sonderfällen wie das Fenster, das Zimmer und das Muster. Im Mehrzahlgebrauch sagt man die Poster ohne Suffix, während im Dativ ein n hinzukommt.
Die kurze Antwort
Im Standarddeutsch gilt das Poster als primäre Form. Sie steht in vielen Wörterbüchern, etwa dem Duden, an erster Stelle.
Der Poster ist die österreichische Form und gilt dort als korrekt. Im übrigen deutschsprachigen Raum wirkt diese Bezeichnung eher ungewöhnlich.
Der Plural lautet die Poster, ohne Endung. Daneben ist die seltene Form die Posters zulässig.
Die Formen in allen vier Fällen
| Fall | neutral | maskulin (AT) | Plural |
|---|---|---|---|
| Nominativ | das Poster | der Poster | die Poster |
| Genitiv | des Posters | des Posters | der Poster |
| Dativ | dem Poster | dem Poster | den Postern |
| Akkusativ | das Poster | den Poster | die Poster |

Poster und Plakat im Vergleich
Beide bezeichnen großformatige Drucke, unterscheiden sich aber im Zweck. Das Plakat wirbt oder informiert im öffentlichen Raum, das Poster hängt meist privat.
Rechtlich unterscheiden sich Plakat und Poster: Für Plakate im öffentlichen Raum können je nach Zweck und Bundesland Genehmigungs- oder Kennzeichnungspflichten gelten, für rein private Poster ist das in der Regel nicht der Fall.
Ein dritter Begriff ist der Anschlag. Er ist maskulin und bezeichnet den amtlichen oder öffentlichen Aushang, etwa an einer Litfaßsäule.
Besondere Ausnahmen bei Wörtern auf -er
Die meisten -er-Wörter sind maskulin, insbesondere Personenbezeichnungen: der Lehrer, der Fahrer, der Computer.
Neutrales umfasst u.a.: Poster, Fenster, Zimmer, Muster, Messer, Wasser, Feuer, Ufer, Alter.
Feminin sind: die Mutter, die Schwester, die Butter, die Leiter, die Feier, die Mauer, die Steuer.
Bei Poster ist -er kein Ableitungssuffix, sondern Teil des englischen Wortes. Deshalb greift die Personenregel nicht.
Herkunft und Bedeutung
Das Wort geht auf das englische poster zurück, das mit post im Sinne von anschlagen oder aushängen in Verbindung gebracht wird. Ursprünglich bezeichnete es den Anschlagzettel.
Im Deutschen ist der Ausdruck seit den 1960er-Jahren gebräuchlich. Zuvor nannte man solche Drucke Plakat oder Anschlag; beide Wörter sind bis heute in Gebrauch.
Vermutlich orientierte sich das Neutrum an Plakat und Bild. Die österreichische maskuline Form dürfte dem Anschlag folgen.
Zu unterscheiden ist das Poster vom Plakat: Ein Plakat wirbt öffentlich, ein Poster hängt meist privat. Beide sind neutral.
Das Poster zwischen Wissenschaft und Werbung
In der Wissenschaft ist das Poster ein eigenständiges Format: eine großformatige Darstellung von Forschungsergebnissen für Tagungen.
Standardmäßig nutzt man dafür die Größen A0 sowie A1 hochkant. Verbindliche Richtlinien der Konferenz bestimmen Struktur und Inhalt.
Im Programm ist die Postersession der Veranstaltungsabschnitt, in dem diese Arbeiten vorgestellt werden. Das Wort ist feminin, weil die Sitzung das Grundwort ist.
Marketingfachleute sprechen vom Plakat. Im Privatbereich meint Poster hingegen das physische Objekt, während Kampagnenpläne konsequent den Begriff Plakat verwenden.

Übliche Fehler und häufige Zweifelsfälle
Die Poster: Im Einzahlgebrauch falsch, im Mehrzahlgebrauch jedoch korrekt.
Die Poster's: Unzulässig. Der Apostroph gehört weder in den Plural noch in den Genitiv.
Der Dativ Plural: Die Endung -n fehlt hier fast immer.
Der Poster in überregionalen Texten: Möglich, doch auffällig. In Publikationen für ein deutschlandweites Publikum ist das Poster die sichere Wahl.
Zusammensetzungen: Das Schlusswort bestimmt das Geschlecht. So ergibt sich die Posterwand (die Wand), der Posterdruck (der Druck) und das Posterformat (das Format).
Alle Formate und Drucke im Überblick
Männlich: der Druck, der Kunstdruck, der Abzug, der Aushang, der Prospekt, der Flyer, der Kalender.
Weiblich: die Grafik, die Postkarte, die Broschüre, die Tafel, die Wandzeitung, die Fotografie.
Neutrales Geschlecht: das Poster, das Plakat, das Bild, das Foto, das Banner, das Transparent, das Schild.
Auffällig ist, dass die großformatigen Bildträger überwiegend sächlich sind. Vermutlich hat das Grundwort Bild diese Zuordnung geprägt.
Bei den Formaten gilt die Reihe DIN A0 bis A6, wobei jede Stufe halb so groß ist. Weil das Format sächlich ist, nennt man es das A1 beziehungsweise das A0, wenn die Bezeichnung allein steht.
Fazit: Poster Artikel auf einen Blick
Standardsprachlich heißt es das Poster, in Österreich auch der Poster. Beide Formen sind korrekt.
Der Plural lautet die Poster, im Dativ den Postern. Das Wort endet auf -er und zählt trotzdem zu den seltenen Neutra.
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