Studieren in Österreich

Warum Österreich für deutsche Studierende immer attraktiver wird

Lesezeit ca. 9 Min. · veröffentlicht: 11. Juli 2026 · zurück zum Blog

Unter deutschen Studierenden zählt Österreich seit Jahren zu den gefragtesten Zielen im Ausland, und dieser Trend setzt sich fort. Über ein Viertel aller internationalen Studierenden an Österreichs Universitäten stammt aus Deutschland. Dahinter stecken gleich mehrere Gründe: nahezu keine Sprachbarrieren, moderate Studiengebühren, eine große Fächerauswahl und lebenswerte Städte wie Wien, Graz oder Innsbruck. Doch das Nachbarland bietet mehr als nur ein angenehmes Lebensgefühl. Wer dort studieren will, sollte sich mit Zulassung, Finanzierung und akademischen Standards auskennen. Dieser Beitrag erklärt, warum Österreich so beliebt ist, worauf du achten solltest und welche Chancen ein Studium im Nachbarland eröffnet.

Wie beliebt Österreich bei deutschen Studierenden tatsächlich ist

Für deutsche Studieninteressierte ist Österreich schon lange kein Geheimtipp mehr. Nach aktuellen Erhebungen der Statistik Austria sind etwa 30 Prozent der internationalen Studierenden an öffentlichen Universitäten Deutsche, das entspricht mehreren zehntausend Personen. Besonders gefragt sind Medizin, Psychologie, Wirtschaft und Lehramt. An einigen Wiener Fakultäten bilden deutsche Studierende sogar die zweitgrößte Gruppe direkt hinter den Österreichern. Wer dort eine Abschlussarbeit abgibt, sollte sich mit der Plagiatsprüfung Österreich vertraut machen.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, steigt die Beliebtheit weiter an. Wo hierzulande der Numerus clausus zahlreiche Bewerber abschreckt, überzeugen österreichische Hochschulen mit transparenteren und oft leichter zugänglichen Zulassungswegen. Ein weiterer typischer Anlass für den Umzug nach Wien, Graz oder Innsbruck ist der Fachwechsel während des Studiums, etwa nachdem ein Medizinplatz abgelehnt wurde.

Wer damit liebäugelt, sollte jedoch eines nicht vergessen: Wo viele hinwollen, wächst auch die Konkurrenz. In den NC-freien Fächern kennt Österreich zwar keinen Numerus clausus nach deutschem Muster, dafür aber Aufnahmeprüfungen wie den MedAT für Medizin oder Eignungstests in der Psychologie. Die Zahl der Bewerber ist hier riesig.

Die stärksten Argumente für ein Studium in Österreich

Warum zieht es so viele deutsche Studierende ins Nachbarland? Der Grund ist eine Mischung aus handfesten Vorteilen und hoher Lebensqualität.

  • Sprache: Weil auf Deutsch unterrichtet wird, entfällt die größte Hürde. Anders als in den Niederlanden oder Skandinavien brauchst du keine Fremdsprache.
  • Geringe Studiengebühren: An öffentlichen Universitäten zahlen EU-Bürger meist nur den ÖH-Beitrag von rund 22 Euro pro Semester, solange die Mindeststudiendauer eingehalten wird.
  • In vielen Fächern kein Numerus clausus: Statt des Abitur-Schnitts entscheiden Aufnahmetests oder das Windhund-Verfahren.
  • Vergleichbare Abschlüsse: Bachelor und Master sind dank Bologna-Prozess EU-weit anerkannt.
  • Lebensqualität: Wien landet seit Jahren regelmäßig auf Platz eins der lebenswertesten Städte weltweit.

Dazu kommen die kulturelle Nähe, kurze Wege und ein zuverlässiges öffentliches Verkehrsnetz. Wer sich auf wissenschaftliches Schreiben fokussieren möchte, trifft an Österreichs Hochschulen auf klare Vorgaben. Orientierung dazu bietet unser Überblick zu den Stilregeln wissenschaftliches Schreiben.

Studieren in Österreich Zahlen und Fakten für deutsche Studierende

Zulassung und Bewerbung: So gelingt der Einstieg

Österreichs Zulassungsverfahren weichen teils spürbar von den deutschen ab. Im Grundsatz gilt: Dein deutsches Abitur erfüllt die allgemeine Hochschulreife. Bei vielen Studiengängen entfällt die klassische Bewerbung, du schreibst dich einfach innerhalb der Inskriptionsfristen ein. Für das Wintersemester laufen diese in der Regel von Anfang Juli bis zum 5. September.

Bei zulassungsbeschränkten Fächern läuft es anders: Medizin (MedAT), Psychologie, Pharmazie, Publizistik oder Wirtschaftswissenschaften verlangen eigene Aufnahmeprüfungen. Sie liegen meist im Frühsommer, und wer zu spät dran ist, verliert ein ganzes Jahr. Angemeldet wird oft bereits im März.

Wichtig zu wissen: Wer in Deutschland an einem NC-Fach scheitert, kommt in Österreich nicht automatisch unter. Auch dort musst du die Aufnahmekriterien regulär erfüllen. Rechne mit mindestens sechs bis neun Monaten Vorlauf, um Tests, Unterlagen und die Wohnungssuche unter einen Hut zu bringen.

Kosten, Finanzierung und Auslands-BAföG

Was die Studiengebühren angeht, gehört Österreich zu den günstigsten Studienländern Westeuropas. An öffentlichen Unis zahlen EU-Bürger nur den ÖH-Beitrag von rund 22,70 Euro pro Semester. Ein Studienbeitrag von 363,36 Euro pro Semester wird erst fällig, sobald die Mindeststudienzeit plus zwei Toleranzsemester überschritten sind. An Privathochschulen und FHs fallen die Gebühren oft deutlich höher aus.

Bei den Lebenshaltungskosten liegt Österreich dagegen auf deutschem Niveau oder etwas darüber. In Wien solltest du monatlich 900 bis 1.300 Euro einplanen, in Graz oder Linz fällt es etwas niedriger aus. Vor allem die Mieten haben in den vergangenen Jahren merklich angezogen.

Erfreulich: Auslands-BAföG ist drin. Wer in Österreich studiert, kann unter bestimmten Bedingungen vom deutschen Staat gefördert werden, gelegentlich sogar mit höheren Sätzen als daheim. Details dazu findest du in unserer Anleitung zum BAföG-Antrag. Ebenfalls möglich sind Stipendien (DAAD, ERASMUS+).

Studienalltag, Prüfungen und akademische Kultur

Der Studienalltag erinnert an den deutschen, bringt aber ein paar Besonderheiten mit. Lehrveranstaltungen gliedern sich in „prüfungsimmanente" und „nicht-prüfungsimmanente". Erstere verlangen laufende Mitarbeit über das ganze Semester, Letztere schließen mit einer einzigen Prüfung ab. Anwesenheitspflicht begegnet dir häufiger als in Deutschland.

Die Notenskala läuft von 1 (sehr gut) bis 5 (nicht genügend), die 5 entspricht damit der deutschen 5,0. In vielen Massenstudiengängen erwarten dich volle Hörsäle, lange Wartelisten für Seminare und knappe Anmeldefristen. Wer sich gut organisiert, kommt trotzdem zügig durch.

Akademische Integrität hat Gewicht: Plagiate werden konsequent verfolgt, oft per softwaregestützter Prüfung. Wer sichergehen möchte, zieht vor der Abgabe eine professionelle Plagiatsprüfung oder ein Lektorat heran. Streng sind auch die Zitierregeln, meist geben APA, Chicago oder fachspezifische Stile den Ton an.

Studieren in Österreich Vorteile und Hürden im Überblick

Beliebte Studienorte: Wien, Graz, Innsbruck und mehr

Wien ist die mit Abstand größte Studierendenstadt: Über 200.000 Eingeschriebene verteilen sich auf neun öffentliche Universitäten und etliche Fachhochschulen. Die Universität Wien ist zugleich die größte deutschsprachige Hochschule überhaupt. Wer Großstadtleben, ein breites Kulturangebot und internationales Flair sucht, ist hier goldrichtig.

Graz überzeugt mit familiärerem Flair: etwa 60.000 Studierende, solide Infrastruktur und günstigere Mieten als in Wien. Die Karl-Franzens-Universität und die TU Graz sind in Naturwissenschaften und Technik stark aufgestellt. Innsbruck wiederum reizt mit Bergen, Wintersport und einer angesehenen medizinischen Universität.

Weitere Standorte sind Linz, Salzburg und Klagenfurt, jede Stadt mit ihrem eigenen Charakter. Ein Tipp: Lässt sich dein Fach an mehreren Orten belegen, vergleiche vorab die Lebenshaltungskosten und das Lehrangebot vor Ort. Gerade bei Lehramt oder BWL fallen die Unterschiede deutlich aus.

Anerkennung des Abschlusses und Karrierechancen

Ein in Österreich erworbener Bachelor oder Master gilt in Deutschland und der EU dank Bologna-Prozess als voll anerkannt. Für einige Berufe wie Lehramt, Medizin oder Jura greifen jedoch eigene Anerkennungsverfahren, falls du später in Deutschland arbeiten willst. Wer seine Lehrerausbildung in Österreich absolviert hat, muss sich hierzulande beim jeweiligen Bundesland nachprüfen lassen.

In der Wirtschaft werden österreichische Abschlüsse meist ohne Umstände akzeptiert, zumal viele Konzerne ohnehin DACH-weit tätig sind. Auch das Doktorat (PhD) hat international einen guten Ruf. Wer eine Forscherlaufbahn plant, findet in Wien starke Einrichtungen wie das IST Austria oder das Vienna Biocenter.

Wer sein Studium mit einer Abschlussarbeit abrundet, sollte den Endspurt nicht unterschätzen. Beim Feinschliff der Bachelorarbeit oder Masterarbeit unterstützt ein professionelles Lektorat, gerade wenn zwar die Sprache Deutsch ist, der akademische Stil aber ungewohnt bleibt.

Quellen

Hauptquelle: SZ.de – Studieren in Österreich ist beliebt. Ergänzend herangezogen: die Hochschulstatistik der Statistik Austria, die Österreichische Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft (ÖH) sowie das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF). Gute Anlaufstellen für deutsche Bewerber sind zudem der DAAD und die International Offices der Universitäten in Wien, Graz und Innsbruck.

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Wer in Österreich seine Bachelor- oder Masterarbeit schreibt, kann sie genauso bei uns lektorieren lassen – schnelle Korrektur in 1–3 Tagen.

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Häufige Fragen

Brauche ich für ein Studium in Österreich einen NC?

In den meisten Fächern kennt Österreich keinen Numerus clausus nach deutschem Vorbild. Bei zulassungsbeschränkten Fächern wie Medizin, Psychologie oder Publizistik entscheidet stattdessen eine Aufnahmeprüfung. Für nicht beschränkte Studien genügt die Inskription innerhalb der Frist, sofern du dein deutsches Abitur vorweisen kannst. Wichtig: Ist dein Wunschfach in Deutschland zulassungsbeschränkt (etwa Medizin), kommst du wegen der EU-Quote in Österreich nicht ohne Weiteres unter. Hier gilt eine 75/20/5-Regelung, bei der nur 20 Prozent der Plätze auf EU-Bewerber entfallen.

Wie hoch sind die Studiengebühren in Österreich?

An öffentlichen Universitäten zahlen EU-Bürger lediglich den ÖH-Beitrag von rund 22,70 Euro pro Semester. Erst wenn die Mindeststudiendauer plus zwei Toleranzsemester überschritten sind, kommen 363,36 Euro pro Semester hinzu. Privathochschulen und einige Fachhochschulen verlangen spürbar mehr, teils zwischen 400 und 800 Euro pro Semester. Im internationalen Vergleich zählt Österreich damit zu den günstigsten Studienländern. Die Lebenshaltungskosten bewegen sich allerdings auf deutschem Niveau, in Wien sogar leicht darüber. Kalkuliere mit einem Gesamtbudget von 900 bis 1.300 Euro pro Monat.

Bekomme ich BAföG, wenn ich in Österreich studiere?

Ja, Auslands-BAföG ist möglich und unter bestimmten Bedingungen sogar üppiger als die Inlandsförderung. Dein komplettes Bachelor- oder Masterstudium in einem EU-Land wie Österreich lässt sich fördern, solange du die allgemeinen BAföG-Voraussetzungen erfüllst. Zuständig ist das Studierendenwerk Sachsen-Anhalt mit Sitz in Magdeburg. Deinen Antrag solltest du spätestens drei Monate vor Studienbeginn einreichen. Weitere Einzelheiten liefert unsere ausführliche Anleitung. Kombinieren lassen sich außerdem Stipendien wie DAAD-Förderungen oder das ERASMUS+-Programm.

Wird mein österreichischer Abschluss in Deutschland anerkannt?

Bachelor- und Masterabschlüsse aus Österreich sind in Deutschland im Rahmen des Bologna-Prozesses voll anerkannt. Für reglementierte Berufe wie Medizin, Pharmazie, Jura oder Lehramt kommen zusätzliche Anerkennungsverfahren beim jeweiligen Bundesland oder den zuständigen Kammern hinzu. In freien Berufen und in der Wirtschaft verläuft die Anerkennung meist reibungslos, zumal zahlreiche Unternehmen DACH-weit arbeiten. Auch Promotionen genießen internationale Anerkennung. Wer dauerhaft in Deutschland tätig sein möchte, klärt aber besser vorab, ob das gewählte Fach formelle Nachprüfungen verlangt.

Welche österreichische Stadt eignet sich am besten zum Studieren?

Das richtet sich nach deinen Prioritäten. Wien liefert das größte Studienangebot, internationales Flair und eine lebendige Kulturszene, dafür sind die Mieten hoch. Graz ist preiswerter, familiärer und stark in technischen sowie naturwissenschaftlichen Fächern. Innsbruck überzeugt mit Bergen, Sportangeboten und einer erstklassigen Medizin-Uni. Salzburg bleibt klein, ist aber kulturell stark, Linz technisch geprägt, Klagenfurt übersichtlich und ideal für Erstsemester. Mein Rat: Sieh dir das konkrete Modulangebot deines Fachs an mehreren Unis an. Auch Mietpreise und Nebenjob-Chancen vor Ort verdienen einen Vergleich.

Wie sind Plagiatsregeln und akademische Standards in Österreich?

Österreichs Universitäten gehen mit akademischer Integrität sehr streng um. Plagiate werden systematisch per Software aufgespürt und können den Abschluss kosten, auch im Nachhinein. Aus genau diesem Grund haben mehrere prominente Politikerinnen und Politiker ihren Doktortitel eingebüßt. Zitierregeln (APA, Chicago, fachspezifisch) gelten ohne Ausnahme. Für Abschlussarbeiten lohnen sich deshalb eine externe Plagiatsprüfung und ein professionelles Lektorat. Reserviere genügend Zeit für die Endkorrektur, mindestens zwei bis vier Wochen vor der Abgabe. So entgehst du formalen Fehlern und Rückfragen der Betreuung.

Kann ich nach abgelehntem NC-Fach in Deutschland einfach in Österreich studieren?

Ein reibungsloser Wechsel ist nicht sicher. Bei NC-Fächern wie Medizin, Psychologie oder Pharmazie greifen auch in Österreich eigene, oft sehr selektive Aufnahmeverfahren. Beim MedAT etwa liegt die Annahmequote bei rund 15 Prozent. Zusätzlich gilt für Medizin die EU-Quote: 75 Prozent der Plätze bleiben Österreichern vorbehalten, 20 Prozent gehen an andere EU-Bürger, 5 Prozent an Drittstaaten. Wer in Deutschland abgelehnt wurde, bereitet sich also am besten frühzeitig auf den Aufnahmetest vor, idealerweise mit Vorbereitungskursen und Übungsmaterial. Eine garantierte Hintertür ist Österreich nicht, wohl aber eine realistische Chance.

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